Yanis (35) – Finale / Epilog


Ja, mir tuts auch weh, und ich weiß, es ist schwer, loszulassen, aber das wars.

Mit dem ersten Teil.

Denn ihr wisst ja: Yanis wird eine Serie. Freut euch also gerne schon auf die Fortsetzung. Aber erst mal viel Spaß mit diesem Epilog:

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.
Im 14. Kapitel erklärt Aki sieren Plan sieren Vätern (Er kommt nicht so gut an.), und Yanis findet, gleichsam als Rückblende, Laia wieder.
Im 15. Kapitel fahren Janis und Leier gemeinsam mit der Kutsche zu dem Schloss der Barone und führen ein ziemlich missglücktes Gespräch.
Im 16. Kapitel kündigt Laia Aki Yanis an (Grammatik, sie ist manchmal nicht so besonders förderlich für die Verständlichkeit, aber ich lass das so stehen, weil ichs gerade lustig finde.), aber Yanis flieht, weil sie Laia nicht traut.
Im 17. Kapitel kommt Yanis in Lichternach an, kämpft gegen eine Wache am Stadttor und wird deshalb öffentlich ausgepeitscht. Yanis und Aki befreien sie.
Im 18. Kapitel heilt Aki Yanis und heuert sie für sieren Plan an.
Im 19. Kapitel erreichen die drei den Sitz der Freifrau von Berleningen, Aki überzeugt sie, ihnen zu helfen, und Yanis und Laia führen ein für beide Seiten etwas peinliches Gespräch
Im 20. Kapitel schleicht Yanis sich aus dem Bett, um besagtes Gespräch nicht aufgreifen zu müssen, begegnet im Garten Aki, und plant mit ihm gemeinsam schwierige Details sieres Plans.
Im 21. Kapitel erwacht Laia, ertappt die Gruppe von Shiu’Hzim um Goma, die Yanis festnehmen wollen, und warnt Aki und Yanis vor ihnen.
Im 22. Kapitel zieht Yanis Akis ambitionierten Fluchtplan durch, scheinbar zunächst mit Erfolg, aber Icara traut dem Frieden nicht und weigert sich, die Suche abzubrechen.
Im 23. Kapitel prügelt Icara sich mit einer Gruppe von Abenteurer*innen in einem Gasthaus.
Im 24. Kapitel meldet Yanis sich für das Turnier an, muss danach ihre Angst vor dem Feuer überwinden, um sich in die Schmiede zu wagen, nimmt dafür ihre Pastillen zu Hilfe und hat deshalb eine etwas peinliche Begegnung mit Laia, die daraufhin Aki überr… äh, überzeugt, schon mal ohne Yanis die Lage im Schloss zu erkunden.
Im 25. Kapitel dringt Laia mit Akis Hilfe in das Schloss der Gräfin ein, wird aber erwischt.
Im 26. Kapitel erwacht Yanis und stellt erschrocken fest, dass sie den Helm vergessen hat, wähend Icara in das Schloss der Gräfin eindringt und sie beim Frühstücken stört.
Im 27. Kapitel lernen wir mal die unfreiwilligen Gästeunterkünfte in Schloss Kelthofen näher kennen, Yanis wird von den Abenteurer*innen angesprochen, die Icara verprügelt hat, und die Gräfin redet mit Laia.
Im 28. Kapitel führt Yanis auf dem Weg zum Turnier das Gespräch mit den Abenteurer*innen zu Ende, die sie anheuern wollen, und Laia bricht vom Schloss auf, um Yanis in die Falle der Gräfin zu locken. Dabei trifft sie in Yanis‘ Zimmer im Gasthaus eine*n Kolleg*in der beiden Abenteurer*innen.
Im 29. Kapitel kommt Yanis wieder bei der Person hinter dem Schreibtisch an, um am Turnier teilzunehmen. Sie wird in einen kleinen Raum geschickt, um sich vorzubereiten und erfährt von einem*r Knapp*in, dass eine Zeremonie geplant ist, an der sie ganz sicher nicht teilnehmen wird. Sie nimmt das nicht so gut auf. Wenig später trifft Laia mit Srechz ein.
Im 30. Kapitel vertreibt Yanis Srechz und bricht dann mit Laia zusammen zum Schloss auf.

