What Rough Beast, Zug 8


Und Generationenschiff geht auch bald weiter!

Jack
Interessanterweise ist Jacks erster Gedanke, dass er seine offenen Aufgaben nun nicht mehr würde abschließen können. Aber Moment… Wenn die Welt untergeht, wird es auch keine neue Software mehr geben oder überhaupt ein Gerät, worauf sie laufen würde. Ein zugleich befreiender und bedrückender Gedanke.

„Beim Untergang dabei sein? So wie bei Douglas Adams‘ Restaurant at the End of the Universe, bei einem leckeren Gericht und ein paar Cocktails den Weltuntergang anschauen? Klar, warum nicht!“
„Sehr schön!“ Lämmergeier nickt und ringt die Hände. „Dann … wären wir eigentlich so weit. Noch irgendwelche Fragen oder Vorschläge?“
„Ähm… Muss ich irgendwas mitnehmen? Handy und Laptop vielleicht? Wobei…“ Jack sieht sich um. „Gibt’s hier überhaupt Strom?“
Er lacht. „Mehr, als du jemals essen kannst. Aber Handy und Laptop … Pffff …“ Er schaut nachdenklich um sich. „Wer weiß? Schadet sicher nicht.“
Jack muss sich gerade selbst etwas über seinen Enthusiasmus wundern. Im Grunde war er nie ein großer Freund von Veränderungen. Aber endlich passiert mal was!

Er steckt sich sein Handy in die Hosentasche (wann hat er die Hose überhaupt angezogen?), wirft das Ladegerät und eine Power Bank in die gepackte Notebooktasche, hängt sich diese über die Schulter und ruft:

„Na dann, gehen wir!“
Katharina
„Moment. Die Welt geht unter, aber Leute bleiben übrig? Die dann ein Rudel bilden?“ Katharina versteht ihren eigenen Traum allmählich überhaupt nicht mehr. Natürlich ergeben Träume meistens keinen Sinn, aber dieser hier ist schon speziell merkwürdig. Zu solchen Überspanntheiten neigte sie eigentlich nie. Der Hund hat sie anscheinend ganz schön durcheinander gebracht.
„Ja, genau!“ Der Hund wufft freundlich. „Sonst noch Fragen vorher?“
Katharina mustert die weiße Weite und die Leute darin. Sie will schon fast darum bitten, jetzt einfach weiterschlafen zu können, da fällt ihr das Offensichtliche ein. „Wer oder was bist du denn eigentlich? Ein gewöhnlicher Hund ja wohl kaum.“
Der Hund nickt langsam.
„Ich bin Gem“, sagt er in Katharinas Kopf, „Und ich bin euer Begleiter durch diese Apokalypse, oder ihr meine, oder naja wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt? Wir finden sicher im Laufe der Zeit heraus, wer wir eigentlich sind. Darum gehts ja am Ende immer, oder?“
„Gnothi seauton, in der Tat“, murmelt Katharina, bevor sie sich bremsen kann. „Danke, Gem. Ich kann nicht behaupten, jetzt weniger verwirrt zu sein, aber vielleicht finden wir das in der Tat einfach alles heraus, im Laufe der Zeit.“ Oder der Neurologe findet etwas heraus, denkt sie. Viel Vertrauen in Gem verspürt sie noch nicht. Er scheint wirklich nett zu sein, aber keinen ausgereiften Plan zu haben. Nach dem, was Katharina über Apokalypsen weiß – oder zumindest über die biblische – , folgen diese aber durchaus gewissen Mustern, auch wenn die einzelnen Beteiligten davon wohl nicht viel haben. „Läuft das dann ab wie in der Bibel? Mit Posaunen, Siegeln, und dem Tier?“
„Heraklit war übrigens ein Arsch“, hört sie die Stimme des Hundes in ihrem Kopf, „Und roch auch so.“
Er schüttelt sich, bevor er dann doch außerdem die Frage beantwortet:
„Nein, eher nicht wie in der Bibel. Posaunen und Siegel sind nicht unser Stil. Aber Tiere wird’s geben, das schon.“
Gems Wortwahl lässt sie aufhorchen, noch während sie über den Heraklit-Kommentar die Nase rümpfen möchte. „Wer ist denn ‚wir‘?“, will Katharina wissen.
„Wir sind dann die neue Moderation“, antwortet der Hund. „Hoffentlich.“
„Verstehe“, sagt Katharina wahrheitswidrig. „Es war nett, mit dir zu reden. Aber jetzt würde ich gerne weiterschlafen.“
Der Hund schüttelt sich noch mal.
„Den Wunsch kann ich dir leider nicht erfüllen. Aber ich mach das Nächstbeste.“

Melanie
Melanie macht ein paar Mal den Mund auf und wieder zu und zuckt dann hilflos mit den Schultern.
„Ja, ich…, was, alles, …WAS endet, was ist mit den anderen? Passiert denen was? Passiert mir was? Warum nicht? Was… Warum?“
Sie guckt die Fliege hilflos an.
„Kann ich irgendwas machen, was irgendwas besser macht?“
Die Fliege schwebt ein paar Sekunden wort- und regungslos vor ihr und antwortet schließlich: „Natürlich, dafür bist du doch da! Kanns losgehen?“
Melanie nickt langsam und nachdenklich.
Was zur Hölle.
„Also los.“
Desmond
„Und wer seid ihr? Und wer sind überhaupt wir?“
Janeway schaut noch einmal auf die Reihen auf Reihen von Personen im unendlichen Spiegelkabinett und versucht ein Muster zu erkennen.
Die Abstände und Anordnung der Gruppen ist gleichmäßig, aber er kann keine Wiederholungen erkennen. Es sind, soweit er überhaupt sehen kann, alles verschiedene Leute, die auch unterschiedlich gestikulieren. Ganz weit weg links von sich sieht er sogar jemanden, der oder die so aussieht, als würde er oder sie sein oder ihr Gegenüber körperlich angreifen.
Meiserling nickt nachdenklich.
„Wir sind die Nachfolger der Moderation.“ Er lächelt. „Das ist ein bisschen lustig, weil wir eigentlich alle nicht besonders moderat sind. Aber das merkt ihr dann schon. Und wer ihr seid … Ja, das wollen wir gerade herausfinden. Aber so ganz allgemein seid ihr die, die übrig bleiben, und uns durch diesen ganzen Schlamassel begleiten werden. Oder wir euch. Mal sehen, was?“
Frida
„Äh, Fragen? Ähm, äh.“, Frida ist überfordert, aber da fällt ihr dann doch was ein: „Wer ist dieser N’drankgheta, von dem Du immer redest?“.
Ihre Mundwinkel und ihre Schultern sinken ein Stück.
„N’De Ma-Nushgach ist …“ Sie beißt sich auf die Oberlippe, zieht sie ein Stück in den Mund, schiebt sie wieder raus und verdreht nachdenklich die Augen. „N’De Ma-Nushgach ist die Antithese zu uns. Sobald Aykarielys nicht mehr da ist, wird es mit der Vernichtung des Werks beginnen, und wir versuchen, es aufzuhalten, so gut es halt geht.“
„Wie jetzt ‚Antithese‘? Das verstehe ich nicht, das klingt mir zu philosophisch, und Philosophie, nicht mein Ding. Kannst Du das konkreter erklären?“
Sie nickt nachdenklich.
„Was Aykarielys aufgebaut hat, will N’De Ma-Nushgach zerreißen. Und wir wollen ihn davon abhalten.“
Sie zuckt die Schultern.
„Tut mir leid. Ich bin erst zwölf.“

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