What Rough Beast (22)


Ja, auch wenn es ein bisschen mühsam läuft und wir viele Mitspielenden verloren haben, geht es noch weiter, und ich dachte, dann veröffentlich ich das auch.

Viel Spaß!

Melanie schlägt vor, zu schlafen/ein bisschen Zeug zusammenzusuchen (irgendjemand sollte wahrscheinlich ja eh wachbleiben wegen Wache), und dann morgen früh mal rausgucken und aufzubrechen versuchen, wenn das realistisch ist.
Katharina ist furchtbar müde und will nur noch schlafen, bietet aber an, in ein paar Stunden die Wache zu übernehmen.
„Ich kann die erste Wache übernehmen“, bietet Desmond an.
Melanie bedankt sich und zeigt den anderen die Zimmer ihrer Mitbewohner*innen und die Klappcouch im Wohnzimmer. „Sie kennen sich ja schon aus.“ sagt sie ironisch zu Spiridon.
Dann verzieht sie sich in ihr Zimmer mit der Ankündigung, in zwei Stunden für die zweite Wache wieder rauszukommen.
Es vergeht nur eine knappe halbe Stunde, und niemand ist eingeschlafen, als die Erde zu beben beginnt. Zuerst ist es nur ein leichtes Zittern, das man vor allem am Klirren des Geschirrs in den Schränken merkt, dann wird es mehr, und mehr, untermalt von einem deutlich hörbaren Dröhnen. Das ganze Haus wackelt, Vasen fallen auf den Boden und zerbrechen, irgendwo kippt ein Schrank um, und von draußen durch die Fenster scheint ein rötliches Licht, das immer heller wird, bis es in den Augen weh tut.
Und dann ist plötzlich alles vorbei. Das Beben hört auf, es kehrt Stille ein, und es ist wieder dunkel.
Spiridon späht durch eines der Küchenfenster hinaus.
„Der Himmel ist wieder da“, sagt er.
Melanie geht zu ihm und schaut auch aus dem Fenster. „Das ist … gut, oder?“
„Wahrscheinlich schon?“, vermutet Katharina, die der Lärm aus dem Zimmer getrieben hat, in das sie sich zurückgezogen hatte. Sie tritt an ein anderes Fenster und späht, ein heftiges Gähnen unterdrückend, nach draußen. „Irgendwelche Monster zu sehen?“
„Keine erkennbaren“, antwortet er, und eure Wahrnehmung ist die gleiche.
Sehr wohl zu sehen ist allerdings die schreckliche Verwüstung, die die letzte Nacht hinterlassen hat. Manche Häuser, wie das, in dem ihr euch befindet, stehen noch, aber viele sind beschädigt, manche komplett zerstört. Die dörfliche Vorstadt da draußen sieht aus wie diese schrecklichen Bilder und Videos, die ihr sonst nur aus Fernsehnachrichten aus Ländern kennt, vor denen das Auswärtige Amt euch immer gewarnt hat. Immerhin ist das Wetter ganz schön: Zwar seht ihr einzelne weiße Wolken am Himmel, aber die Sonne scheint, und der Großteil des Himmels ist bilderbuchblau.
Über einem Zaun hängt buchstäblich ein regloser, mutmaßlich menschlicher Körper, oder was davon übrig ist. Mitten auf der Straße liegt eine braun getigerte Katze, von der ihr zunächst aufgrund des sonstigen Gesamteindrucks auch annehmt, sie wäre tot, aber dann streckt sie sich und dreht sich auf den Rücken. Sie scheint nicht einmal verletzt zu sein.
Melanie schluckt.
„Okay. Das sieht aus, als… könnte man da raus. Es sieht nicht aus, als wollte man, aber das hilft ja auf Dauer nichts.“
„Grundsätzlich ja. Aber jetzt noch nicht.“, entgegnet Katharina. „Nicht, bevor wir nicht alle ein paar Stunden Schlaf hatten.“ Sie macht sich auf den Weg in das Zimmer, in das sie sich zurückgezogen hatte.
Ihr könnt ungestört durchschlafen, und als ihr erwacht, hat sich draußen nicht viel verändert. Nur die Katze liegt nicht mehr da, stattdessen sitzt im Garten vor dem Haus eine froschähnliche Kreatur von der Größe eines durchschnittlichen Hausschweins.
Katharina ist ausgeschlafen und etwas rastlos. In Ermangelung einer besseren Beschäftigung geht sie in die Küche, um sich einen Tee zu machen.
Melanie wacht von den Geräuschen in der Küche auf. Als ihr Versuch, nochmal einzuschlafen, damit die Realität wieder verschwindet, gescheitert ist, steht sie auf und versucht ihren Rücken mit ein paar Dehnungen zum Funktionieren zu bringen.
Dann fängt sie an, alles, was sie für einen Ausflug ins postapokalyptische Chaos brauchen könnte, in ihren Rucksack zu sammeln.
