Yanis (23)


Heute mal ein relativ gewalttätiges Kapitel. Wie findet ihr?

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.
Im 14. Kapitel erklärt Aki sieren Plan sieren Vätern (Er kommt nicht so gut an.), und Yanis findet, gleichsam als Rückblende, Laia wieder.
Im 15. Kapitel fahren Janis und Leier gemeinsam mit der Kutsche zu dem Schloss der Barone und führen ein ziemlich missglücktes Gespräch.
Im 16. Kapitel kündigt Laia Aki Yanis an (Grammatik, sie ist manchmal nicht so besonders förderlich für die Verständlichkeit, aber ich lass das so stehen, weil ichs gerade lustig finde.), aber Yanis flieht, weil sie Laia nicht traut.
Im 17. Kapitel kommt Yanis in Lichternach an, kämpft gegen eine Wache am Stadttor und wird deshalb öffentlich ausgepeitscht. Yanis und Aki befreien sie.
Im 18. Kapitel heilt Aki Yanis und heuert sie für sieren Plan an.
Im 19. Kapitel erreichen die drei den Sitz der Freifrau von Berleningen, Aki überzeugt sie, ihnen zu helfen, und Yanis und Laia führen ein für beide Seiten etwas peinliches Gespräch
Im 20. Kapitel schleicht Yanis sich aus dem Bett, um besagtes Gespräch nicht aufgreifen zu müssen, begegnet im Garten Aki, und plant mit ihm gemeinsam schwierige Details sieres Plans.
Im 21. Kapitel erwacht Laia, ertappt die Gruppe von Shiu’Hzim um Goma, die Yanis festnehmen wollen, und warnt Aki und Yanis vor ihnen.
Im 22. Kapitel zieht Yanis Akis ambitionierten Fluchtplan durch, scheinbar zunächst mit Erfolg, aber Icara traut dem Frieden nicht und weigert sich, die Suche abzubrechen.
Was heute geschieht

Die Schänke „Brückenstein“, in der Icara abgestiegen war, überraschte sie angenehm. Sie hatte eigentlich einfach nur die erstbeste genommen, aber anscheinend dabei Glück gehabt. Es war ruhig, die Gastwirtin freundlich und zurückhaltend, im Kamin flackerte ein freundliches Feuer, das aber die Luft im Raum nicht zu sehr erhitzte, und der Wein war … schon wieder alle.
Icara grinste.
„Kannich noch ein haben?“, fragte sie die Gastwirtin, ja, ein bisschen zu laut.
Die Gruppe von (mutmaßlichen) Söldner*innen neben dem Kamin drehte sich zu Icara um, eine*r von ihnen lachte, und sie raunten einander irgendwas zu.
Icara schnaubte geringschätzig in ihre Richtung, und wieder lachte eine*r.
Die fünf waren für Besucher*innen einer Gaststätte auffällig bewaffnet und gerüstet, auch im Gegensatz zu Icara, die ihren Säbel in ihrem Zimmer mit dem Gepäck gelassen und ihre viel zu auffällige Rüstung ihren Kameradinnen mitgegeben hatte.
Zwei von ihnen trugen Teile einer Lederrüstung, eine*r hatte Wurfdolche an Gurten um den Oberkörper, und eine*r hatte so gar einen Nasalhelm auf. Am Tisch. In der Schänke
Sollten sie lachen.
Es lachten ja zurzeit ohnehin alle über sie. Weil ihre Geliebte jetzt ein Monster war, ein Feigling, ein Flüchtling, eine Verliererin. Weil Icara trotzdem immer verloren hatte, schon wieder. Weil ihre Mutter die Kommandantin war. Als könnte sie etwas dafür! Als hätte sie sich das ausgesucht!
Weil Goma ihr immer, immer, immer, immer wieder vor anderen sagte, wie schlecht sie war, und dass sie niemals, niemals, niemals, niemals, so gut werden würde wie … Yanis.
Niemals so schnell wie sie. Niemals so stark wie sie. Niemals so ausdauernd wie sie. Niemals so ehrenhaft und so Shiu-gefällig wie sie. Niemals wie sie.
Als wollte sie das überhaupt! Als wollte sie so sein wie … Yanis.
Icara war klüger als sie. Icara war geschickter als sie. Icara lernte schneller, hatte eine bessere Erinnerung, dachte strategischer als sie.
Icara war schon besser als sie.
