Generationenschiff (35)


Und das wars.

Ja ich weiß.

Glaubt es oder nicht, aber mir tut’s auch leid. Aber jetzt ist es zu Ende.

Das erste Buch von Generationenschiff. Mir hats Spaß gemacht, und euch hoffentlich auch nur deshalb nicht, weil die Pausen zwischendrin so lang waren.

Bald kommt eine neue Geschichte, und alles wird anders dieses Mal. Ihr kennt das.

Viel Freude mit dem letzten Kapitel!

Was bisher geschah

Im ersten Kapitel begleiteten wir Professor Rodney Advani zu einem Besuch bei Präsidentin Sima, um mit ihr über eine bedrohliche Entdeckung zu reden, lernten Kapitänin Tisha kennen, die ebenfalls gerade eine solche gemacht hat und dafür von Jeanne auf der Brücke eingeschlossen wurde, sahen Banja bei einer nicht sehr glücklichen Prüfung für seine Arbeit als Tinker zu, und wurden Zeuge, wie Jahre später Jole und Kentub darüber beraten, wie sie mit den aktuellen Erkenntnissen über den Planeten umgehen, der das Ziel ihrer Mission sein sollte.

Im zweiten Kapitel hat Piedra zunächst einen Unfall bei einem Außeneinsatz und führt dann ein schwieriges Gespräch mit Psmith, und die Präsidentin entscheidet, die Idee einer KI zur Kontrolle der Mission weiter zu verfolgen.

Im dritten Kapitel debattiert der Besatzung der Humanity über die Vor- und Nachteile einer Landung auf Last Hope versus derer eines Weiterflugs zu einer anderen wirklich allerletzten Hoffnung, Piedra versucht vergeblich, mit Wu über ihren Verdacht gegen Smith zu reden und wendet sich deshalb an Tisha, die gerade gar keine Lust hat, mit so etwas behelligt zu werden, und im Übrigen ist Senator Bowman der Meinung, dass der Planemo vernichtet werden muss.

Im vierten Kapitel wimelt Tisha Piedra ab und sieht mit Jeanne zusammen ein Video von unfassbarer historischer Bedeutung, Nico und Banya fachsimpeln über die Erde und bekommen Besuch von Piedra, und in unserer Zeit versucht Jerry Martinez, die ihn ihre KI gesetzten Erwartungen zu dämpfen.

Im fünften Kapitel folgt Jeanne Kentubs Empfehlung, Tisha will dem Ruf der Natur eigentlich nicht folgen, und Piedra versucht vergeblich, Banya ihren Verdacht gegen Psmith zu erklären.

Im sechsten Kapitel gerät Piedra mit Psmith aneinander, Kentub und Jeanne mit Marchand, und Rodney mit Jerry Martinez.

Im siebten Kapitel verhört Jeanne erst Piedra und dann Tisha, Kentub und Jeanne gehen zu dem Fremden, und Jerry und Rodney diskutieren über die Rettung der Menschheit.

Im achten Kapitel verkündet Jeanne in einer Teambesprechung einige wichtige Neuigkeiten, Kentub versucht, mit dem Fremden zu diskutieren, und Jeanne ernennt ihn zum neuen Kapitän.

Im neunten Kapitel streitet sich Banja zuerst mit Piedra und sagt dann seinem Vater, dass er sie nicht will. Kentub hält das für keine gute Idee.
Später versucht Kentub, die Kampfhandlungen zwischen den verfeideten Fraktionen an Bord der Humanity zu beenden indem er Marchant seine Position nahebringt, während auf Last Hope die Dienerinnen des Ersten Staates von einem neuen Stern erfahren.

Im zehnten Kapitel verbünden Tisha und Piedra sich gegen Psmith, um dann von ihm überrascht zu werden (also, nicht in dem Sinne, das sie sich dafür verbündet haben… Ihr wisst schon. Ja, das ist eine blöde Formulierung. Ich gewöhn sie mir ab.), Rodney besucht die Einrichtung, in der die Kinder für die lange Reise vorbereitet werden, Banja meldet sich freiwillig, und Kentub ringt mit den Konsequenzen seiner Entscheidung.

Im elften Kapitel verabschiedet Banja sich von Nico, Kentub betritt Last Hope, und Rodney lernt Celia kennen.

Im zwölften Kapitel redet Psmith mit Tisha und Piedra, Kentub begegnet Jeanne auf Last Hope, seine Transportgelegenheit verstirbt, und Präsidentin Sima gibt ein Interview.

Im dreizehnten Kapitel sehen wir die Ereignisse zwischen Kentub und Marchant noch einmal aus Marchants Perspektive, Marchant rettet ihn auf Last Hope, und Psmith erklärt weiter seinen diabolischen Plan. Der Schuft.

Im vierzehnten Kapitel berät die Präsidentin über Methoden zur Konservation der Besatzung, Marchant und Kentub reiten auf Jeanne über Last Hope und werden verfolgt, und Psmith wird endlich fertig damit, seinen diabolischen Plan zu erklären. Der Schuft.

