What Rough Beast (21)


An diesem Discord-Treffen konnte leider Katharinas Spielerin nicht teilnehmen, deshalb macht Katharina nicht so schrecklich viel.

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Aber ansonsten fand ich es sehr schön. Bitte sehr:

Melanie schluckt. „Das spricht trotzdem und erst recht dafür, noch ein bisschen hier drin zu bleiben und uns vorzubereiten auf unseren Weg nach … Heilbronn?“

Er nickt, und antwortet in der bebenden, schwer atmenden Stimme eines Sterbenden: „Ja … Heil…bronn“

„Also, so die ungefähre Richtung“, fügt er mit der Stimme einer Frau hinzu, die ihr meint, schon mal im Fernsehen gehört zu haben – oder im Radio? – aber keiner*m von euch fällt ein Name dazu ein.

„Ja, Melanie, gute Idee.“, meint Jack.

Der Mann nickt und schaut dabei versonnen abwartend in die Runde.

Jack sieht zum Fenster hinüber.

(Ein kleines Gitterfernster in der Kellertür, aber sehr staubig.)

Durch das Fenster sieht man nichts, es ist ja sogar dunkel draußen, und hier drinnen ist noch Licht. Ihr hört von draußen gelegentlich Erschütterungen, dann einmal etwas, was eine Explosion sein könnte, hin und wieder Schreien und Brüllen, das teilweise menschlich sein könnte, teilweise eher nicht.)

„Also wir können ja von hier aus hoch ins Haus. Braucht irgendjemand was? Was braucht man denn, nach dem Weltuntergang? Sicherheitsnadeln? Tütensuppe? Nachtcreme? Nein, aber im Ernst, wir können uns einen Tee kochen und ein paar Stunden hinlegen, bis es Tag wird? Vielleicht sollte jemand Wache halten? “ Melanie kommt sich albern vor und guckt fragend in die Runde.

„Ein Tee wäre nicht schlecht“, meint Jack.

Desmond nickt.

Der Mann nickt weiter, blinzelt, und sagt dann in einer Stimme, die einerseits ein bisschen dunkel, aber andererseits nicht ganz erwachsen ist und klingt wie die von Justus von den drei Fragezeichen: „Ihr braucht mich dann jetzt erst mal nicht mehr, Leute, oder? Ich kümmere mich dann so lange um den Rest der Welt.“ Er springt wieder auf, klopft die Hände aneinander ab, blinzelt wieder, sinkt dann ein wenig in sich zusammen und schaut in die Runde. „Kann mich noch mal jemand in den Arm nehmen?“, fragt er in der Stimme eines kleinen Jungen.

„Dann lasst uns doch hochgehen.“ Melanie dreht sich zu Spiridon und der angebissenen Frau „Können Sie laufen?“

„Ja, geht“, antwortet Frida. Spiridon nickt.

„Moment, und, was machen wir dann dort?“ ruft Melanie hektisch in Richtung der Gestalt.

Jack sagt: „Ok, wir haben zwar ein Auto, aber wie kommen wir dann da ran? Ich geh da nicht raus.“

Er schaut Melanie ein bisschen pikiert an, presst die Lippen zusammen und breitet die Arme aus.

„Wir sollten uns oben mal umsehen.“ schlägt Desmond vor.

Jack geht zur Treppe. „Gehen wir?“

Melanie guckt nochmal kurz erwartungsvoll zu dem Wesen, zuckt dann mit den Schultern und geht voraus die Treppe hoch.

Desmond steht auf und folgt ihr. In der Tür stutzt er kurz und dreht sich kurz noch einmal um. „Der Strom ist nicht ausgefallen.“

„Pffff!“ Der Mann verdreht die Augen, schüttelt den Kopf, geht zwei Schritte auf eine Wand zu, durchquert dabei zur Hälfte ein Regal und verschwindet dann.

Desmond fischt sein Telefon aus der Manteltasche und überprüft, ob es Netz hat.