Und Icara war nicht so blöd gewesen, ihr ganzes Leben, ihre ganze Zukunft, ihre ganze Schönheit zu verlieren, die Liebe, die sie geteilt hatten, einfach aufs Spiel zu setzen, für was? Für ihre alberne Ehre, für das Gefühl, eine Heldin zu sein, für irgendeinen Bauernjungen, der wahrscheinlich zwei Tage später von einem Pferd zu Tode getreten worden war, oder von einem Baum gefallen, oder …
Und die Situation war nicht ausgewogen gewesen, vorhin, an dem verdammten
„Hier, bittesehr!“, singsangte die Wirtin, und fügte leise hinzu: „Aber denk dran, es ist kein Wettbewerb, lass dir Zeit beim Trinken.“
„S schongut …“, antwortete Icara. Sie lachte auf und sagte: „Ich weis, wasich tu.“
„Dann viel Spaß!“
Immerhin schaffte die ältere Frau es, aufrichtig fröhlich zu klingen, als sie das sagte. Als hätte sie wirklich nur kurz Sorgen gehabt, die Icara jetzt restlos beseitigt hatte.
Icara nickte.
„Du kannst sonst auch noch was von uns haben!“, rief eine*r der Söldner*innen. Di*er mit dem Helm.
„Danke“, erwiderte die Wirtin in noch immer makelloser Freundlichkeit, „Nicht nötig. Ich serviere hier, und das genügt auch.“
Die fünf Söldner*innen lachten laut, und nicht besonders freundlich.
Icara ließ ihren Kopf wieder sinken und starrte auf die Tischplatte des Tresens. Wo war sie gewesen?
Richtig.
Der Shiu-verfluchte Fluss. Ihr Versuch … Yanis einzufangen, festzunehmen, festzuhalten, was auch immer.
Das war nicht ausgewogen gewesen.
Sie war nicht … besser gewesen als Icara.
„Du kannst auch zu uns rüberkommen, dann sitzt du da nicht so allein!“, rief Wurfmesser-Söldner*in.
Vielleicht hatte Icara sich doch zu früh gefreut, eine Schänke mit angenehm hohem Niveau gefunden zu haben.
„Haltie Frese!“
„Oooohhh!“
Gelächter vom Tisch der Söldner*innen. Aber sie gaben immerhin tatsächlich auf, zumindest vorerst.
„Hördihr ma auf zu lachn…?“, murmelte Icara, war aber nicht wütend genug, um es laut zu sagen.
Die Wirtin eilte trotzdem zu ihnen, um ein paar diskrete Worte zu ihnen zu sprechen.
Immerhin gab sie sich Mühe.
Und der Wein war wirklich …
Schon wieder alle.
Es war keine ausgewogene Situation gewesen, an diesem verflixten Flussufer. Sie hatte sich hastig von dem Pferd stürzen müssen, um … die Flüchtige noch rechtzeitig zu erwischen. Sie hatte sichergehen wollen, dass sie es nicht bis ins Wasser schaffte. Es war ein kalkuliertes Risiko gewesen. Ein kalkuliertes Risiko, das sich leider verwirklicht hatte. Sie hatte den Sprung nicht genug kontrollieren können, war außerdem durch eine ungeschickte Bewegung Cervirys im Steigbügel abgerutscht und hatte … die Flüchtige dadurch nicht im richtigen Winkel getroffen.
Und Yanis, die Shiu-verlassene, ehrlose, niederträchtige, dreckige, von sinnlosem dummem Glück verwöhnte … Flüchtige, war natürlich durch schieres, dummes Glück, das ihr immer und immer und immer hold war, in der Situation gewesen, es perfekt auszunutzen, verdammte, monströs hässliche, desertierende, feige, ehrlose …
„Kaich noch ein habn?“
„Bist du sicher, dass du nicht genug hattest?“, fragte Nasalhelm.
„Kscht!“, zischte die Wirtin. „Gerne!“, antwortete sie strahlend, und brachte Icara noch einen Becher von dem wirklich außerordentlich köstlichen Espertaler.
„Wenn sie in deinen Schankraum kotzt, musst du’s aufwischen“, sagte ein*e andere*r der Söldner*innen, di*er eine absurd verschlungene, dichte Tätowierung über die gesamte linke Hälfte si*eres Gesichts trug. „Aber wir riechen das garantiert bis hier, und dann ist unser Abend auch versaut.“
„Deshalb machen wir uns Sorgen, ist doch klar“, sagte Wurfmesser.
„Chab gesagt, ihr solldie fer… fer… ferese haltn!“, rief Icara.
Die Söldner*innen lachten.
„Un euer Scheißgegacker könndirch auch sonswohin schiebn!“
„Entschuldigung“, raunte die Wirtin ihr zu und entblößte vier erstaunlich große Hauer in einem entschuldigenden Grinsen, „Aber könnt Ihr bitte etwas leiser sein? Ich möchte nicht, dass die anderen Gäste sich unwohl fühlen.“
„Schongut“, antwortete Icara abwinkend.