Im fünfzehnten Kapitel macht Jeanne der Besatzung eine Ansage, und Kentub und Tisha beraten anschließend mit ihr, wie sie die umsetzen, und in der weiteren Zukunft führen die fremden Kreaturen Jeanne, Kentub und Marchant in die Dunkelheit.

Im sechzehnten Kapitel versucht Jole mit den übrigen Kolonistinnen eine Entscheidung zu treffen, Tisha sägt an Kentubs Stuhl, Marchant ereilt schon wieder sein Schicksal, und Kentub versucht, eine Meuterei zu vermeiden, mit unwillkommenere Hilfe von Jeanne.

Im siebzehnten Kapitel reitet Kentub auf Jeanne zu der toten Riesentermite zurück, die Präsidentin gibt ein Interview, und Banja zweifelt an seinen Entscheidungen.

Im achtzehnten Kapitel beendet Jeanne eine Meuterei, und erst Jole und Nimue und dann Jole, Kentub und Jeanne debattieren über die Zukunft der Kolonie.

Im neunzehnten Kapitel verhandelt Kentub mit Nimue über Ressourcen, diskutiert danach mit Jole und Jeanne die Zukunft der Kolonie, Banja möchte ein Held sein, eine Zeitung berichtet über die Machenschaften der Regierung Sima und Nimue begegnet mit Piri zusammen einem der Termitenwesen.

Im zwanzigsten Kapitel trifft sich die Besatzung im Arboretum, und Banja und Piedra führen ein Gespräch. Präsidentin Sima verschiebt die Wahlen. Und Piri und Nimue erhalten ein Geschenk, und geben eins zurück.

Im 21. Kapitel ersteht Kentub von den Toten auf, oder bleibt eigentlich erst mal liegen, erwacht aber immerhin zum Leben, Banja betritt das Schiff der Fremden und trifft dort 1 alten Bekannten, und Kentub droht, an seinen Kolonist*innen zu verzweifeln, aber dann kommt 1 Raumschiff.

Im 22. Kapitel begegnen Kentub und Banja einander wieder, und Nimue und Psmith führen ein nicht unproblematisches Gespräch.

Im 23. Kapitel erleben wir eine entgleisende Demonstration gegen Präsidentin Simas geheime Projekte.

Im 24. Kapitel reden Kentub und Jole über das Hydrokulurset, Nimue und Psmith über Waffen, Rodney will mit der Präsidentin sprechen, und Jole und Piedra gehen auf eine Reise.

Im 25. Kapitel versucht Nimue vergeblich, schlafen zu gehen, Jole und Piedra versuchen weniger vergeblich, zu Nimues Siedlung zu reisen, und Nimue ist wiederum relativ erfolgreich mit ihrem Versuch, Psmith zu verprügeln, nachdem sie ihm in den Gang gefolgt ist.

Im 26. Kapitel muss Rodney Sima eine schwierige Mitteilung machen, Jole und Piedra erreichen Nimues Siedlung, und Banja plaudert mit dem Fremden.

Im 27. Kapitel bekommt Präsidentin Sima unerwarteten und unwillkommenen Besuch, während Psmith wiederum einen solchen abstattet und angemessen begrüßt wird.

m 28. Kapitel planen Kentub und Jole Verhandlungen mit Nimue, Banja besucht sie, und Präsidentin Sima führt ein weiteres unerquickliches Gespräch mit den beiden Repräsentantinnen.

Im 29. Kapitel
werden Manju und Jim evakuiert, Sima führt ein unerquickliches Gespräch im Krisenraum, Banja, Kentub und Jeanne diskutieren den Wunsch der Fremden nach einer Expedition, Colin Blye findet den Tod, und Banja und Jeanne plaudern noch ein bisschen.

Im 30. Kapitel hält Jole Kentub zurück, während Banja und Jeanne den frisch gegrabenen Tunnel erkunden, und es findet ein großes Palaver in einem virtuellen Raum statt. Abgefahrenes Kapitel, alles in allem.

Im 31. Kapitel verhandelt Nimue mit Jole über die Rationierung von Lebensmitteln zugunsten der Ureinwohnerinnen, die derweil die Kriegerin töten, die sich in der Nachfolge des Menschen Psmith fühlte, und als Cliffhanger werden Kentub, Banja und Jeanne vor der freigelegten Tür von einer Gruppe bedrohlich wirkender Ureinwohnerinnen überrascht.

Im 32. Kapitel werden Nimue und Kentub von suizidalen Ureinwohnerinnen überrascht, und Präsidentin Sima bekommt Besuch in ihrer Zelle.

Im 33. Kapitel leistet Nimue den Ureinwohnerinnen entschlossen Widerstand, während Kentub ihnen selbstlos nachgibt, und zum Schluss lernt Nimue noch Präsidentin Sima kennen.

Im 34. Kapitel betritt Banja die Anlage hinter der Tür, Nimue und Jole sprechen über Simas Forderung, und in der weit zurückliegenden Vergangenheit wird Jeanne für ihre bevorstehende Aufgabe befragt.

