Yanis (18)


Der neue WordPress-Editor ist übrigens genau so furchtbar, wie ich befürchtet hatte.

Nur falls ihr euch fragt.

Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.
Im 14. Kapitel erklärt Aki sieren Plan sieren Vätern (Er kommt nicht so gut an.), und Yanis findet, gleichsam als Rückblende, Laia wieder.
Im 15. Kapitel fahren Janis und Leier gemeinsam mit der Kutsche zu dem Schloss der Barone und führen ein ziemlich missglücktes Gespräch.
Im 16. Kapitel kündigt Laia Aki Yanis an (Grammatik, sie ist manchmal nicht so besonders förderlich für die Verständlichkeit, aber ich lass das so stehen, weil ichs gerade lustig finde.), aber Yanis flieht, weil sie Laia nicht traut.
Im 17. Kapitel kommt Yanis in Lichternach an, kämpft gegen eine Wache am Stadttor und wird deshalb öffentlich ausgepeitscht. Yanis und Aki befreien sie.
Was heute geschieht

Yanis war sich noch nicht ganz sicher, ob sie die beiden hassen oder für unfähige Witzfiguren halten sollte, oder vielleicht einfach beides, aber eins ließ sich nicht leugnen: Diese Linsenpfanne war köstlich. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass Yanis seit beinahe zwei Tagen nichts gegessen hatte und unfassbar hungrig war, aber sie war sich außerdem ziemlich sicher, dass es außerdem auch wirklich hervorragend schmeckte. Sie tat ihr Bestes, es sich nicht zu sehr anmerken zu lassen, sowohl weil sie den beiden die Genugtuung nicht gönnte, als auch ganz einfach weil sie sich vor ihnen nicht noch weiter erniedrigen wollte, indem sie wie ein wildes Tier das Futter aus dem Napf herunter schlang.
Sie war sich nicht sicher, wie gut es klappte, denn sie hatte wirklich schrecklichen Hunger, und es schmeckte wirklich unglaublich gut. Es war fast genug, um sie die Schmerzen in ihrem Rücken vergessen zu lassen, das permanente Jucken und Ziepen in ihrem Gesicht, das dumpfe Pochen der anderen Narben an ihrem ganzen Körper, und das widerliche Gefühl von klebriger Feuchtigkeit von den offenen Wunden und Brandblasen.
Es war fast genug, sie das nagende Gefühl vergessen zu lassen, das sich daraus speiste, blutend und nässend in stinkender ungewaschener fleckiger zerrissener und von vornherein schäbiger Kleidung in diesem kleinen, aber prunkvoll eingerichteten Speisesaal, in dem sie unter glänzenden Kandelabern auf marmornem Boden sitzend mit silbernem Besteck von kunstvoll verzierten Porzellantellern aß, während von ihrem ausgepeitschten Rücken Wundflüssigkeit auf die Polster der sicherlich unbezahlbaren Stühle tropfte.
Sie konnte ihren eigenen Gestank riechen unter dem köstlichen Duft des Essens und dem subtileren Holz-und-Kerzenwachs-und-Blumen-Geruch das Saales.
„Also …“, begann sie schließlich, als sie sich allmählich wieder in der Lage fühlte, kurz damit aufzuhören, sich Linsen in den Mund zu schaufeln, „Ich bin nicht sicher, ob ich das alles richtig verstehe, aber im Ergebnis wollt Ihr, dass ich … für Euch das Turnier von Kelthoven gewinne?“