„Kein Empfang.“

Melanie bleibt auf der Treppe stehen. „Stimmt….. komisch. Aber ja erfreulich! Ich habe eh keine Vorstellung davon, wieviel Welt da draußen noch übrig ist und wieviel davon automatisch noch ein bisschen weiterlaufen würde…?“

„Es kommt natürlich darauf an, welche Gebäude sie zerstören“, antwortet Spiridon mit seinem subtilen russischen Akzent (den ich dauernd erwähne, weil ich ihn nicht sinnvoll in die Wörter tippen kann), „Aber ich denke, wenn die Infrastruktur bestehen bleibt, könnten die Kraftwerke noch ein paar Tage funktionieren. Es fallen schließlich auch viele Verbraucher weg.“

„Wie viele Menschen gibt es überhaupt noch, außer uns?“ fragt Jack.

„Rund drei Millionen, hat er vorhin gesagt“, antwortet Frida.

Jack nickt abwesend

„Zwei Millionen siebenhunderttausend“, ergänzt Katharina.

„Oh, ich dachte, die sind alle tot, das hatte ich falsch verstanden. Das ist …gut.“

meint Melanie

Frida wirft Katharina kurz mit einer gehobenen Augenbraue einen Blick zu, als plötzlich Spiridon hinter Katharina steht. „Das ist meine“, sagt er und steckt die Pistole wieder ein, die er ihr gerade weggenommen hat. „He!“ ruft sie, wirbelt zu ihm herum, streckt eine Hand aus, und hält dann aber inne. Er steht einfach nur da und sieht sie an. Sie macht einen Schritt zurück.

„Männer und ihre Knarren“, murmelt Frida.

„Gehen wir dann rauf?“, fragt Spiridon.

„Ja, ich hätte auch wirklich gerne einen Tee“, bekräftigt Jack.

Melanie nickt und geht die Treppe hoch, schließt die Kellertür auf und führt alle in die Küche. Sie deutet auf die Eckbank und setzt den Wasserkocher auf.

„Tee wäre gut“, stimmt Spiridon zu. Das Haus wirkt oben noch bemerkenswert in Ordnung, dafür, dass ihr von hier aus durch die Fenster relativ viel Feuer sehen könnt, und an einer Stelle am Horizon sogar ziemlich sicher welches, das aus einer nicht sichtbaren Quelle von oben herabzuströmen scheint.

„Sie haben Ihren Domovoy immer gut gefüttert, was?“ fragt Spiridon.

Er bleibt am Fenster stehen und späht nach draußen.

„Hm? Unseren was?“ fragt Melanie.
Er schüttelt den Kopf und zuckt die Schultern.

Melanie tut es ihm nach.

„Kräutertee? Früchtetee? Grün?“ Melanie kramt im Küchenoberschrank.

„Kräuter klingt gut, danke“, sagt Jack.

„Irgendwas für die Nerven vielleicht“, ergänzt Jack.

„Haben Sie auch Schwarzen?“, fragt Katharina. „Oder Bier?“, fragt Frida.

Melanie stellt schulterzuckend einfach sechs Tassen, den Wasserkocher, und einen Schuhkarton, in dem diverse Teebeutelpackungen unterschiedlich weit in der Vergangenheit liegenden Ablaufdatums durcheinanderliegen, auf den Tisch.

Spiridon bleibt am Fenster stehen. Katharina greift direkt nach einem Teebeutel (Darjeeling) und gießt ihn auf. Frida schaut kurz verdrossen auf die Beutel, nimmt schließlich leise fluchend einen „Kamille“ und den Wasserkocher von Katharina.

Desmond sagt: „Danke.“

Jack findet einen Teebeutel mit dem Etikett „Glückliche Stunden“ und gießt sich diesen auf.

Desmond nimmt einen Teebeutel aus einer roten Packung und gießt ihn auf.

„Gute Wahl!“, kommentiert Frida und grinst Jack säuerlich an.

„Ruhe sanft war leider nicht drin“, sagt er.

„Nezhit!“, zischt Spiridon, und weicht ein Stück von dem Fenster zurück. Ihr hört von draußen ein leises Wimmern, das zu einem Schluchzen wird, und dann ein Klopfen am Fenster.

„Gesundheit!“ meint Jack.

„Verdammt, das Licht!“ flucht Desmond.