Was heute geschieht

21.30.149
„Ist es okay, wenn ich jetzt erst mal vage enttäuscht bin?“
„Vollkommen akzeptabel.“
„Ich weiß auch nicht, was ich erwartet hatte.“
„Ich habe auch nicht gefragt.“
„Jeanne, weißt du, wenn man keine unterschiedlichen Tonfälle hat, kann Sarkasmus nicht gut funktionieren.“
Banja stand mit Jeanne, die dankenswerterweise ihr Licht eingeschaltet hatte, in einem riesigen, fast leeren Raum, der auf eine Art, die Banja nicht klarer einzelnen Anzeigen zuordnen konnte, den Eindruck einer Kathedrale oder einer Krypta erweckte.
Vielleicht war es vor allem sein eigenes Wissen, wie unvorstellbar lange hier schon kein lebendiges Wesen mehr gestanden hatte, zugegeben. Aber nicht nur.
Es war auch die staubige Gräue, die alles bedeckte, der Hall, der jedem Atemzug und jedem Schritt folgte, der hohe Raum über ihnen, die Dunkelheit, die nur von Jeannes Scheinwerfer im Zaum gehalten wurde, und natürlich die schiere erdrückende Leere, Stille, die harte Leblosigkeit der Wände und Objekte.
„Was ist das hier? Oder was war es?“

44.82.281
„Zeit, aufzustehen!“
„Hmm…? Ooooooohhhh muss das sein?“ Ethru zog dyx Schlafsack über xysem Kopf und rollte sich noch enger zusammen. „Gib mir noch 5 Minuter!“
„Du sagst immer 5 Minuter“, antwortete Gerf, „Und dann kommst du doch erst da raus, wenn ich dich an den Händern da raus ziehe.“
Ethru kicherte und vergrub sich noch tiefer in dyx Schlafsack.
„Du kommst nie an meine Händer!“, rief xys.
„Splot! Wenn ich will, komm ich sogar an deine Füßer!“
Gerf begann, dyx Schlafsack am hinteren Ende anzuheben, und Ethru kicherte noch lauter, während xys langsam daraus auf xyses Bett rutschte.
„Außerdem ist heute deine erste Vilotyx-Prüfung!“
Mit einem Schlag war Ethru hellwach.
„Stimmt ja! Ooooohh nein.“
„Was denn? Du freust dich da doch schon so lange drauf! Heute lernst du Banja kennen!“
„Naja ich hab Angst natürlich!“
Gerf lachte.
„Wenn du Vilotyx werden willst, musst du da durch. Aber weißt du was?“
Ethru verdrehte die Augen.
„Ja ich weiß!“
„Ich sags dir trotzdem noch mal.“
„Musst du nicht, ich weiß es doch.“
Gerf grinste xyn breit an.
„Ist mir egal. Pass auf: Ich erkenne an, dass du gerne Vilotyx werden willst, und das ist okay, und ich drück dir die Daumen, dass es klappt. Aber du musst auch anerkennen, dass alle Mitglieder der Humanity wichtig sind, und alle Aufgaben wertvoll und gut, und wir bekommen alle die Aufgaben, die am besten zu uns passen, deshalb ist jede Nachricht nach dem Test eine gute Nachricht.“
„Eigentlich“, sagte Ethru.
„Na na!“
„Ich will halt Vilotyx werden!“
„Und ich glaub auch, dass du einy tolly Vilotyx wärst, aber wenn eine andere Aufgabe besser zu dir passt, ist das noch tollyer!“
„Jaja“, murmelte Ethru.
„Ich weiß schon, dass das lustig ist, und das ist okay“, sagte Gerf, „Und ich finds auch lustig, aber ich meine es auch ernst: Es kann passieren, dass dir einyx anderyx Aufgabe zugewiesen wird, und sicher bist du dann enttäuscht, aber denk dran, dass du trotzdem wunderbar und wertvoll bist, und versuch, auch jedyx anderyx Aufgabe ernst zu nehmen. Das haben die verdient, die xyn machen, und du selbst natürlich auch.“
„Jaja.“
„Das kommt dir jetzt langweilig und besserwisserisch vor“,
„Aber wie!“,
„Und du kannst natürlich auch deine Gefühle nicht ändern“,
„Kein Stück!“,
„Aber ich wollts gesagt haben.“
„Hast du!“
„Schon gut, ich hör auf.“
„Danke!“
„Dann wasch dich jetzt und lauf!“
„Mach ich!“