„Nicht kotzen!“, zischte Nasalhelm.
„Jessis genug…“, murmelte Icara, und stand auf.
Oder versuchte es.
Ja gut. Es war doch eine ganze Menge Wein gewesen. Sie stützte sich an dem Tisch ab und balancierte sich so behutsam auf den Tisch der Söldner*innen zu.
Sie spürte mehr, als dass sie sah, wie die Wirtin nervös um sie herum scharwenzelte, sich durch das Fell in ihrem Gesicht fuhr und irgendetwas Beruhigendes zu murmeln versuchte.
Icara fand, dass es ihr in Anbetracht der Umstände sehr gut gelang, zu dem Tisch zu navigieren, aber sie freute sich sehr, als sie ihn erreicht hatte, und sich unauffällig – hoffte sie – auf die Tischplatte stützen konnte.
Sie tat ihr Bestes, es nicht zu offensichtlich so aussehen zu lassen, als würde sie sich daran festhalten.
Die fünf kicherten und lachte und stießen einander mit den Ellenbogen an.
„Soo …“, machte Icara. „Ihr seid aso … zähe Hunde, hm?“
„Was?“ fragte di*er mit der Tätowierung lachend.
Icara machte eine unbestimmte Handbewegung.
„Na … Ihr seid harde leude? Ihr habd angs vor nix, ihr verdien eue Geld midde Gefah, un …“ Sie wedelte mit der Hand. „Un so?“
„Ungefähr“, antwortete Nasalhelm.
„Ihr mögs gefählich un hart un … abnteuich? Nee. Tschuldi… A-ben-teu-er-ich“, artikulierte sie angestrengt konzentriert.
Die fünf lachten.
„Wir sind Abenteurer*innen“, sagte Wurfmesser. „Also ja. Und du? Du säufst einf-“
„Gut“, sagte Icara, packte si*en, zog si*en von si*erem Stuhl, schlug mit dem linken Handballen si*ere Nase ein und trat si*em mit der Stiefelspitze gegen die Schläfe, als si*er auf dem Boden aufschlug, damit si*er nicht so bald wieder aufstand.
„Scheiße!“, zischte Nasalhelm.
Sie sprangen alle auf, zwei der Stühle fielen hinter ihnen zu Boden, die meisten stießen irgendwelche unartikulierten oder zumindest für Icara nicht verständlichen Laute der Überraschung, Wut und des Erschreckens aus.
Tätowierung hob eine kleine Armbrust von si*erem Gürtel und versuchte, sie auf Icara zu zielen.
Icara war mit einem Schritt neben si*em, drehte die Armbrust aus si*erer Hand, riss sie in derselben Bewegung von der Gürtelhalterung
– einmal war das Glück auch mit ihr, sie hatte schon befürchtet, dass das vermaledeite Ding hängenbleiben würde –
holte damit aus und schlug die Armbrust dabei einem*r si*erer Freund*innen ins Gesicht, und dann si*em gegen den Kopf, in einem sehr befriedigenden und glücklichen Winkel.
Si*er ging mit glasigen Augen zu Boden.
„Noch drei“, nuschelte Icara zu sich.
Di*er hinter ihr schwankte schon, weil si*er die Armbrust ins Gesicht bekommen hatte, deshalb wandte sie sich si*em zu. Mit einem elegant-beiläufigen Tritt in si*ere Kniekehlen zwang sie di*en Söldner*in zu Boden und schaltete si*en mit einem zweiten höheren Tritt gegen die Schläfe aus.
Die Bewegung endete ein wenig unsauber, und sie musste selber auf ein Knie zu Boden gehen und sich mit einer Hand an der Tischplatte festhalten.
Der Wein war wirklich sehr gut gewesen.
Blieben noch Nasalhelm und Lederrüstung.
„Swei“, nuschelte sie.
Die beiden übrigen hatten die Zeit genutzt, um (Lederrüstung) ein Kurzschwert und (Nasalhelm) ein Beil zu ziehen. Icara prustete ein Lachen. Wer kämpfte denn mit einem Beil?
Naja. Wer trug einen Nasalhelm bei Tisch?
Dann fielen ihr die anderen Menschen im Schankraum ein, und dass sie gelernt hatte, dass eine Hzim niemals jemanden vernachlässigen durfte.
Alle Menschen konnten gefährlich sein, auch wenn sie nicht auf Anhieb wie Kontrahent*innen wirkten.