 

Im 31. Kapitelunterhalten die beiden sich auf dem Weg über dies und das und Linsenpfanne und kommen schließlich beim Schloss an.
Im 32. Kapitel kämpft Yanis gegen Icara und vertreibt die Comentur. Und wir erfahren, wie Yanis und Icara einander kennengelernt haben.

 

Im 33. Kapitel besiegt Yanis im Shiu’Jurom die restlichen Wachen der Gräfin, und Aki tut sier Bestes, während der anschließenden Verhandlungen zu verbergen, wie erschöpft sie ist, und dass die Gräfin damit eigentlich wieder die Oberhand hätte.
Im 34. Kapitel besiegt Yanis noch einmal im Shiu’Jurom die restlichen Wachen der Gräfin, diesmal aus ihrer eigenen Perspektive, und Aki überzeugt die Gräfin. Gemeinsam gehen sie zu Narubolan – dem das Timing der Rettung eher ungelegen kommt.
Was heute geschieht

„Wo ist die andere?“
„Bitte?“
Laia schaute genervt, verlegen und ein bisschen besorgt von Srechz zu Aki zu Srechz.
„Ähm“, begann sie. „Ich hatte noch keine Zeit, alles zu erzählen.“
„Wo ist sie?“
„Sie hat sie besiegt“, versicherte Laia si*em. „Wir konnten sie bloß nicht mit rausbringen.“
Die anderen vier sahen einander und Srechz an, ihre Gesichtsausdrücke irgendwo zwischen spöttisch und misstrauisch. Srechz‘ Gesicht war für Laia nicht lesbar.
„Natürlich“, sagte schließlich eine*r der anderen. Si*er trug eine Armbrust am Gürtel. Eine etwas kleinere als Srechz, aber sie sah gefährlich genug aus.
Überhaupt machte die Fünfergruppe einen bedrohlichen Eindruck. Laia vermutete, dass das ein großer Teil ihres Berufs war und sie deshalb nicht zu überrascht davon sein sollte.
„Ihr könnt gerne reingehen und sie euch holen.“
„Issas der schon wieder?“, fragte Yanis, angestrengt in Srechz‘ Richtung blinzelnd.
Ihr Zustand hatte sich während der Rettung Narubolans verschlechtert. Laia und Aki hielten sie zusammen von der linken Seite, während der stärkere Narubolan sie von rechts stützte.
Beinahe hätten sie die Gräfin nach so etwas wie einer Trage gefragt, aber erstens wollten sie ihre Geduld nicht überstrapazieren, zweitens stieg mit jeder Minuten im Schloss die Gefahr, und drittens waren sie ganz froh um jedes Kilogramm, das Yanis‘ Beine noch selbst mittragen konnten, und ein bisschen helfen konnt sie immerhin noch.
Aber sie brauchte wirklich Ruhe. Und Aki ging es kaum besser. Sier war körperlich nicht ganz so erschöpft, aber die Zauberei und das Eisen hatten alles von siem verlangt.
Sie hatten also weder vom kriegerischen noch vom magischen Teil ihrer Gruppe irgendetwas zu erwarten, was sie bedauerlich wehrlos dastehen ließ gegenüber den fünf … Söldner*innen, oder was sie halt waren.
Laia wusste nicht genau, was Narubolans Fähigkeiten waren, nicht einmal, ob er vielleicht auch zaubern konnte. Aber er hatte bisher nichts dergleichen angedeutet, war unbewaffnet, und wirkte auch ansonsten nicht, als wäre er für viel zu gebrauchen, außer beim Tragen der Ordenskriegerin zu helfen.
„Ja“, antwortete Srechz. „Das ist er schon wieder.“
„Ich glaube, Ihr müsst euch wirklich keine Sorgen machen“, sagte Laia. „Es waren eine Menge Wachen da. Bald wird sich rumsprechen, was da drin passiert ist, und was sie mit eurer Lieblingsfeindin gemacht hat.“
Srechz stand eine Weile da, si*ere Zunge zuckte vor und zurück.
