Yanis (20)


Am schlimmsten ist immer noch das Veröffentlichen hier. Und ich fand WordPress mal richtig gut. Wahrscheinlich werd ich einfach nur alt.

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.
Im 14. Kapitel erklärt Aki sieren Plan sieren Vätern (Er kommt nicht so gut an.), und Yanis findet, gleichsam als Rückblende, Laia wieder.
Im 15. Kapitel fahren Janis und Leier gemeinsam mit der Kutsche zu dem Schloss der Barone und führen ein ziemlich missglücktes Gespräch.
Im 16. Kapitel kündigt Laia Aki Yanis an (Grammatik, sie ist manchmal nicht so besonders förderlich für die Verständlichkeit, aber ich lass das so stehen, weil ichs gerade lustig finde.), aber Yanis flieht, weil sie Laia nicht traut.
Im 17. Kapitel kommt Yanis in Lichternach an, kämpft gegen eine Wache am Stadttor und wird deshalb öffentlich ausgepeitscht. Yanis und Aki befreien sie.
Im 18. Kapitel heilt Aki Yanis und heuert sie für sieren Plan an.
Im 19. Kapitel erreichen die drei den Sitz der Freifrau von Berleningen, Aki überzeugt sie, ihnen zu helfen, und Yanis und Laia führen ein für beide Seiten etwas peinliches Gespräch
Was heute geschieht

Am nächsten Morgen erwachte Yanis mit einer irritierenden Mischung aus Benommenheit und stillem Aufschrecken in Erinnerung an die Ereignisse des vorigen Abends.
Nachdem sie einige Minuten steif im Bett gelegen und kaum gewagt hatte, zu atmen, brachte sie die Kraft auf, vorsichtig den Kopf zu heben. Dem durch das Fenster sichtbaren Licht und dem immer noch sehr eindeutig schlafenden, sabbernden Gesicht der Agentin nach zu urteilen, schien es noch relativ früh am Morgen zu sein.
Yanis beschloss, die Gelegenheit zu nutzen, die unangenehme Begegnung hinauszuzögern.
Sie war gar nicht sicher, wovor ihr am meisten graute: peinlichem Schweigen und dem Versuch, so zu tun, als hätte sie nichts gesagt? Dem Versuch, daran anzuknüpfen und freundlich darüber zu reden? Mitleid? Ja doch. Sie war sich ganz sicher, dass das die eine Sache war, vor der ihr mit weitem Abstand am meisten graute. Mitleid.
So leise sie konnte – und sie konnte sehr leise sein, wenn sie es darauf anlegte – glitt sie aus dem Bett. Sie hatte sich ohnehin nicht ausgezogen und konnte deshalb direkt aus dem Zimmer schleichen, dann aus dem Haus, in den Garten dahinter, in der Absicht, den Tag mit einigen Übungen zu beginnen, während derer sie garantiert nicht in schamvoller Erinnerung an den Dialog mit der Agentin schwelgen oder sich die früher oder später ja unausweichliche nächste Begegnung mit ihr ausmalen würde.
Immerhin fand sie draußen wirklich einen sehr schönen Morgen vor. Die Luft war kühl und frisch, und Tau glänzte im Gras und auf den Blättern im Licht der Sonne, die sich gerade erst vorsichtig über den Horizont emportastete.
Zu ihrer Überraschung fand Yanis dort im Garten dien Magier*in vor.
Sier lag auf dem Rücken im taufeuchten Gras, und zuerst dachte Yanis deshalb, sier würde schlafen. Dann fiel ihr auf, dass die Augen dier Magier*in weit offen waren und siere Lippen sich kontinuierlich bewegten, wenn auch nicht sehr auffällig, als würde sier flüstern.
Dann fiel ihr ein, was sie über Magier*innen gelernt hatte: Dies musste die Meditation sein, die ihnen half, ihre astrale Kraft zu gewinnen.