„Gibt es irgendwas, das wir als Waffe benutzen können?“, fragt Desmond
Katharina, die Desmond nicht kommen gehört hat, zuckt erschrocken zusammen und kann gerade noch so ihren Tee festhalten. „Ich mache mir ja eher Sorgen um Vorräte. Und so etwas wie eine Reiseapotheke wäre sicher auch nicht schlecht.“
„Ich habe Verbandmaterial und verschiedene medizinische Vorräte in meinem Auto“, sagt Spiridon. „Lebensmittel habe ich aber kaum. Waffen habe ich auch. Nicht genug. Aber wann hat man schon genug Waffen?“
Sein Lächeln ist nicht besonders breit und ein bisschen angespannt, aber es ist ein Lächeln.
„Gibt es hier in der Nähe einen Supermarkt oder etwas in der Art?“, fragt Katharina, an Melanie gerichtet.
Melanie guckt nachdenklich aus dem Fenster. „Ja, zwei Straßen weiter ist ein Aldi, und dann gibt es das große E-Center beim Kreisverkehr. Keine Ahnung, wie es da jetzt aussieht. Im Keller haben wir Äpfel und Kartoffeln, und ganz viel komische Marmelade von Andrea, der kocht viel mehr, als wir essen können. Und wer sich mit einem Küchenmesser bewaffnen will, kann das natürlich gerne tun, ansonsten haben wir nicht so viel. Ein bisschen Werkzeug, irgendwo auch noch eine gammelige Campigausrüstung aus den Neunzigern…? Und Erste-Hilfe-Kasten, so Zeug.“
Desmond fragt: „Wie lange sind wir unterwegs? Beziehungsweise wie lange wären wir unter normalen Bedingungen unterwegs?“
Er stellt sich eine gammelige Campingausrüstung vor.
Katharina ebenfalls, und rümpft kurz die Nase. „Erste-Hilfe-Kasten klingt gut.“, sagt sie dann. „Der Aldi… ebenfalls. Wir sollten dort nachschauen, ob es Konserven gibt, die wir einpacken können. Oder Nudeln. Kekse. Was auch immer.“ Beim Gedanken an Aldi-Dosensuppen wird ihr ein bisschen anders, aber dies scheint ihr kein guter Zeitpunkt, um wählerisch zu sein.
Melanie kramt den Erste-Hilfe-Kasten aus einem Schränkchen im Flur und stellt ihn auf den Küchentisch. Nach kurzem Zögern legt sie tatsächlich zwei größere Küchenmesser dazu, und ein paar Päckchen Ramen.
„Okay. Was brauchen wir noch?“
„Ich hätt gern eins von den Küchenmessern, man weiß ja nie“, sagt Frida.
„Wir haben keine Vorstellung, wie die neuen Regeln funktionieren“, sagt Spiridon. „Aber wahrscheinlich sollten wir vorsichtig damit sein, anzunehmen, dass sie wie die alten sind.“
Jack sitzt am Küchentisch und tippt etwas auf seinem Handy.
„Die Netze funktionieren wieder?“, fragt Katharina verblüfft.
„Toilettenpapier“, antwortet Desmond auf Melanies Frage.
„Eine Straßenkarte oder etwas in der Art“, ergänzt Katharina.
Melanie verschwindet und kommt mit einer fast vollen Packung Klopapier und einem Schuhkarton mit verstaubten Landkarten wieder. „Hier ist ein Set mit ADAC Straßenkarten von 2004. Hmm…. Jack, geht Google Maps? Geht GPS? Kann man Karten runterladen?“
„Nicht so richtig“, antwortet er. „Das ist … alles sehr strange hier. Aber GPS geht noch, und ich habe eine Offline-Karte von Deutschland lokal, noch können wir also navigieren.“
„Ich traue der Kröte nicht“, sagt Frida.
„Wir sollten der Kröte nicht trauen“, stimmt Spiridon ihr zu.
„Naja, solang es Strom gibt, ist das sicher nicht schlechter als veraltete Papierpläne, aber wir können ja beides mitnehmen. „
Melanie legt die Straßenkarten zu den anderen Sachen auf den Tisch und holt eine große Reisetasche.
„Was noch? Habt ihr okaye Klamotten an?“ Melanie wirft eine Fleecedecke und eine Regenjacke in die Tasche und packt die anderen gesammelten Sachen dazu.
Katharina schaut bedauernd auf ihren grauen Rock aus gekämmter Merinowolle und die Pumps der Sorte „Praktisch und ein bißchen elegant, aber nicht sehr“ , die eindeutig Spuren der letzten Nacht aufweisen. Eigentlich ein Wunder, dass sie damit überhaupt einen Monsterangriff überstanden hat. „Meine Klamotten sind definitiv nicht okay. Es tut mir wirklich leid, aber können Sie aushelfen? Das ist keine Frage, die ich gern stelle, aber vielleicht findet sich bei Ihren Mutbewohnern etwas?“
„Meine Kleidung ist okay“, sagt Spiridon.