22.30.149
„Also, was diese Kapitulation angeht …“
„Die Kapitulation“, sagte die Stimme, „Muss bedingungslos sein.“
„Bist du so eine Art Maschine? Eine KI wie Jeanne?“
Zu Nimues Überraschung kam ein hartes Auflachen aus dem Lautsprecher.
„Wie Jeanne …“, sagte die Stimme. „Ich weiß nicht, wie Jeanne ist. Aber ich glaube, sie hat keine Schmerzen. Das muss schön sein. Aber dafür hat sie natürlich auch keine Freude. Ich … Ich weiß nicht mehr so viel darüber, was ich eigentlich bin.“
„Du wirst doch wissen, ob du ein Mensch bist oder nicht!“
„Mit Wissen ist es ein bisschen wie mit Geld“, antwortete die Stimme. „Je mehr man hat, desto weniger … greifbar wird es. Desto weniger ist es klar abgrenzbar, und desto mehr wird es zu einem ganz eigenen Phänomen, das nur seinen Gesetzen gehorcht. Was mich zu meiner ursprünglichen Forderung zurückbringt: Ich bin nun bereit, Ihre bedingungslose Kapitulation entgegen zu nehmen.“
„Ja. Siehst du“, sagte Nimue, „Da ist unser Problem.“
„Bitte nicht“, sagte die Stimme.
„Wir sind noch nicht bereit, sie zu erklären“, sagte Nimue.
Und hörte ein Seufzen aus dem Lautsprecher.
„Bitte machen Sie das nicht.“
„Weil …?“
Nimue war nicht sicher, ob sie gleich bereuen würde, die Frage gestellt zu haben.
„Weil ich wirklich sehr ungern tun möchte, was ich tun muss, wenn Sie nicht bedingungslos kapitulieren.“
„Ich muss gar nicht fragen, was es ist, oder?“
„Es kommt mir sehr offensichtlich vor.“
„Kannst du es denn überhaupt tun?“
„Ja, und Sie glauben doch sicher ohnehin nicht, dass ich unter irgendwelchen realistisch vorstellbaren Umständen etwas Anderes antworten würde, oder?“
„Naja, du wirkst … merkwürdig offen, und ich wollte zumindest wissen, was passiert.“
„Ich hänge ein bisschen an diesem Projekt. Deshalb wahrscheinlich.“
„Welchem?“

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„Ich beginne, zu verstehen“, sagte Jeanne.
Und plötzlich wurde es hell.
Banja verstand es nicht richtig, und es war ein recht subtil verwirrendes Gefühl, denn das Licht schien nirgendwoher zu kommen. Der riesige Raum war erleuchet, aber es gab keine Lichtquelle. Es gab keine Schatten.
„Jeanne, was war das? Warum ist das passiert? Hast du was gemacht?“
In der Mitte des Raumes war ein riesiges … Objekt.
Banja hatte es im Dunkeln nicht genauer ansehen wollen, und eigentlich war es jetzt durch das Licht schlimmer geworden.
Es war ungefähr achtzehn Meter hoch, und er hatte keine Ahnung, ob es ihn mehr an eine Art Waffe oder an eine Art Teleskop erinnerte – er kannte beides vor Allem aus Videos und Bildern – und es schien … verbunden zu sein mit einer Art Lebewesen, zumindest war das der Eindruck, den Banja hatte, und er war sich wirklich nicht sicher, ob es einfach nur eine Skulptur war, die so aussehen sollte, oder eine Waffe, die so aussehen sollte, oder irgendein anderes Gerät, das nur so aussehen sollte, als wäre es mit irgendeinem Lebewesen verschmolzen, oder ob es wirklich …
Banja wandte den Blick ab.
Er sah zu viel, seit die Fremden ihn verändert hatten, und dies war kein guter Moment, um zu viel zu sehen.
„Ich habe erweiterten Zugang zu der Steuerung der Anlage erlangt“, sagte Jeanne. „Dies ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Die gewonnenen Möglichkeiten werden es mir erheblich erleichtern, Hindernisse zur Erreichung der Missionsziele zu beseitigen.“