In ihrer Ausbildung war es vorrangig darum gegangen, dass Magier*innen in dieser Phase verwundbar waren und deshalb die der eigenen Truppen besonders schutzbedürftig waren, und die der gegnerischen besonders lohnende Ziele.
Auch wenn sie in keiner der beiden Richtungen Pläne hatte, erwies sich das Wissen als nützlich, um die Situation einzuordnen.
Aus der Nähe konnte Yanis erkennen, dass die Augen dier Magier*in vollständig schwarz ausgefüllt waren, und siere Finger fest und tief in den Boden gekrallt.
Der Anblick war ein wenig verstörend, deshalb wandte Yanis sich direkt wieder ab, nahm einen ihr angemessen erscheinenden Abstand ein und begann mit ihren eigenen Übungen.

*************************************

Aki stieg aus dem meditativen Zustand hinab und begann allmählich wieder die Welt um sich herum wahrzunehmen.
Sier hob den Kopf, um sich umzuschauen. Sier hatte es geschafft, in solchen Situationen den Gedanken an eventuelle Zuschauer*innen das Bewusstsein nicht so sehr dominieren zu lassen, dass es die Meditation verhinderte. Aber es war immer noch der erste Gedanke nach der Rückkehr.
Diesmal fand sier sogar tatsächlich eine andere Person in der Nähe vor, aber auf eine ganz andere Weise, als sier erwartet hatte. Eine ganze Weile saß Aki einfach nur da und beobachtete. Es war gleichzeitig faszinierend und auch verstörend. Die Bewegungen, die sie machte, sollten teilweise gar nicht möglich sein, fand Aki. Zumindest nicht ohne magische Unterstützung.
„Ostei Lawaan!“, murmelte sier, um ganz sicher zu gehen.
Und dann war sier ganz sicher: Da war keinerlei Magie im Spiel.
Blieb nur noch göttliches Wirken … oder einfach unfassbare Kraft und Gewandtheit. In diesem Moment kam Aki beides ungefähr gleich plausibel vor.
Am Ende wandte sier sich wieder ab, nicht nur weil sien zu sehr irritierte, was die Ordenskriegerin an Bewegungen vollführte, sondern auch, weil sier sich unwohl dabei fühlte, sie so anzugaffen.
Trotzdem konnte Aki sich nicht ganz dazu aufraffen, einfach zu gehen.
Sier hoffte auf eine Gelegenheit, kurz mit der Kriegerin über siere Pläne zu reden und sie besser kennenzulernen, ohne dass Laia dabei war und ihr Bestes tat, sien lächerlich zu machen.
(*OB*Gendern?*OB*)Deshalb saß Aki dort weiter im Gras und beobachtete die Büsche, den Himmel, und eine Zeitlang einen Gerbspinner, der zwischen den Blättern einer Zwerghesper seine Falle baute.
„Was ist das denn?“, fragte die heisere Stimme der Kriegerin hinter siem.
Aki wusste nicht, ob sier es makaber finden sollte, aber etwas an dieser Stimme gefiel Aki. Sie klang durch ihre Heiserkeit und Rauheit so … anders. Besonders. Und wie die ganze Person irgendwie hart und unbeugsam und … gewalttätig? Das war nicht ganz der richtige Ausdruck, aber etwas an der schieren Andersartigkeit dieser Person faszinierte sien, dier selbst noch nie körperlich die Hand gegen einen anderen Menschen erhoben oder im Ernst eine Waffe geführt hatte.
„Ein Gerbspinner“, antwortete Aki. „Sie … bauen diese Netze und ahmen die Rufe von Vögeln nach, um sie hineinzulocken. Sie sind ziemlich selten so weit im Süden, aber dieser scheint es kühl zu mögen.“
Aki schaute vorsichtig in das verbrannte Gesicht der Ordenskriegerin und bemerkte, dass sier darin etwas sah, was sier noch nie gesehen hatte: Sie lächelte. Sie strahlte regelrecht.