Melanie unterbricht ihre Suche nach präsentablen Keksen und schaut auch besorgt zum Fenster „Was ist das?“

Desmond ruft: „Licht aus!“

Es klopft noch einmal, und eine Frauenstimme sagt, von Schluchzen unterbrochen: „Bitte … Lasst mich rein! Lasst mich doch rein! Es ist … so kalt hier draußen…“

Melanie schlägt auf den Lichtschalter.

Es wird dunkel. Jetzt seht ihr hier drinnen kaum noch was, könnt aber dafür draußen vor dem Fenster vor den verschiedenen Lichtern eine dunkle, gebückt stehende Gestalt erkennen, deren Gliedmaßen euch … länger und dünner vorkommen, als sie eigentlich sein dürften. Es klopft noch einmal ans Fenster.

Jack fragt Spiridon: „Was ist das?“

Melanie flüstert zu Spiridon „Ich schätze das so ein, dass man …das… besser nicht rein lässt?“

„Ich weiß es natürlich auch nicht, aber … Ich glaube, nicht.“ Er zieht seine Pistole, hält sie dann aber nur unschlüssig in der Hand. „Es scheint nicht eigenständig hereinzukommen“, sagt er.

„Bitte…“ schluchzt die Frauenstimme, „Lasst mich herein, öffnet das Fenster … Es ist so kalt hier draußen, und ich fürchte mich …“

„Wer bist du?“, ruft Jack zum Fenster

„Bitte“, schluchzt die Gestalt, „Lasst mich herein, ich habe Angst, und ich friere!“

Jack sieht die anderen fragend an

„Name und Adresse“, ruft Desmond.

„Bitte!“, fleht die Stimme, „Ich habe Angst, und mir ist kalt, öffnet doch das Fenster!“ Die Stimme klingt wirklich überhaupt nicht, als sollte man das Fenster öffnen. Unter dem Wimmern klingt eine sehr, sehr schlecht verhohlene Gier durch.

„Monster.“

Desmond wendet sich seinem Tee zu.

„Sollten wir wirklich nicht…?“

Melanie sagt “ Lasst das bloß nicht rein!“ und tastet, jetzt im Dunkeln, wieder nach Keksen in der Anrichte.

„Na gut“, sagt Jack, nicht überzeugt.

Ein schrilles Kreischen lässt das Geschirr im Schrank zittern und klirren, als das Wesen sich zu seiner vollen Höhe aufrichtet – ihr könnt es durch das Fenster jetzt nicht mehr ganz sehen, und seine überraschend zahlreichen …. Arme? ausbreitet. Als der Schrei nach ein paar Sekunden verklungen ist, sinkt es wieder zu fast menschlicher Größe zusammen. Es klopft am Fenster. „Bitte, lasst mich herein … Ich brauche Schutz, ich fürchte mich!“

Melanie quiekt „Sehen Sie??“

Frida lässt ihr Tasse fallen, verschüttet dabei ihren Tee und wischt sich fluchend hektisch über die Beine. Katharina gelingt es ein bisschen besser, die Contenance zu bewahren, aber auch sie springt erschrocken auf, und sogar Spiridon springt ein Stück vom Fenster zurück und richtet die Waffe auf die Kreatur.

 „Gibt es ein Zimmer ohne Fenster?“, fragt Desmond.

„Nicht wirklich. Sie können zurück in den Keller. Oder im Flur schlafen“, antwortet Melanie.

„Wir sollten zusammenbleiben“, meint er.

„Sollten wir uns … nicht auch überlegen, wie es jetzt weitergeht? Wir wollten ja noch packen?“, fragt Katharina. „Dieses Ding macht mich wahnsinnig“, murmelt Frida. „Ey, kannst du mal aufhören?!“, ruft sie durch das Fenster. Das Ding hört nicht auf.

„Wie weit ist … Hellbrunn entfernt?“ fragt Desmond in die Runde.

Melanie hat Kekse gefunden und legt zwei offene Packungen auf den Tisch. „Ja. Was brauchen wir denn? Proviant? Werkzeug? Waffen?“ Sie macht die Messerschublade auf.

Jack zieht geistesabwesend sein Smartphone aus der Tasche und streckt es sogleich wieder weg

„Internet“, grummelt Jack

„Wie wollen wir denn überhaupt heil zum Auto kommen, geschweige denn nach Heilbronn?“ fragt er sich.

