Tausend Jahre sind ein Tag.


Und vor diesem Hintergrund ist es dann ja gar nicht mehr weiter erwähnenswert, dass seit dem Abschluss der Abstimmung über das glückliche Fragment, das eine ganze Geschichte werden darf, schon rund drei Wochen vergangen sind, oder?

Aber es gab dafür sogar sowas wie einen Grund, und heute ist es jedenfalls schließlich so weit! Ich präsentiere den Sieger der Abstimmung …

[Trommelwirbel, aufgeregtes Geraschel und Gemurmel im Publikum.]

Generationenschiff!

[Eisiges Schweigen im Publikum, das langsam aufgebrachtem Gemurmel weicht, welches zunehmend anschwillt. Erste Pfiffe werden laut. Einzelne beginnen, ihren Unmut durch laute Beschimpfungen zu äußern.]

Ja.

Jaaa, ich weiß.

Da steht, dass eine andere Geschichte gewonnen hat.

Aber seht mal, die Lage ist die, wie ich bereits erläutert hatte:

“Der Fahrer des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen” hat mit einem Vorsprung von zwei Stimmen eindeutig gewonnen. Ich hatte angekündigt, es damit zu versuchen, falls sowas passiert. Das werde ich auch tun, wenn es wirklich euer Wunsch ist.
Nur glaube ich außerdem nicht, dass dieses Ergebnis tatsächlich den Wunsch der Mehrheit der Leser entspricht, denn die Stimmen kamen alle ziemlich auf einmal in einem sehr kurzen Zeitraum, und wir wissen alle, dass es nicht besonders schwer ist, eine cookiebasierte Sperre für Mehrfachabstimmungen zu umgehen. Näher überprüfen kann ich das nicht, soweit ich die technischen Details von WordPress überblicke, aber es sieht halt schon danach aus, als hätte mir da jemand einen Streich spielen wollen.
Ich neige deshalb dazu, Türchen Nummer 9 zu disqualifizieren und den Sieg an Türchen Nr. 15 “Generationenschiff” zu vergeben. Nicht ganz uneigennützig, zugegeben, aber ich bilde mir schon ein, dass diese Entscheidung gerechtfertigt ist.

Und so sehe ich das heute auch noch.

Ihr dürft euch also auf eine Science-Fiction-Geschichte von mir freuen, mit Raumschiffen, dem Weltuntergang, Siedlern, einer Meuterei, und mit Jeanne, oder so ähnlich jedenfalls. Diese Geschichte wird voraussichtlich im Laufe ihrer Entstehung hier als Fortsetzungsroman erscheinen, was euch die Möglichkeit ergibt, mir quasi live on tape bei der Arbeit zuzusehen und mich sogar dabei zu beeinflussen, und das völlig kostenlos und mit der Option, jederzeit auszusteigen.

Ein Traum, oder? Aber da muss doch auch ein Haken dabei sein.

Ja, schon. Zwei sogar.

Der erste besteht darin, dass ich noch nicht sagen kann, wann genau es los geht. Ich arbeite gerade noch an einem anderen Projekt, das ich vielleicht erst abschließen will, und außerdem arbeite ich bekanntermaßen an … naja, an meiner Arbeit, die ich gerne behalten möchte, weil sie Spaß macht, und weil ich ja schon auch was essen muss, und so.

Der zweite besteht darin, dass die live-on-tape-Sache natürlich heißt, dass ihr auch alle Schnitzer, Flüchtigkeiten und Ungereimtheiten abbekommt, die in einem ersten Entwurf notwendigerweise stecken. Ich würde euch bitten, darüber großzügig hinwegzusehen, aber das wäre Quatsch, weil ich hoffe, dass euer Feedback mir hilft, sie auszubessern.

Und so kann ich euch nicht um viel mehr bitten als um Geduld, und darum, mich auf dem laaaangen Abenteuer unseres Generationenschiffes zu begleiten. Wobei mir auffällt, dass es noch gar keinen Namen hat. Wollt ihr vielleicht einen vorschlagen? Ich würde mich sehr freuen.