Aki versucht, weder zu deutlich auf die Scharte in ihrer Oberlippe zu starren, die sich dabei auf eine Art öffnete und den Blick auf einen großen Teil ihres vorderen Oberkiefers freigab, der siem ein unangenehmes Kribbeln im Nacken verursachte, noch zu deutlich wegzuschauen.
Sier fixierte sieren Blick auf die Augen der Kriegerin, so gut sier konnte.
„Ist … alles in Ordnung?“ fragte Aki.
Sie nickte heftig.
„Ohja.“ Und fügte nach einer kurzen Pause auf Akis fragenden Blick hinzu: „Sie hat mich gesehen.“ Nach einem weiteren fragenden Blick ergänzte sie: „Shiu. Sie hat nichts gesagt, aber ich habe sie gespürt. Ich war in ihrer Nähe.“
„Ah. Gut. Äh … Freut mich.“
Aki hatte direkt vor einer Manifestation Kish’Kukuns gestanden und kein bisschen Nähe gespürt, aber wer war sier, das anzuzweifeln? Yanis freute sich selten genug, soweit Aki das mitbekommen hatte.
„Sollte ja hilfreich sein für das Turnier, wenn Ihr Euch gut mit der Kriegsgöttin versteht“, fügte sier einer spontanen Inspiration folgend hinzu.
Die Kriegerin nickte, und ihre Augen weiteten sich. Ihr war offenbar gerade etwas eingefallen.
„Wo wir gerade von dem Turnier sprechen: Seid Ihr Euch eigentlich darüber im Klaren, dass die Teilnehmenden üblicherweise ihre gesamte Ausrüstung selbst stellen müssen, also Rüstung, Waffen und insbesondere auch ein Pferd, falls dies Teil der Kämpfe ist?“
„Oh.“
Aki schaute nachdenklich auf den Rasen hinab, während sier über die Folgerungen daraus nachdachte.
„Oh. Das war mir in der Tat bisher nicht klar. Ich habe schon verschiedene Turniere besucht, aber die genauen Modalitäten waren mir nicht bekannt. Vielleicht hätte ich darüber mehr nachdenken müssen.“
In diesem Moment war Aki wirklich froh, dass Laia nicht dabei war. Trotzdem hörte sier sie in diesem Kopf ganz deutlich ‚Meinst du wirklich?‘ fragen.
Aki schüttelte genervt den Kopf und machte eine babbelnde Geste mit den Lippen.
Die Kriegerin legte fragend den Kopf schief, und Aki winkte ab.
„Schon gut, ich … habe nur laut gedacht. Nein. Also, ich habe auf jemanden geantwortet, di*er nicht hier ist. Es musste halt alles sehr schnell gehen! Aber ich gebe zu, ich habe nicht hinreichend bedacht, dass Ihr … sehr prekär ausgestattet seid.“
„Was soll das denn jetzt heißen?“, fragte Yanis.
Aki brauchte ein paar Herzschläge, bevor siem klar wurde, dass sie keinesfalls ob dieser Behauptung empört war, sondern sie wirklich nicht verstand.
„Ich meine lediglich, dass Ihr keine Rüstung habt, keine Waffen und insbesondere auch kein Pferd“, antwortete sier.
„Ah“, machte Yanis. „Das kann ich dann nicht bestreiten.“
„Ich … vermute, das Pferd ist das größte Problem dabei?“, fragte Aki nach kurzer Überlegung.
Sie nickte nach einer ähnlich kurzen Pause.
„Eine Waffe für mich könnt Ihr sicherlich finden. Ich bevorzuge Säbel, aber ich komme mit allem zurecht. Eine Rüstung sollte auch aufzutreiben sein. Sicherlich kein perfekt sitzender Plattenpanzer, je nachdem, wie viel Geld Ihr dafür auszugeben bereit seid, aber ich kämpfe im äußersten Fall auch ohne, oder einfach im Kettenhemd.“
„Wir sollten wahrscheinlich herausfinden, ob das Turnier Garderobenvorschriften beinhaltet. Ich stelle mir vor, dass nicht einfach jede*r dahergelaufene Streuner*in mit einem Brotmesser zugelassen wird. Obwohl, wenn si*er den Obolus aufbringen kann …“
Aki kratzte sich am Kopf, während sier nachdenklich ins Leere starrte und sich überlegte, welche Regeln für Turniere siem am plausibelsten vorkamen.