Dier Magier*in wiegte den Kopf und schaute vage peinlich berührt.
„Naja … Ihr müsstet nicht unbedingt gewinnen, es würde völlig reichen, wenn Ihr irgendwo in den vorderen Plätzen unterkommt. Glaubt Ihr, da habt Ihr eine Chance?“
„Das ist kein Problem“, antwortete sie. „Ich weiß nicht viel darüber, deshalb will ich auch noch nicht zu viel versprechen, aber …“
Verflixt, sie hatte keine Ahnung, ob sie gerade einen schrecklichen Fehler machte. Sie hatte noch nie über irgendetwas verhandeln müssen. Verhandelte sie gerade überhaupt über irgendetwas? Musste ja. Die beiden mussten ihr schließlich irgendetwas bieten, und Yanis musste außerdem auch irgendetwas fordern. Sie hatte keine völlig klare Vorstellung, wie die Welt außerhalb ihres Ordens funktionierte, aber sie wusste genug, um sich darüber im Klaren zu sein, dass sie Geld brauchte, um sich Essen zu kaufen.
Also musste hier jetzt wohl irgend eine Verhandlung stattfinden. Also war es wahrscheinlich gar keine gute Idee, Zweifel an ihren eigenen Leistungen zu wecken.
„… Ich bin eben eine Shiu’Hzim“, beendete sie den Satz also. „Sie nennen uns nicht umsonst die Unbesiegbare Legion.“ Dier Magier*in zögerte nachdenklich, bevor sier erwiderte:
„Ich will Euch nicht zu nahe treten, wirklich nicht, aber so unbesiegbar saht Ihr vorhin gar nicht aus … also, nicht, dass ich sagen will, dass sie lügt, aber sicherlich versteht ihr, dass … Also, es ist halt nicht ganz so offensichtlich, wie man erwarten würde. Ihr habt nicht zufällig irgendeine Art von … Nachweis?“
„Aki, ich hab es gesehen!“, rief seine Agentin.
Yanis sah zu ihr hinüber und … versuchte, nicht begeistert zu sein. Irgendetwas war im Gesicht der Agentin, in ihren Augen, in ihrer … Und dann schaute die Agentin plötzlich zurück und sah ihr direkt in die Augen.
… Yanis versuchte, bis auf Weiteres nicht mehr hinzusehen.
„Du hast eine Rüstung gesehen, und einen Säbel. Ich dachte, vielleicht gibt es ja sowas wie eine … Urkunde?“
Die Agentin schnaubte.
Yanis wandte sich reflexartig in ihre Richtung und bereute die Bewegung sofort, versuchte aber, sich die Schmerzen nicht anmerken zu lassen.
„Ja, klar, sehr vernünftige Frage. Ein Zentner goldene Rüstung ist völlig unproblematisch zu fälschen, und damit direkt neben einem Gasthaus herumzuturnen, in dem ein ganzer Zug echte Ordenskriegerinnen übernachtet, ist einfach eine der naheliegendsten Ideen überhaupt, aber eine Urkunde …! Ich mein, welche*r Betrügerin wäre schon in der Lage, ein Stück Papier zu beschriften?! DAS wäre ein richtiger Beweis, ne?“
Dier Magier*in saß da und guckte an die Wand.
„Schmeckts?“, fragte sier schließlich nach einer Weile peinlichen Schweigens.
„Mhm“, machte Yanis, und schaute sien ein bisschen misstrauisch an, unsicher, ob das Spott war.
„Schön!“, erwiderte sier, immerhin aufrichtig erfreut.