Aber in diesem Fall nicht. Die meisten waren aufgesprungen, einige hatten den Schankraum verlassen, andere standen neben der Tür. Die Wirtin schaute hilflos zu, mit großen Augen und gehobenen, ausgebreiteten Händen, als würde sie versuchen, eine Lösung aus der Luft zu ziehen. Ihr Fell war gesträubt, und das Licht der Kerzen fiel auf eine faszinierende Art hindurch, von der Icara sich nicht ablenken zu lassen versuchte, so gut sie konnte.
„Es gibt doch keinen Grund, sich zu prügeln!“, rief die Wirtin.
„Wohl“, murmelte Icara, und schaute wieder zu den beiden verbleibenden Abenteurer*innen. „Na? Wasjess??“
Die beiden standen auf der anderen Seite des Tisches und schauten abwechselnd einander und ihre Gegnerin an.
„Wissihr“, erklärte Icara, „Mehrere gehng ein haben immer dsselbe Pro…blem: Ihr könn euch nich entscheidn, wer angreif.“ Sie grinste. „Deshalb ßögerdihr, un … ich kann ds ausnutzn.“
Lederrüstung sprang auf sie zu. Schnell. Aber nicht schnell genug.
Icara drehte sich an der Waffe vorbei, griff mit der Linken in den Nerv unter si*erem Ellenbogen, stieß si*em den ihren ins Gesicht und zog mit der Rechten das Schwert aus si*erer Hand.
Während Lederrüstung einen Schritt zurücktaumelte, rammte Icara si*em mit einem außerordentlich befriedigenden Knirschen, gefolgt von einem sehr erfreulichen Heulen, den Knauf in den Mund. Lederrüstung fiel auf die Knie und verbarg si*er Gesicht in den Händen. Icara trat si*em mit Gusto gegen die Stirn, drehte sich um zu Nasalhelm, und konnte sich gerade noch an einem Stuhl abfangen, um zu verhindern, dass sie zu weit herumwirbelte und dann umfiel. Wäre ihr peinlich gewesen.
„Na?“, fragte sie grinsend. „Zäher Hund? Oder … Hassu dochn bischn Angs jess?“
Nasalhelm wich mit si*erem albernen Beilchen einen Schritt zurück und schaute mit weit aufgerissenen Augen um sich, nach einem Ausweg suchend.
Icara ging langsam auf si*en zu.
„Na? Was? Hassu Angs? Willsu nich mehr? Zu abeneu … eb… abet… Aaachvegisses.“
Icara winkte mit einer weit ausholenden Geste ab.
Die Person stieß mit dem Rücken gegen eine Wand.
„Du lachs ja ganich mehr?? Nichmehr lustich? Doch keiso harte Hund, hm??“
Di*er Söldner*in hob das Beil – und warf es.
Icara wich aus und lachte, während hinter ihr jemand schrie.
Sie verlor das Gleichgewicht, versuchte, sich abzufangen, schaffte es knapp nicht, fiel seitlich hin, konnte sich aber immerhin noch mit einem Arm abstützen, immer noch lachend.
Mist. Peinlich.
Nasalhelm sah si*ere Chance gekommen und nutzte mit dem Mut der Verzweiflung die Situation. Laut brüllend warf si*er sich auf Icara, mit einem Jagddolch in der Hand, woher auch immer der jetzt gekommen war.
Icara empfing si*en mit einem kräftigen Tritt in den Solar Plexus – jetzt wäre si*er wahrscheinlich gerne die Person mit der Lederrüstung gewesen, was? – und fing das Handgelenk di*er Angreifer*in mit der Linken ab. Nasalhelm jaulte auf und sackte neben ihr zusammen.
Icara entwand si*er das Messer, schob den Helm vom Kopf ihres Opfers, betrachtete nachdenklich die Klinge, stieß aber schließlich nur den Knauf gegen die Schläfe des*r nun unbehelmten Söldner*in und rammte es dann in den Boden der Schänke.
Umständlich rappelte sie sich auf und wankte in Richtung der Treppe.
„Chgeh jess schlafn“, sagte sie zu der ungläubig starrenden Wirtin. „Wenndu die Wache rufn wills – chbin Hzim. Solln selbs enscheidn, obse mich weckn.“
Shiu, sie war müde. Aber sie konnte sich nicht erinnern, wann sie sich zuletzt so gut gefühlt hatte.

Lesegruppenfragen

  1. Nervt die Transkription von Icaras wegen des Weins undeutlicher Sprache, oder war das okay für euch?
  2. Ich werde jetzt nicht so tun, als wäre dieses Kapitel für den Plot unerlässlich. Aber ich fands lustig. Und ihr?
  3. Von den grundsätzlichen Fragen ab: Fandet ihr die Kampfbeschreibungen einigermaßen gelungen?
  4. Und die Beschreibung der Atmosphäre, des Umfelds und der Ereignisse vor dem Kampf? Kam euch das plausibel vor?

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