„Warum sollten wir dir das glauben?“
„Was wird denn das hier?“, fragte Aki mit sichtlich Mühe, sich zu konzentrieren.
Narubolan stand einfach nur ratlos da, anscheinend immer noch resigniert in seiner Rolle als Spielfigur, wenn auch jetzt in neuen Händen.
„Wir haben eine Abmachung“, sagte Srechz.
„Wir wollen nichts von euch. Wir wollen keine Belohnung. Und wir haben die Aufgabe erledigt. Also lasst uns in Ruhe!“, sagte Laia.
„Wir haben die Belohnung schon im Vorhinein überreicht“; sagte eine*r der anderen vier. Laia konnte sie nicht recht auseinanderhalten, wohl weil sie auch gar nicht wollte. „Der Helm war nicht billig.“
„Ihr könntn wiederhaben“, murmelte Yanis.
„Wo ist er?“
„Ähhm… Tschuldigung. Weißnich. Da drin.“
Laia seufzte.
„Wollen wir jetzt hier mitten auf der Straße weiter diskutieren, bis die Wachen der Gräfin sich wieder genug gesammelt haben, um uns alle festzunehmen? Ist das der Sinn dieser Veranstaltung?“
„Wir hätten das auch in Ruhe vorher besprechen können“, sagte Srechz. „Aber deine Freundin da hat mir mit multiplen Amputationen gedroht, wenn ich mich richtig einnere. Da hat die vertrauensvolle Beziehung ein bisschen gelitten.“
Laia entschied sich schnell dagegen, darauf hinzuweisen, dass Srechz sie zuerst mit si*erer Armbrust bedroht hatte. Sie wollte wirklich nicht länger als nötig hier herumstehen.
„Also, was ist denn eure Forderung? Sie ist da drin. Wir konnten sie nicht mit rausbringen. Sie ist besiegt, verprügelt, genau wie ihr wolltet, es wird sich auch bald rumsprechen – was sollen wir noch machen?“
Srechz‘ Zunge flickte über si*ere Nase. Gött*innen, war die lang. Wie weit konnte si*er die denn ausfahren?
„Wir wollen sichergehen, dass du die Wahrheit sagst. Und Urvi will sowieso mit ihr reden. Passt doch alles gut zusammen. Fragt sich jetzt nur, ob ihr freiwillig mitkommt.“
„Habt Ihr Euch das gut überlegt?“, fragte Laia. „Ich will euch nicht verarschen, sie“, sie neigte den Kopf in Richtung Yanis, die mehr über ihrer und Narubolans Schulter hing, als zu stehen, „ist jetzt gerade keine große Bedrohung, das seht ihr sowieso. Aber sie erholt sich auch wieder. Da ist kein permanenter Schaden.“ Hoffte Laia zumindest sehr. „Morgen ist sie spätestens wieder so gefährlich wie neu. Wollt ihr wirklich, dass sie sich dann daran erinnert, von Euch entführt worden zu sein, gegen ihre Willen? Ich glaube, das wird kein tolles Gespräch für Urvi, wer immer das ist. Kurz. Aber nicht gut.“
„Betrachtet es einfach nicht als Entführung. Ich muss darauf bestehen, dass ihr mitkommt, aber niemand muss Gewalt anwenden, niemand wird gefesselt, und … wenn du die Wahrheit gesagt hast, können wir hinterher, nachdem ihr ein oder zwei Tage Urvis Gäste wart, friedlich auseinandergehen, mit nichts als guten Erinnerungen und neuen Freundschaften, und vielleicht sogar mit einer ganz frischen, vielversprechenden Geschäftsbeziehung. Zusammenarbeit. Gemeinsamen Projekten. Wie immer ihr es lieber nennen wollt.“
„Und die Alternative wäre …?“, fragte Aki leise und sehr, sehr müde.
„Unerfreulich“, antwortete Srechz, und fügte mit einem Seitenblick auf die Kriegerin hinzu: „Wir wollen sie vermeiden. Ihr wollt sie vermeiden. Wir sollten sie gemeinsam zu vermeiden versuchen. Dann schaffen wir es.“