Wieder eine ganze Menge Schweigen, bevor dier Magier*in schließlich stockend hervorpresste: „Tut mir leid, ich weiß einfach nicht, wie ich es anders sagen soll, aber ich wüsste gerne, was passiert ist. Ich würde gerne verstehen, wie ich übereinbringen soll, dass du angeblich eine Hzim bist, aber auch …“ Sier gestikuliert hilflos und stammelte, und sagte schließlich: „Tut mir leid, ich weiß nicht wie ich sagen soll, muss ich es wirklich sagen?“
Yanis legte ihre Gabel hin und lachte bitter.
„Nein“, seufzte sie. „Aber andersrum: Muss ich es wirklich sagen? Weil …?“
Sie gestikulierte selbst in Richtung ihres Gesichts, ihrer Kleidung und überhaupt ihrer ganzen selbst.
Aki öffnete den Mund, schloss ihn wieder, öffnete ihn wieder, schloss ihn wieder.
„Ich weiß, ich stehe jetzt als rücksichtsloser Arsch da, aber es geht hier um sogar noch mehr als nur das eine Menschenleben! Wenn diese Sache schief läuft, riskieren wir tiefe diplomatische Verwerfungen zwischen den Regionen, deshalb muss ich schon wissen, mit wem ich es zu tun habe. Sie haben dich rausgeworfen?“
Yanis zögerte nun auch kurz. Was tun?
Eigentlich schien es offensichtlich, denn wenn sie mit den beiden arbeiten wollte, würden sie es ohnehin erfahren müssen, und wenn nicht, hätte liegen auch keine großen Vorteile mehr. Außerdem war sie eine furchtbare Lügnerin und würde es sicherlich ohnehin verbocken.
Andererseits fühlte sich falsch an, es Ihnen zu sagen, und das nicht nur aus taktischen Gründen, sondern vor allem, weil sie sich einfach schämte, und es nicht aussprechen wollte. Nicht mal, wenn niemand es hörte, und erst recht nicht vor diesen zwei Fremden.
Aber natürlich auch ein bisschen aus taktischen Gründen. Sie wollte nicht, dass sie sie wieder wegschickten. Nicht mal vorrangig wegen des Geldes oder des Essens. Yanis war sich ziemlich sicher, dass sie schon irgendwie zurechtkommen würde. Sie wollte einfach nur diese Person. Sie schaute kurz aus den Augenwinkeln zu der Agentin und dann schnell wieder auf ihren Teller. Sie wollte sich diese Chance nicht versauen.
Aber doch … Eine Shiu’Hzim floh nicht. Sie sah der Gefahr ins Auge und stellte sich ihr. ‚Also los, Yanis, stell dich!‘
„Nicht … ganz.“ Na gut, das hätte furchtloser und göttingefälliger rauskommen können. Sie fasste sich ein Herz und versuchte es noch einmal: „Ich hatte eine Auseinandersetzung mit meiner Kommandantin und habe die Einheit … unerlaubt verlassen.“
Aki sah sie mit offenem Mund an, sichtbar nachdenkend.
„Du … Du hast … Ich kenne mich mit militärischer Terminologie nicht so gut aus, aber ist es nicht ziemlich genau der Vorgang, der typischerweise… Naja, ‚Desertieren‘ ist im Krieg, oder? Aber jedenfalls … Große Kish’Kukun … Suchen sie dich?“
„Das … kann sehr gut sein. Ich glaube schon. Ja. Ich bin mir ziemlich sicher. Ja. Sie suchen mich.“
„Kalamität“, stöhnte dier Magier*in und vergrub das Gesicht in den Händen. Sier schaute zwischen gespreizten Fingern zu Yanis auf.
„Ich schätze, jetzt habe ich immerhin auch keinen Zweifel mehr, dass du echt bist.“