„Gem scheint ja zu denken, dass wir das hinkriegen?“ sinniert Frida. „Vielleicht sind die Monster weg, wenn die Sonne aufgeht?“

„Das Viech im Keller meinte ja, die Monster würden irgendwann …nachlassen?“ fragt Melanie hoffnungsvoll.

Sie hat angefangen, Müsliriegel und verpackte Snacks in der Küche zusammenzusuchen und auf dem Tisch zu stapeln.

„Wenn ich Empfang hätte, würde ich nachsehen, wann die Feuerströme nachlassen“, wirft Desmond hilfreich ein.

„Wie haben Sie es eigentlich … besiegt?“, fragt Spiridon.

Jack fragt Desmond: „auf Wetter.com, Feuersturmradar?“

Desmond nickt.

Zu Spiridon: „Was besiegt?“

„Das … Puppending im Keller.“ Er gestikuliert mit einer Hand nach unten, und steckt bei der Gelegenheit die Pistole wieder ein.

„Es schien einfach, ich weiß nicht, mich nicht berühren zu können?“, sagt Katharina unsicher. „Es ist dabei zerfallen, und dann schließlich geflohen.“

„Ob das an dem Monster lag? Oder an Ihnen?“ sinniert Melanie in Katharinas Richtung.

„Es hat ja auch nach irgendwem gefragt“, wirft Frida ein. „Vielleicht nach Gem? Die sind ja beide ziemlich komisch. Vielleicht gehören die zusammen.“

„Die Monsterlage ist unübersichtlich“, resümmiert Desmond.

Jack lacht kurz.

„In der Nacht ist mit weiteren Monstereinbrüchen zu rechnen, oder wie?“

Melanie guckt in den Kühlschrank. „Hat jemand Hunger? Das wird doch sonst alles schlecht!“ Sie stellt diverse Joghurts und ein paar Tomaten und Radieschen auf den Tisch.

„Es wäre sehr nützlich zu wissen, worauf sie reagieren“, sagt Spiridon. „Sollten wir ausprobieren, ob dieses Wesen auch vor Ihnen fliegt?“, fragt er an Katharina gewandt. „Ich glaube, die Idee finde ich nicht so gut“, antwortet die. Spiridon nickt „Ich verstehe. Wahrscheinlich haben Sie Recht. Aber wir wissen tatsächlich nicht, ob welche hereinkommen können, und was wir tun, wenn sie es schaffen. Die Walther hat dem Tier im Keller nicht geschadet.“

„Ich hab Hunger!“, ruft Frida knippt sich ein Radieschen ab und dippt es in einen Joghurtbecher.

Jack fragt niemanden bestimmten: „Womit kann man sie denn verwunden? Nicht mit gewöhnlichen Waffen jedenfalls“

„Die da“, Frida gestikuliert mit vollem Mund zu Katharina, „Schien vorhin ganz gut zu funktionieren. Ich nicht so, bei der Missgeburt da draußen …“

„Wir wissen ja auch nicht, ob das bei allen Monstern gleich ist…“ meint Melanie.

„Können wir diese Person von vorhin irgendwie kontaktieren?“, fragt Katharina. „Die im Keller mit uns gesprochen hat? Kannten Sie sie?“ Sie schaut euch fragend an.

„Nein. Aber das wäre wirklich sehr praktisch. Es schien ja realtiv viel zu verstehen. Und …nicht komplett gegen uns zu sein.“ meint Melanie.

„In der ein oder anderen Form scheinen wir sie alle schon einmal getroffen zu haben, oder?“, sagt Desmond.

Jack nickt zustimmend.

Melanie guckt fragend.

„Sie schienen ihn wiederzuerkennen?“, sagt Spiridon zu Jack.

„Hat mich zumindest an jemanden erinnert“, meint er.

„An wen?“, fragt Spiridon.

 „Lämmergeier hieß der Typ, furchtbar aufdringlich“

„Pffffrcchh!“ Frida spuckt ihren Tee auf den Tisch. „Lämmergeier, echt jetzt??“

„Was denn?“

„Naja wer heißt denn so??“

Jack zuckt mit den Schultern.

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