„Ich habe mit Turnieren auch nicht viel Erfahrung. Wir nehmen an solchen Veranstaltungen nicht teil.“
Aki nickte nachdenklich, während sier zu dem Ergebnis kam, dass es wahrscheinlich keinen Sinn hatte, sich die Konditionen ausdenken zu wollen. Sier musste sie irgendwie herauskriegen. Aber ein paar Dinge waren doch jetzt schon offensichtlich:
„Du brauchst auch einen Helm, oder etwas anderes, um dein Gesicht zu verbergen.“
„Ich möchte mein Gesicht nicht -“
„Ja, ich weiß, aber denk dran, wer du bist!“, unterbrach Aki sie. „Du musst zugeben, dass du sehr … leicht zu beschreiben und zu erkennen bist.“
„Oh. Ja. Muss ich.“
Aki nickte.
„Du musst also einen Helm tragen, der-“
„Mein Gesicht verdeckt. Einverstanden.“
„Das sollten wir hinbekommen, oder? Helme müssen nicht maßgefertigt werden?“
„Es wäre besser. Aber eine ausreichend große Waffenschmiede sollte einen haben, den ich tragen kann.“
„Gut. Aber das Pferd …“
„Ja“, sagte Yanis. „Das Pferd ist der schwierigste Teil, denke ich auch. Ein Streitross, das gut genug für ein Turnier ist, wird so schnell schwer zu bekommen sein, und ich hätte keine Chance, sein Vertrauen zu gewinnen. Wir könnten uns nicht aneinander gewöhnen.“
Aki nickte immer noch, auch wenn es immer kleinere kontinuierliche Bewegungen waren. Sier war immer noch damit beschäftigt, darüber nachzudenken, was sier sich selbst erschließen konnte, was sier wirklich herausfinden musste, und was sinnvolle Fragen an die Kriegerin waren, die zwar anscheinend auch nicht viel von Turnieren wusste, aber doch immerhin von Krieg. Und das war immerhin nah dran, oder?
„Ich verstehe. Das … ist ein Problem. Ich bin nicht einmal völlig sicher … Wofür brauchen wir überhaupt, nein. Wie formuliere ich denn die Frage, ohne dass sie völlig närrisch klingt? Für welche Disziplinen bei einem Turnier, ja so, wird denn überhaupt ein Pferd benötigt. Lanzenreiten?“
Aki stellte erleichtert fest, dass sier inzwischen völlig mit Nicken aufgehört hatte.
„Ja, Lanzenreiten natürlich. Aber nicht nur“, erwiderte Yanis. „Wir haben gelernt, vom Pferd mit dem Bogen, der Armbrust, mit dem Wurfspeer und der Schleuder Ziele zu treffen, wir haben zu Pferd den Kampf mit Säbel, Schwert, Streitkolben, Streitaxt – die Übungen mit der Streitaxt habe ich gehasst –, Zw- “
Aki wurde von dem Gefühl beschlichen, dass sie nicht von selbst aufhören würde.
„Schon gut“, sagte sier. „Ich habs verstanden. Es gibt anscheinend nichts, was du nicht auf einem Pferd tun kannst.“
Die Kriegerin hob eine … was von ihrer rechten Augenbraue übrig war, und machte mit einer Hand eine schwankende Bewegung.
„So ähnlich“, sagte sie, mit einem vorsichtigen Lächeln, unsicher, zu welchem Anteil Aki sich über sie lustig machte.