„Sind Sie sicher?“, fragt Frida.
„Ja“, antwortet er.
„Na ich weiß ja nicht.“
„Alles okay“, sagt Jack, bevor der Austausch weiter eskalieren kann.
Melanie mustert Katharina. „Ich denke, Katjas Sachen sollten Ihnen einigermaßen passen. Katjas Zimmer ist da hinten links…“ Sie zögert. „ich glaube, es ist okay und sinnvoll, dass wir uns alles …ausleihen, was unsere Chancen erhöht.“
„Danke!“, erwidert Katharina und geht in das Zimmer. Vor dem Kleiderschrank zögert sie , öffnet dann aber doch die Tür und mustert die Auswahl.
In dem Schrank findet Katharina nicht unbedingt Kleider, die ihrem Geschmack entsprechen, alles etwas zu bunt und alternativ für sie, aber passen sollten sie schon einigermaßen.
Nach einigem Hin und Her entscheidet sie sich für eine Cordhose – bunt, aber stabile Qualität – und ein immerhin einfarbiges Oberteil. Sicherheitshalber packt sie noch ein paar wenige warme Sachen ein.
Jack ruft etwas in der Küche.
„Wie bitte?“, ruft Katharina über einen Armvoll sehr bunter Sachen zurück.
Jack ist aufgestanden und hält euch ganz aufgeregt sein Mobiltelefon hin: „Hier, seht ihr das?? Facebook Messenger! Den hab ich nicht mal installiert!“
Auf dem Bildschirm seht ihr eine Nachricht von jemandem namens Ongendi Mak: „Hallo Jack! Brauchst du Hilfe?“
Das Profilbild der Person ist weiß.
(Also nicht ein Mensch mit heller Haut, sondern einfach komplett weiß.)
„Huch, also Sie kennen diese Person gar nicht? Woher weiß die dann… Wie kommt der Messenger… Naja, eigentlich lohnt es sich gar nicht, sich über kleinere Sachen zu wundern, oder?“ Melanie lacht trocken. „Klar brauchen wir Hilfe!“
„Ja gut“, sagt Jack, „Aber … Wollen wir das hier und jetzt dahin schreiben? Weil …“
„Ich wäre da vorsichtig“, sagt Spiridon. „Ja, vielleicht ist die Nachricht ja von der Kröte!“, ruft Frida dazwischen.
„Vielleicht“, murmelt Spiridon.
„Kommt mir nicht koscher vor“, sagt Katharina. „Der letzte, der uns wirklich helfen wollte, weiß doch, wie er uns findet. Und was wir genau wissen wollen.“
„Naja, es scheint ja eh schon fast alles über uns zu wissen… Vielleicht fällt bei einem Austausch ein bißchen Information für uns ab?“ meint Melanie.
„Oder wir geben unabsichtlich etwas preis, was uns schadet“, gibt Katharina zu bedenken.
Jack schaut nachdenklich auf das Gerät.
„Und … wir könnten ja erst mal ganz Harmloses schreiben? Wer ist da? Oder verrät das auch schon zu viel??“
Er schaut fragend in die Runde.
„Ich habe keine Ahnung von der Technik.“, gesteht Katharina. „Könnten wir mit einer Antwort unseren Standort verraten?“
Melanie blickt fragend zu Jack, murmelt aber: „Ich denk ja echt, das … Ding weiß eh schon alles über uns…“
„Also, zumindest kann es unseren Standort entweder sowieso irgendwie ermitteln, falls zum Beispiel ein Trojaner auf dem Device ist, oder nicht, aber ob ich in einem Messenger antworte, spielt keine Rolle.“
„Es sei denn, du schickst deinen Standort“, sagt Frida.
Jack sieht sie mit einem Gesichtsausdruck an, der erkennen lässt, dass er sich fragt, ob sie ihn gerade verschaukelt, oder tatsächlich der dümmste Mensch auf der Welt ist.
„Antworten Sie einfach“, sagt Spiridon.
„Am besten erst mal fragen, wer da ist.“, schlägt Katharina vor.
Melanie nickt.
„Und dann, was genau hier los ist. Dann können wir vergleichen mit dem, was das andere Ding gesagt hat.
„Gute Idee!“, erwidert Katharina.
‚Wer ist da?‘, tippt Jack, sieht sich noch einmal kurz um und drückt auf den Sendepfeil, als niemand ihn aufzuhalten versucht.
‚Typing‘ erscheint fast sofort unter seiner Nachricht.
„Was soll uns die Frage helfen?“, fragt Spiridon.
„Es ist zumindest ein höflicher Gesprächseinstieg, oder?“, fragt Desmond zurück.
Und dann erscheint auch schon die Antwort: ‚Wir sind viele! ;’D‘
Melanie guckt verwirrt. „Warum weinen sie?“

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