„Guter Anfang, oder?“, fragte die Agentin.
Dier Magier*in seufzte.
„Ja… Aber-“
„Aki, du weißt es, ich weiß es, und sie weiß es nur deshalb nicht, weil wir ihr nicht die Details und den Hintergrund des Auftrags erklärt haben: Dies ist es. Dies ist deine Chance, aus deinem Plan was zu machen. Was? Glaubst du, du findest noch eine andere, seriösere Shiu’Hzim bis morgen, die du mieten kannst? Keine Beleidigung, ich hab nur … War wirklich nicht böse gemeint, ja?“, fügte sie in Yanis‘ Richtung hinzu.
Yanis war vor allem deshalb nicht beleidigt, weil die Situation ihr so absurd und die beiden ihr immer noch so lächerlich vorkamen.
Dier Magier*in schaute ratlos zwischen ihnen beiden hin und her.
„Na gut“, sagte sier schließlich. „Ich sehe es ein. Wir müssen dann wohl … Also, ich will gar nicht so defätistisch klingen, tut mir leid.“ Sier nahm sich sichtbar zusammen und lächelte Yanis an. „Also, wir würden dir den Auftrag gerne anbieten. Wir versuchen es miteinander, wenn du auch dabei bist.“
„Ich bin mit solchen Situationen nicht vertraut“, sagt Yanis, „Aber ich glaube, es fehlt immer noch das Detail der Bezahlung. Ich bekomme Geld für das, was ich für euch tun soll, richtig? Ich brauche nämlich welches, leider.“
Dier Magier*in lachte.
„Da sind wir jetzt in einer recht amüsant symmetrischen Situation! Ich habe nämlich auch keine Vorstellung davon, was eine adäquate Bezahlung dafür wäre.“
„Aber …“
„Ich weiß! Meine Pläne sind nicht immer ganz so durchdacht und ausgefeilt, wie sie auf den ersten Blick vielleicht wirken mögen. Was hältst du von … Zwei Groschen pro Tag?“
„Aki!“
„Fünf Groschen pro Tag?“
Yanis hoffte inständig, dass die beiden ihrem Gesichtsausdruck nicht zu deutlich ansehen konnten, dass das einfach nur Zahlen ohne richtig konkrete Bedeutung für sie waren. Einfach nur, weil sie den Eindruck hatte, dass man das so machte, sagte sie: „Sieben!“
Dier Magier*in schaute zu sierer Agentin. Die schaute zurück.
„Einverstanden!“, sagte dier Magier*in schließlich.
Und sofort schämte Yanis sich wieder ein bisschen, weil sie gefeilscht hatte. Das war wirklich unter ihrer Würde als SHiu’Hzim. Aber andererseits, galt das nicht für alles, was gerade passierte? Es war einfach ein heilloses Elend.
„Einverstanden“, murmelte sie.
Und konnte doch einen Strom von Freude nicht leugnen, der sie bei dem Gedanken erfasste, wieder einen Zweck zu haben, wieder zu etwas zu gehören, wieder zu wissen, wofür sie da war, und … mit dieser Agentin zusammenzuarbeiten.
Auch für diese Freude schämte sich, und wusste nun gar nicht, ob sie so viel davon unterdrücken oder mitnehmen wollte, wie sie konnte.
Schließlich entschied sie sich fürs Mitnehmen, in dem Wissen, dass vielleicht nicht mehr viele Chancen kommen würden.
Yanis lächelte, schaute den beiden anderen dabei direkt ins Gesicht, und bildete sich dabei sogar ein, einen kleinen Widerschein ihrer Freude darin zu sehen.
Vielleicht war heute doch kein so schlechter Tag.