***********************

Yanis erwachte in einem erstaunlich komfortablen Bett – und ohne jede Erinnerung, wie sie hierhergekommen war.
Kurz freute sie sich, als sie Laia neben sich sitzen sah.
„Yanis! Wie gehts dir? Bist du in Ordnung?“
Aber die Freude verfolg schnell, als Yanis sich an etwas erinnerte, das ihr zwischenzeitlich klar geworden war, irgendwann zwischendurch, als sie nicht die Kraft gehabt hatte, darauf zu reagieren.
„Du hast mich angelogen, oder?“, fragte sie. „Du hast mich in eine Falle geführt? So war das doch gedacht?“
Falls sie noch Zweifel gehabt hätte, wären sie von Laias betroffenem Gesicht sofort restlos beseitigt worden.
„Das …“
„Ich bin sicher nicht die klügste Person, die du kennst, das weiß ich, aber ich bin auch nicht völlig blöd. Der Plan der Gräfin war nicht, dass du mich da rein bringst und ich dann einfach einen ehrenhaften Kampf gegen Icara führe. Sogar Icara hätte wahrscheinlich gesagt, dass das keine gute Idee wäre. Obwohl ich mir da nicht ganz sicher bin“, gab sie nach kurzem Zögern zu. „Ihr habt also irgendwas anderes abgesprochen.“
„Aber ich …“
„Und du hast mir nichts davon gesagt. Du hast mich einfach dahin gebracht und mir eine völlig andere Geschichte erzählt, damit ich mitkomme, ohne Fragen zu stellen.“
Laia schaute zu Boden, ihr Gesicht feuerrot.
„Das stimmt alles!“, stieß sie hervor, „Aber ich habs nicht gemacht!“
„Was hast du nicht gemacht?“
„Ich meine, ich hab dich nicht vergiftet. Ich sollte dir ein Betäubungsmittel geben, damit die andere es leicht hat und sie dich einfach fesseln und einsperren können. Das war der Plan.“
„Und du hast ihnen zugestimmt?“
„Ja, aber ich hab gelogen!“, rief Laia, schaute jetzt wieder auf und in Yanis‘ Augen. „Ich hab es nicht gemacht.“
Yanis nickte langsam.
„Aber du wusstest genau, was mich erwartet, und du hast mir nichts gesagt. Du hast mir auch nicht geholfen.“
„Wie hätte ich dir denn helfen sollen? Ich hätte keine Chance gegen eine von euch! Und die Palastwachen … Erstens waren das so viele, und zweitens … hattest du das ja ganz gut unter Kontrolle. Ich hab dich nicht vergiftet. Und ich hab Aki befreit, damit sier uns helfen kann!“
„Aber du hättest mich warnen können. Stattdessen hast du mich belogen, damit ich mitkomme, und du keine Probleme kriegst.“
Es tat mehr weh, als Yanis zugeben wollte. Was sowohl daran lag, dass es wirklich sehr weh tat, als auch daran, dass Yanis es wirklich wirklich nicht gerne zugeben wollte. Wie sehr sie Laia vertraut hatte. Ohne jeden Grund. Obwohl sie ja sogar eigentlich gewusst hatte, dass sie ihr nicht trauen sollte. Wie dumm sie sich jetzt vorkam. Wie sehr jetzt die Tatsache, dass sie für die Agentin des*r Baron*in die ganze Zeit über wirklich nur ein Werkzeug oder wahrscheinlich noch treffender eine Waffe gewesen war, auf ihr lag wie ein enormes Gewicht und ihr alle Kraft und Ansporn nahm.
Wie sehr sie gehofft hatte …
Wie sehr sich gewünscht hatte, dass …
Sie wagte nicht einmal mehr, den Gedanken zuzulassen.