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„Was machen Sie?“, fragte die Stimme aus dem Lautsprecher. „Was … Was machen Sie da? Machen Sie das nicht!“
„Was? Ich hab keine Ahnung, wovon du redest“, antwortete Nimue wahrheitsgemäß.
„Sie müssen sofort aufhören! Sie müssen bedingungslos kapitulieren, wirklich.“
„Den Teil habe ich verstanden, aber ich versprech dir, ich mache im Moment auch gar nichts.“
„Sie müssen augenblickli“
„Was? Hallo?“
Nimue klopfte auf den Lautsprecher, aus dem nichts mehr kam als ein leises Rauschen.
„Was ist denn? Hallo? Sag doch was!“
Als sie die Erschütterungen spürte und die Schreie von draußen hörte, war sie sich ziemlich sicher, dass die Verbindung nicht durch einen technischen Fehler oder irgendeine Störung abgerissen war.
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„Und was ist das jetzt?“, rief Banja, als der Boden zu Beben und Staub, Eis und hier und da auch Gesteinsbrocken von oben herabzufallen begannen.
„Ein Angriff“, erwiderte Jeanne. „Ich bin noch dabei, Details der Funktionsweise der Sensoren und Abwehrvorrichtungen herauszufinden, die zu dieser Anlage gehören.“
„Es gibt Abwehrvorrichtungen?“, fragte Banja.
„Ja.“
Ihm war klar, dass es keine nützliche Bemerkung war, aber er hatte sein ganzes Leben lang so vieles nicht nützlich gefunden, was Jeanne gesagt und getan hatte, dass es ihm verzeihlich vorkam:
„Kannst du bitte so schnell wie möglich mehr über ihre Funktionsweise herausfinden, idealerweise bevor der Angriff ernsthaften Schaden anrichtet und wer greift uns eigentlich an?“
Er hatte natürlich eine schreckliche Vermutung, und er war nicht unbedingt in Eile, sie bestätigt zu bekommen, aber er war auch nie ein Freund von Ungewissheit gewesen.
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Jole hörte zuerst den Schrei. Sofort stürzte xier nach draußen. Zum Glück trug xier noch den Thermoanzug und musste nur den Gesichtsschutz überziehen.
„Whoa…“
Xieser erster Gedanke, noch bevor xier verarbeitet hatte, was überhaupt geschah, war, wie wunderschön es war.
Der Himmel brannte.
Natürlich dauerte es nicht lange, bis das in den reflektierteren Teil xieses Gehirns durchgedrungen war und xier verstand, dass das kein gutes Zeichen sein konnte.
Normalerweise war der Himmel über Last Hope sehr langweilig eisgrau, passend zum Rest des Planeten, manchmal waren cirrus-ähnliche Wolkenstrukturen zu erahnen, aber mehr Abwechslung hatte Jole bisher nicht erlebt.
Nun war der Himmel leuchtend rot und orange mit gelben Wirbeln, Streifen und flirrenden bläulichen Lichtern. Und die nur vom Heulen des Windes beeinträchtigte Stille war einem tiefen, dröhnende Grollen gewichen.
Wäre Jole religiös gewesen, xier hätte wohl gedacht, das Jünste Gericht wäre angebrochen. Da Jole nicht religiös war, sprang xier zu einer näher liegenden Erklärung.
„Sie haben uns gefunden!“, rief xier. „Deckung! Alle in Deckung! Last Hope wird angegriffen.“
Aber xier schaffte es nicht einmal selbst, sich an xiesen eigenen Rat zu halten. Auch Jole stand erstarrt vor xieser Kapsel und gaffte mit offenem Mund in den brennenden Himmel und sah, die herab stürzenden …
„WHOA!“
Ein blaues Glühen, halb wie ein Nebel, halt wie eine Gewitterfront, stieg vom eisigen Boden dem Feuer entgegen.
„Die Entscheidung ist sehr einfach“, sagte eine dunkle Stimme aus dem Lautsprecher xieses Helmes. „Sie kapitulieren, oder Sie sterben.“
„Ist das … dieselbe Person, die mit Nimue verhandelt hat?“
„Es gibt nichts zu verhandeln“, sagte die Stimme, „Und die Frage, ob es eine Person gibt, ist zu kompliziert, um sie in der kurzen Zeit zu erörtern, die Ihnen noch bleibt. Sind Sie bereit, die Kapitulation Ihrer Siedlung zu erklären?“
Jole lachte.
„Ja, klar, jederzeit, aber es hätte keinerlei Wirkung, weil immer noch Kentub der Kapitän ist.“
„Keineswegs“, antwortete die Stimme. „Ich würde Ihre Kapitulation akzeptieren.“
„Was? Wieso keineswegs, was soll das heißen?“
„Kentub ist verstorben. Denken Sie daran, was ich über kurze Zeit gesagt habe.“
„Kentub ist … Oh. Wie? Was ist …? Wie wenig Zeit genau ist das denn, die wir haben?“
„Zwei Minuten und 51 Sekunden. Aber wer zählt das schon? Ich. Ich zähle das. Sehr präzise. Und wenn es abgelaufen ist, werde ich Ihre Siedlung zerstören.“
„In der Zeit hättest du mir sagen können, was mit Kentub pass-“
„Die Ureinwohnerinnen haben ihn getötet und verzehrt, und ich hoffe, Sie empfinden es als ein positives, vertrauenerweckendes Zeichen, dass ich nicht einfach behauptet habe, Nimue hätte ihn getötet, was ich in Betracht gezogen habe.“
„… danke. Schätze ich. Weißt du, was ich als vertrauenerweckendes Zeichen sehen würde? Wenn du uns nicht allen damit drohen würdest, uns auszulöschen? Das fänd ich positiv!“
„Eine Minute und 18 Sekunden.“
Jole seufzte.
„Okay. Zu welchen Bedingungen würdest du uns denn kapitulieren l-“
„Die Kapitulation muss bedingungslos sein.“
„Ich dachte mir so etwas.“
„28 Sekunden.“
„Du willst uns nicht zerstören, sonst würdest du nicht verhandeln. Du brauchst uns. Für irgendwas. Ich weiß es nicht, aber da ist irgendetwas, deshalb gebe ich nicht nach, bis du mir eine echte Verhandlung anbietest.“
„Vier. Drei. Zwei.“