„Ach, ich hatte mir das alles zu einfach vorgestellt“, murmelte Aki. „Wie bekommen wir denn noch rechtzeitig heraus, was wir alles … Moment. Es muss doch bei dem Turnier Möglichkeiten geben, so etwas zu kaufen! Wo würden denn sonst reisende Händler*innen und Waffenschmied*innen ihre Ware feilbieten, wenn nicht da, wo Dutzende adlige und reiche Kämpfer*innen zusammenkommen, um einander die Schädel einzuschlagen? Sicher wird doch von denen mal jemand etwas vergessen haben, oder verlieren, oder es wird im Kampf zerstört, oder?“
„Das kann schon sein, wenn das Turnier groß genug ist, denke ich. Aber ich habe auch noch nie an einem teilgenommen.“
Aki atmete auf eine Art tief durch, die fast ein Seufzen war. Sier Hals schnürte sich ein wenig zusammen.
„Manchmal“, sagte sier, „fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre mein Plan völlig unrealistisch, hoffnungslos unterkomplex und beschämend hoffärtig.“ Sier atmete noch ein bisschen schwerer und schluckte. „Und dann erinnere ich mich dran, dass alle Pläne sich zeitweise so anfühlen, zumindest denke ich das, und dass mit der richtigen Einstellung und Kreativität, Klugheit und Leistungsfähigkeit, für jedes Problem eine Lösung gefunden werden kann oder dass ich zumindest jetzt gerade auf keinen Fall etwas anderes denken darf.“
Yanis grinste. Und Aki versuchte wieder, sich davor nicht zu sichtbar zu ekeln, und schämte sich dabei gleichzeitig dafür, dass diese Verletzung sien anekelte – Sie konnte nichts dafür. Das war nun einmal ihr Gesicht. -, und freute sich ein bisschen darüber, dass es sien von sierer Verunsicherung, Selbstzweifeln und beginnenden Panik vor dem Versagen ablenkte.
Und gleichzeitig wurde siem bewusst, dass sier die Kriegerin offenbar noch nie wirklich hatte lächeln sehen, und dass sier sich freute, dass es jetzt soweit war. Und darüber konnte sier den Ekel plötzlich vergessen.
„Ich glaube, ich weiß ganz gut, was Ihr meint“, sagte die Kriegerin.
Aki schluckte noch einmal, überrascht davon, wie warm das Gefühl war, dass sich ob dieses einen kurzen Satzes in siem ausbreitete.
„Danke. Ich … weiß das zu schätzen, und ich finde diesen Ausdruck in Eurem Gesicht sehr faszinierend, aber jetzt gerade würde es mir noch mehr helfen, wenn Ihr außerdem noch kurz so etwas sagen könntet wie, dass Ihr wirklich so gut seid, wie ich hoffe.“
Jetzt lachte sie sogar, ein echtes, hörbares Lachen.
Und sagte, zu Akis maßloser, wenn auch leider nicht vollständiger, Erleichterung, nicht nur, weil Aki zur guten Hälfte eine Maulschelle für die missverständliche Anspielung auf die Mimik der Shiu’Hzim befürchtet hatte:
„Ich bin wirklich so gut.“
„Mhm. Mhmm…“
Aki seufzte.
Und dachte: ‚Hoffentlich ist sie wirklich so gut. Kish’Kukun, und meinetwegen auch Shiu, und wer immer gerade zuhört, lasst sie bitte bitte wirklich so gut sein.‘

Lesegruppenfragen

  1. Wie wärt ihr an Yanis‘ Stelle mit der Situation am Morgen gegenüber Laia umgegangen?
  2. Wie fandet ihr die Schilderung von Yanis‘ Übungen als Akis Perspektive? Kommt da für euch was rüber? Hättet ihr euch mehr gewünscht?
  3. Hattet ihr vorab über die Ausrüstung für das Turnier nachgedacht?
  4. Glaubt ihr, dass Yanis wirklich so gut ist? Warum oder warum nicht? (Bzw. wie gut?)

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