„Es war nicht …“ Laia unterbrach sich, presste die Lippen zusammen, fuhr sich mit den Händen durch die Haare, verbarg das Gesicht in den Händen. „Ich wollte dich nicht … Ich meine. Das. Das ist so schwer zu erklären!“
„Weil du weißt, dass es-“
„JA natürlich weiß ich das!“, schrie Laia plötzlich, und Yanis schrak richtig zusammen. So hatte sie die Agentin noch nie erlebt. „Natürlich weiß ich, dass das nicht in Ordnung war! Wusste ich die ganze Zeit. Aber es war auch nicht so, wie du denkst.“
„Wie war es denn?“
„Ich wollte … Ich wollte dich nicht anlügen. Ich weiß, dass du mitgekommen wärst, um uns zu helfen, auch wenn ich dir die Wahrheit erzählt hätte. Ich hatte nie einen Zweifel daran. Darum gings nicht.“
„Worum gings? Wir hatten Zeit. So eilig war es nicht. Du hättest es mir einfach sagen können.“
„Nein!“
„Warum nicht?“
„Weil du nicht lügen kannst! Weißt du noch? Wir haben sogar noch auf dem Weg drüber gesprochen. Und du weißt das doch auch so. Du bist vielleicht eine Halbgöttin im Krieg, was weiß ich, aber du bist eine erbärmlich schlechte Lügnerin. Und die Gräfin ist eine unglaublich routinierte, erfahrene und raffinierte Lügnerin und Menschenkennerin. Sie hätte dich sofort durchschaut.“
„Und dann?“
„…“ Laia saß eine ganze Weile einfach nur mit offenem Mund da. „Ich wusste ja nicht, wie genau es laufen würde“; sagte sie schließlich. „Ich wollte sichergehen, dass sie es nicht zu früh merkt und dann … Ich hatte Angst um Aki. Und Narubolan. Um uns alle.“
Jetzt war es an Yanis, eine Weile stumm da zu sitzen.
„Du hättest es mir sagen können.“
„Ich habs doch gerade erklärt! Sie hätte dich durchschaut.“
„Das weißt du nicht! Ich hätte ja gar nichts sagen müssen. Ich musste so ja nicht mal was sagen, obwohl ich nicht mal besonders drauf geachtet habe. Hab ich überhaupt was gesagt? Ich erinnere mich gar nicht mehr richtig. Es ist .. Es war alles so …“
„Ja, du hast ein paar Sachen gesagt, aber erst später“, gab Laia leise zu.
„Ich hätte nicht mal lügen müssen!“
„Aber das wusste ich doch nicht!“
„Und dann hast du mich im Zweifel einfach mal in die Falle gelockt? Ist ja egal, ob ich es freiwillig mache, wenn es um dich und … Aki geht, richtig? Ich bin schließlich dafür da, euch zu retten, wozu mir also die Lage erklären und mich mit entscheiden lassen? Wenn ich gewusst hätte, d…“
Es klopfte, die Tür öffnete sich, und Srechz lehnte sich herein.
„Urvi ist dann jetzt so weit.“
„Ja, aber wir nicht!“, fuhr Laia si*en an.
„Urvi wartet nicht gerne.“
„Das ist mir jetzt gerade ec-“
„Schon gut“, unterbrach Yanis sie. „Ich glaube, ich bin schon soweit. Ich will mit Urvi reden.“

Lesegruppenfragen

  1. Ja klar, anfangen muss ich natürlich mit der großen Frage: Wie fandet ihrs insgesamt? Wie gehts euch jetzt am Ende mit der Geschichte?
  2. Oder hätte ich das doch zum Schluss fragen sollen?
  3. Was stellt ihr euch bei Urvi vor?
  4. Hättet ihr der Gruppe an Srechz‘ Stelle geglaubt?

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