66.82.281
„Hallo. Ich bin Banja.“
„Wow!“
Banja lachte.
„Was?“, fragte Ethru. „Du bist ein… einer? Das ist dein Pronomen, oder?“
Banja nickte.
„Du bist einer von den Ewigen! Darf ich nicht beeindruckt sein?“
Banja zuckte die Schultern.
„Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass es trotzdem aus meiner Perspektive … ein bisschen peinlich ist.“
„Ja… Wahrscheinlich. Aber … Du bist einer von den Ewigen!“
„Es waren gerade mal 80 Jahre. Ich wär vielleicht sogar noch am Leben, wenn ich unverändert wäre.“
„Unwahrscheinlich. Und du würdest ganz sicher nicht mehr so jung aussehen.“
Banja seufzte.
„Ich weiß. Naja. Kommen wir zur Sache, hm? Du willst also Vilotyx werden?“
Ethru nickte eifrig.
„Ich will der Ewigen Herrscherin dienen und ihr helfen, die Sied… Was?“
Banja tat sein Bestes, um wieder ein einigermaßen freundlich-professionelles Gesicht aufzusetzen.
„Nenn sie nicht so. Das ist so gruselig!“
„Wie soll ich sie nenen?“, fragte Ethru.
„Sie heißt Jeanne. Benutz einfach den Namen.“
„Das … fühlt sich komisch an.“
„Du kannst auch einfach ‚Sie‘ sagen. Und hör am besten überhaupt auf mit dem heroischen Framing.“
„Aber wir beschützen die Siedlung vor den Völkern! Wir kämpfen an der Seite der Ewi… von Jeanne gegen ihre Versuche, unsere Verteidigung zu manipulieren! Wir wehren die Versuche der Verräter*innen ab, unser System zu infiltri-“
„Ich hab dich um eine Sache gebeten, Ethru“, unterbrach xyn Banja. „Eine Sache. Willst du vielleicht noch mal drüber nachdenken, die für mich zu tun?“
Ethru blickte beschämt zu Boden.
„Ich dachte nur … Es tut mir leid. Ja, gerne, natürlich. Ich verstehe.“
Banja lachte auf.
„Das glaube ich dir noch nicht ganz. Aber ich weiß auch nicht, ob ichs dir wünschen soll.“
„Das verstehe ich jetzt wirklich nicht!“
„Ja“, sagte Banja seufzend. „Kannst du wahrscheinlich nicht. Ich drück dir die Daumen. Glaube, dein Job wird einfacher, wenn es dabei bleibt.“
„Ich hatte mir das alles anders vorgestellt.“
Banja lachte noch einmal, diesmal etwas länger.
„Willkommen im Club.“
„Heißt das, ich bin drin??“
Ein Kopfschütteln, ein Zwinkern.
„Nein. Aber wir schauen jetzt mal. Ich glaube, du hast gute Chancen. Sind deine Implantate bereit?“
„Ja, aktiviert!“
„Wunderbar. Dann … Schließ die Augen, und denk an einen Ort, kalt, und voller Schnee.“

12. November 2058
„Warten Sie bitte hier draußen“, sagte die Präsidentin zu ihrer Secret-Service-Gruppe. Die Agent*innen nickten.
Die Tür öffnete sich vor ihr, und gab den Blick frei auf das supergekühlte Gewirr aus Kabeln, Drähten und Schläuchen frei, in das Jeanne zurzeit noch gewickelt war.
Sima war dabei gewesen, als sie das Design des Chassis der KI besprochen hatte, aber jedes Mal, wenn sie den ameisenhaften Unterbau mit den zwar daraus heraus ragenden grob menschenförmigen Torsi mit ihren Kameras sah, konnte sie nur zu dem Ergebnis kommen, dass das Ergebnis eigentlich nicht weniger genannt werden konnte als grotesk.
Warum sie trotzdem darauf bestand, immer wieder das Labor aufzusuchen, in dem dieses groteske Gestell aufbewahrt wurde, konnte sie selbst auch nur erraten. Irgendetwas an diesem Ding, an dem die ganze Mission hängen sollte, und das als einziges Besatzungsmitglied von ihrem Start bis zum erhofften Erfolg und, wenn alles gut ging, noch weit darüber hinaus, alles mit erleben und festhalten würde, faszinierte sie. So gesehen doch verständlich.
„Hallo, Jeanne!“, sagte Sima. „Wie fühlt es sich an, da drin zu sein?“
„Ich glaube nicht, dass ich Ihre Frage auf eine für Sie bedeutungsvolle Weise beantworten kann“, sagte die Maschine. „Ich bewerte mein Chassis als zweckmäßig.“
Sima grinste.
„Natürlich tust du das.“
Sie trat näher an die Maschine heran und betrachtete nachdenklich das matt im kalten Laborlicht schimmernde Metall und die Linsen der auf sie gerichteten Kameras. Die Geschützlafetten auf den Torsi.
Seufzend legte sie eine Hand auf das Metall. Aus irgendeinem Grund hatte sie selbst erfahren wollen, wie es sich anfühlte. Einfach wie matt gebürstetes Metall, natürlich.
„Bald geht es los“, sagte sie. „Pass gut auf sie auf.“ Mit einem leisen Lachen fügte sie hinzu: „Auf uns auf. Du hast dann vielleicht alles, was von uns übrig ist.“
„Es ist meine Mission“, antwortete die Maschine.
Auf sonderbare Weise hätte sie viel weniger fremd gewirkt, wenn sie kälter gesprochen hätte, statt in dem professionell-freundlichen Call-Center-Tonfall, den Jerry Martinez ihr verliehen hatte. So fühlte Sima sich wie eine lästige Kundin, die irgendetwas Unpassendes gesagt hatte, wann immer Jeanne ihr antwortete.
„Ich weiß, es ist für dich wahrscheinlich schwer zu verstehen, aber ich hänge an der Menschheit. Gib dein Bestes, ja?“
Unwillkürlich schreckte Sima zurück, als die Kameras sich ein wenig drehten und die Maschine einen Schritt zurück trat. Jeanne bewegte sich auf eine unnatürlich … glatte Art, eleganter als ein Mensch sich jemals hätte bewegen können, weil jeder Schritt vom ersten bis zum letzten Moment kalkuliert war.
„Ich kann nicht anders, Präsidentin Sima.“
Die Präsidentin lächelte.
„Ich weiß. Aber wir sind komisch. Ich wollte es dir trotzdem sagen, und ich wollte es von dir hören. Wer weiß, was noch auf dich zukommt. Aber ich weiß jedenfalls, dass ich dich nie wiedersehe, deshalb … Gib dein Bestes.“
„Ich kann nicht anders, Präsidentin Sima.“
Sie lachte noch einmal auf.
„Ja“, sagte sie. „Ich weiß. Ich bin froh drüber. Danke!“
Sie drehte sich um und ging, und fühlte sich dabei sehr albern, war aber gleichzeitig sehr froh, dem Impuls nachgegeben zu haben.