****************************

Eine knappe halbe Stunde später lag Yanis bäuchlings auf einem Bett, während dier Magier*in über ihr stand und mit schwarz überlaufenen Augen sier sonderbares, fast mehrstimmig klingendes, gleichzeitig zu weit entferntes und viel zu nahes, gleichzeitig irritierend dissonant falsches und erstaunlich melodisch perfektes Lied sang.
Es war sowohl die gruseligste und … fremdeste Erfahrung, die Yanis je gemacht hatte, als auch vielleicht das angenehmste Gefühl, dass sie je empfunden hatte, als die Wunden in ihrem Rücken sich unter sierem magischen Gesang schlossen und verheilten.
Sie tat ihr Bestes, nicht vor Begeisterung zu stöhnen oder zu lachen oder zu zittern oder zu zappeln, und das war alles, was sie schaffte, bis es zu Ende war.
Ein kurzes leises Stöhnen erlaubte sie sich, als sie wohlig und so zufrieden, wie sie in ihrem ganzen Leben vielleicht noch nie gewesen war, auf der herrlich weichen Matratze zusammen sank.
„Alles in Ordnung, bist du wohlauf?“, fragte dier Magier*in.
„Ja“, antwortete sie. „Ja, absolut.“
„Es tut mir leid, dass ich … dir mit den … Brandwunden nicht helfen kann. Dafür bin ich nicht gut genug. Der Magister Curativa an der Universität kann angeblich sogar abgetrennte Gliedmaßen nachwachsen lassen, aber …“
„Schon gut“, unterbrach sie sien, vor allem, weil es sie auf den Geist ging, wie sier und auch siere Agentin immer um ihre Brandverletzungen herum stammelten. Sie schämte sich selbst schon genug für alles, was in den letzten Wochen geschehen war, ohne dass ihr permanent auch von außen vermittelt wurde, wie peinlich und unangenehm das alles war. „Ich weiß gar nicht, ob ich das wollen würde. Sie sind nun einmal da, und sie erinnern mich an vieles, auch wenn es mir nicht gefällt. Ich bin gar nicht sicher, ob es sich richtig anfühlen würde, sie einfach weg zu zaubern.“
Und während sie es sagte, begann sie sich zu fragen, ob da vielleicht sogar etwas dran war.
„Na gut“, knurrte sie nach einer Weile. „Meine Nase hätte ich vielleicht schon ganz gerne wieder.“
Die Agentin lachte ein nervöses, unsicheres Lachen.
„Ich behalte das im Auge. Vielleicht finden wir ja was“, sagte dier Magier*in.
„Ja“, murmelte Yanis. „Sicher.“ Lauter fügte sie die Frage hinzu: „Und wie geht es nun weiter? Wollt Ihr heute noch aufbrechen?“
„Müssen wir“, antwortete dier Magier*in. „Wir haben nicht viel Zeit, und wir müssen noch die Freifrau von Berleningen besuchen, um … eine gewisse Formalie mit ihr zu fixieren.“
„Eine gewisse Formalie?“, fragte die Agentin.
„Formalie?“, fragte Janis gleichzeitig.
„Ja, in der Tat! Du kannst ja schlecht offiziell für die Baronie Orenin antreten.“
„Kann ich nicht?“
„Oh. Ja. Das weißt du ja noch gar nicht. Ähm… Wenn es dir recht ist, würde ich es gerne dabei belassen, bis wir uns ein bisschen besser kennen. Das Geheimnis ist kritisch zur Vermeidung des bereits bezeichneten diplomatischen Eklats, und … Ich bin sicher, dass du sehr ehrenhaft bist und alles tun wirst, was du uns versprochen hast, aber ich hoffe, du verstehst… Wir wissen noch nichts über dich, deshalb können wir dir jetzt nicht auf Anhieb alle unsere tiefsten Geheimnisse anvertrauen.“
„Ist das in Ordnung?“, fragte sier nach einer Weile in die entstandene peinliche Stille.
„Habe ich denn eine Wahl?“, fragte Yanis zurück.
„Wahrscheinlich nicht so richtig“, gab dier Magier*in zu.
„Ich schätze, dann ist es in Ordnung“, knurrte Yanis.
„Danke“, murmelte dier Magier*in.
„Danke“, murmelte die Agentin noch leiser.
Immerhin hatten die beiden den Anstand, sich zu schämen.
Yanis tat ihr Bestes, in einer Haltung zu bleiben, in der sie die kleinen Dinge zu schätzen wusste, statt sich über die größeren zu ärgern.
Sie hatte das Gefühl, dass das eine wichtige Fähigkeit für ihr Überleben und ihre geistige Gesundheit werden könnte.

Lesegruppenfragen

  1. Sollte Yanis die beiden hassen oder für unfähige Witzfiguren halten? Warum?
  2. Glaubt ihr, Yanis hat wirklich eine Chance bei dem Turnier?
  3. Haltet ihr es für vernünftig, dass Aki sich entscheidet, Yanis anzuheuern?
  4. Haltet ihr es für vernünftig, dass Yanis den Auftrag annimmt?

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