52.82.281
Jole war sich darüber im Klaren, dass das natürlich nur xyse eigene, völlig subjektive Einschätzung war, und denklogisch nichts anderes sein konnte, aber dem Gefühl nach konnte Jole auf eine Art, die sich beinahe genauso zwingend anfühlte, nur zu dem Ergebnis kommen, dass das, was die Legion mit Sima gemacht hatten, nicht anders genannt werden konnte als grotesk.
Warum die Präsidentin darauf bestand, trotzdem Gespräche in persönlicher Begegnung stattfinden zu lassen, konnte Jole nur erraten. Natürlich hatte xier gefragt, aber die Legion waren nicht daran interessiert, auch nur den Anschein von Transparenz oder einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu erzeugen.
Die Tür öffnete sich vor xiem, und gab den Blick frei auf das supergekühlte Gewirr aus Kabeln, Drähten, noch halbwegs erkennbaren und einfach nur bizarren organischen Komponenten und matt metallisch (und erstaunlich regenbogenschillernd) glänzenden formgebenden Rahmenelementen, das mutmaßlich einmal ein menschlicher Körper gewesen war. Nichts davon bewegte sich, natürlich, es war ja supergekühlt.
Und Jole konnte nicht nur deshalb nicht einmal in die Nähe Simas kommen.
Deshalb gab es auch keinerlei Interaktion, die nicht genausogut auch remote möglich gewesen wäre.
Es gab einen Monitor, auf den Sima Smileys projizieren konnte – ja, wirklich, ganz einfache Emotionssymbole aus Strichen und Punkten – und von dem Jole keine Ahnung hatte, ob er ein Kopfnicken in Richtung der Notwendigkeit einer Sinngebung für persönliche Treffen darstellte. Es hätte keinen Sinn ergeben, weil natürlich auch das völlig problemlos remote gegangen wäre. Aber Jole war noch nicht überzeugt, dass das, was für xien Sinn ergab, in irgendeiner Weise ein … nun ja, sinnvoller Maßstab für das Verhalten der Legion war.
„Hallo, Jole.“
Auf dem Monitor erschien der lächelnde Standard-Smiley, schwarz auf gelbem Hintergrund.
Die Stimme hallte in dem viel zu großen Raum. Jole wusste nicht, ob prinzipiell irgendwo ein Lautsprecher entdeckbar gewesen wäre, aber jedenfalls hatte sie noch keinen gefunden.
„Hallo.“
„Wie fühlt sich die Luft an?“
„Sie ist kalt, Sima.“
So etwas wie ein Seufzen erklang, und ließ einen sehr unerfreulichen Schauer durch Joles Körper laufen.
Kurz blitzte ein Smiley mit geschlossenen Augen und offenem Mund auf.
„Spürst du einen Strom?“
Ein Fragezeichen erschien auf dem Monitor.
„Ja, ein … bisschen“, antwortete Jole.
Die Fragen waren jedes Mal dieselben, aber Jole war trotzdem jedes Mal auf die genau gleiche Weise ratlos, was xier antworten sollte.
„Die Klimaanlage“, sagte xier, „hat einen Auslass ziemlich direkt über mir. Das hast du doch sicher mit Absicht so konstruiert, oder?“
„Kannst du mich sehen?“
Wieder der lächelnde Standard-Smiley.


„Ja“, antwortete Jole schließlich.
Xier hatte auf unangenehme Art herausgefunden, dass es keinen Zweck hatte einen Geduldswettstreit mit Sima zu versuchen.
„Wie empfindest du meinen Anblick, Jole?“
„Ich habe noch nie etwas so Scheußliches gesehen, außer als ich das letzte Mal hier war. Und das Mal davor.“
Wieder das grauenvolle Seufzen, das Jole womöglich sogar als lasziv gehört hätte, wenn xier es sich selbst erlaubt hätte, in diese Richtung zu denken.
Jole war sehr, sehr entschlossen, niemals in diese Richtung zu denken.
Xier schaute nicht auf den Monitor.
„Riechst du irgendetwas?“
„Nein, gar nichts. Für mich riecht die Luft hier genau so neutral wie sonst überall an Bord. Außer vielleicht manchmal ein kleines Bisschen nach … irgendeinem Schmiermittel vielleicht? Kann es nicht genau einordnen.“
„Gut, Jole. Danke für deine Antworten, Jole. Sie bedeuten mir viel, Jole.“
Jole atmete tief durch.
„Warum hast du mich gerufen?“
„Wir müssen den Plan ändern.“
„WAS?“
Jole war zum ersten Mal seit vielen Jahrzehnten wirklich überrascht.
„Wie meinst du?“
Jetzt war jedenfalls wieder oder noch der Standard-Smiley auf dem Monitor.
„Es funktioniert nicht. Seit es begonnen hat, gelingt es mir nicht, einen echten Vorsprung zu erarbeiten. Wir greifen an – Jeanne aktiviert die Abwehr der Alten. Ich finde einen Weg, die Abwehrsysteme der Alten zu manipulieren – Jeanne neutralisiert meine Angriffe. Ich werde stärker als Jeanne – Jeanne vergrößert ihre Kapazität mit den Vilotyx. Ich finde einen Weg, noch stärker zu werden – Jeanne rekrutiert mehr Vilotyx. Ich verbessere unser System weiter – Jeanne und ihre Vilotyx verstärken die Firewall. Ich kann unsere Systeme nicht schnell genug weiter entwickeln. Deshalb habe ich einen neuen Ansatz gewählt.“
„Warum jetzt? Das geht jetzt seit -“
„Weil jetzt der richtige Zeitpunkt war, Jole.“
„Natürlich.“
„Natürlich.“
Jole seufzte.
„Was ist dein Plan, Sima?“
„Es ist zu früh, um ihn ganz zu offenbaren. Aber du musst den ersten Schritt kennen.“
Ein Smiley mit geschlossenen Augen, gehobenen Brauen und einem kleinen, ruhigen Lächeln.
„Ich sterbe vor Spannung.“
„Du wirst auf Last Hope zurückkehren.“
„Ich hätte lieber noch ein bisschen mit der Spannung gelebt.“
„Keine Sorge“, sagte Simas Stimme, während ein Smiley mit zusammengekniffenen Augen und einem breiten Grinsen erschien. „Du gehst nicht allein.“

29. November 2058
Sima stand auf, als die Zellentür sich wieder öffnete. Da waren wieder die beiden Frauen in den Anzügen. Die vom ersten Kontakt.
„Guten Abend, Präsidentin“, sagte die linke von ihnen.
Sima nickte ihnen zu.
„Es ist soweit“, sagte die Rechte.
„Ich weiß“, antwortete Sima.
„Ihre Mission beginnt“, sagte die linke.
„Wie fühlt es sich an, da drin zu sein?“, fragte Sima. „Was seid ihr? Seid ihr noch da drin? Haben sie euch verändert, oder seid ihr nur noch Hüllen für die Legion?“
„Es ist Ihre Mission“, sagte die rechte Frau.
„Sie werden Ihr Bestes geben“, sagte die linke.
Sima lachte.
„Ich habe immer noch keine Ahnung, was ihr eigentlich von mir wollt. Aber ich will nicht.“
„Sie können nicht anders, Präsidentin Sima“, sagte die linke Frau.
„Es ist Ihre Mission“, sagte die rechte.
„Ich weiß. Aber wir sind komisch.“
Sie holte aus und versetzte erst der rechten und dann der linken Frau eine schallende Ohrfeige. Ihre Hand tat danach fürchterlich weh, aber sie widerstand der Versuchung, sie zu massieren, oder sich etwas anmerken zu lassen.
Die beiden Frauen standen natürlich einfach da, als wäre nichts geschehen. Ihre Wangen wurden nicht einmal ein bisschen rot.
„Sie können nicht anders, Präsidentin Sima.“
Sie lachte noch einmal auf.
„Ja“, sagte sie. „Ich weiß.“
Die beiden drehten sich um, und Sima folgte ihnen, und fühlte sich dabei sehr albern, war aber gleichzeitig sehr froh, dem Impuls nachgegeben zu haben.

 

Lesegruppenfragen

  1. Und wie fandet ihr es jetzt so insgesamt?
  2. Mögt ihr offene Enden? Warum oder warum nicht?
  3. Habt ihr halbwegs verstanden, was lost ist?
  4. Wollt ihr mit entscheiden, was ich als Nächstes schreibe?

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