Yanis (16)


Läuft immer noch gut. Ich bin der Veröffentlichung sogar zwei Kapitel voraus, und es macht richtig Spaß und schreibt sich sehr flüssig.

Hoffe, für euch auch!


Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.
Im 14. Kapitel erklärt Aki sieren Plan sieren Vätern (Er kommt nicht so gut an.), und Yanis findet, gleichsam als Rückblende, Laia wieder.
Im 15. Kapitel fahren Janis und Leier gemeinsam mit der Kutsche zu dem Schloss der Barone und führen ein ziemlich missglücktes Gespräch.

Was heute geschieht

„He, he, warte mal! Hast du Modinio gesehen?”
“Tut mir Leid, Magister*in!”
Aki grinste. Sier fühlte sich gar nicht so viel älter als diese*r vielleicht zwölfjährige Pag*in. Sier erinnerte sich noch, wie sier damals vor dem Spiegel gestanden und sich gefragt hatte, wie sier wohl erwachsen aussehen würde. Und jetzt war sier plötzlich dier Magister*in, obwohl sier fand, dass sier im Spiegel gar nicht so viel anders aussah. Aki nickte dem*r Pag*in zu, und si*er lief weiter si*hres Weges mit si*hrer Schaufel, für wen auch immer si*er sie holen sollte.
„Hlum do trosh Modinio niniq‘ba-Iin!”, murmelte Aki, und nickte noch einmal, diesmal zufrieden zu sich selbst.
Die Worte waren Iingesi, die Sprache eines längst untergegangenen Volkes, oder sogar völlig frei erfunden. Die Historiker*innen der Universität waren sich da nicht ganz einig. Jedenfalls kam es auf die Worte eigentlich auch nicht an, nur auf die Bedeutung, mit der sie aufgeladen wurden. Deshalb empfahlen die Lehrmeister*innen der Universität auch Iingesi, zumindest für alle, die überhaupt Worte brauchten. Vertraute Worte waren mit zu vielen ablenkenden Bedeutungsebenen verunreinigt.
Aki stieg weiter die Treppe hinunter, verließ das Schloss und schritt mit sierem Stab durch den Garten. Hin und wieder fiel sier Blick auf die Sphäre, die nun darin befestigt war. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Einerseits löste die Sphäre natürlich Stolz und Freude aus, es endlich geschafft zu haben, und ein*e fertige*r Magister*in zu sein. Auf der anderen Seite erinnerte sie daran, wie die Göttin Aki übergangen hatte.
Naja. Eigentlicht war sier immer mit genug zufrieden gewesen. Das war ein Charakterzug, auf den sier immer stolz gewesen war. Aber so knapp an der Auserwähltheit vorbei zu schrammen, hinterließ schon Spuren.
Modinio stand neben dem Kirschbaum auf der Wiese hinter dem Schloss und sah zu, wie Herodi und Nomanal mit hölzernen Schwertern aufeinander eindroschen.
Dier Waffenmeister*in der Baronie trug sieren gewohnten kurzen schwarzen Rock mit Kniestrümpfen darunter und leichten, flachen Schuhen, darüber ein rotes Wams und den gewohnte albernen Hut mit der Hahnenfeder im Band.
Und natürlich den Degen.
Aki war jedes Mal wieder erstaunt davon, wie präsent so eine Waffe doch war. An der Universität waren nur selten welche zu sehen, und auch zu Hause trugen fast nur die Wachen welche, sodass Aki immer wieder Gelegenheit hatte, es zu vergessen und sie sich vorzustellen wie die kleinen Zierdolche, die manche Adligen am Gürtel trugen.
Ein Degen war ja nicht einmal eine besonders klobige Waffe, aber doch … Die Klinge reichte von Modinios Hüfte beinah bis zu sieren Knöcheln. Der Korb hatte einen ähnlichen Umfang wie ein ziemlich großer Apfel oder ein ziemlich kleiner Kürbis. Das Gehänge an Modinios Gürtel schienen mehr Riemen und Schlaufen und Bänder und Ösen zu haben, als irgendjemand außer einem*r Waffenmeister*in für vernünftig halten konnte.
Auf der anderen Seite hing eine Apparatur, die Aki noch nicht gesehen hatte. Musste eine Neuerwerbung sein. Es schien eine sehr kleine Armbrust zu sein. Auf den ersten Blick hätte Aki impulsiv orkische Fertigung vermutet. Aber seit dem Frieden von Angmäa waren die Abgrenzungen sehr viel fließender geworden in dieser Hinsicht.
Jedes Mal, wenn sier so etwas sah, fragte Aki sich, wie es sein musste, den ganzen Tag so ein Monstrum mit sich herum zu tragen, das Gewicht an der Hüfte zu spüren, die Hand auf dem Knauf ruhen zu lassen, den richtigen Sitz der Waffe zu prüfen, kurz daran zu ziehen, um sicher zu sein, dass sie locker genug in der Scheide steckte und das Gehänge fest genug war, um zu ziehen – und zu wissen, dass man es nur alle paar Jahre einmal tatsächlich nutzen würde.
Aki stellte sich oft vor, dass das frustrierend sein musste; dass die Waffe irgendwann anfangen musste, leise, aber bestimmte Vorschläge dazu zu machen, wofür sie benutzt werden sollte, einfach nur, um nicht immer so nutzlos herum zu hängen. Sier war dann immer sehr froh, einen Weg gewählt zu haben, auf dem sier keine tragen musste.
Und dass Modinio anscheinend ganz gut darin war, das Flüstern zu ignorieren.
Jedenfalls ruhte siere Hand sehr entspannt auf dem Knauf des Degens, während sier den beiden Kindern beim Fechten zuschaute.
Hin und wieder warf sier Hinweise ein wie
„Es gibt nicht nur die Spitze, du hast ein ganzes Schwert in der Hand!“, oder „Ist gut, dass ihr euch nicht verletzen wollt, aber wenn ihr nicht mal versucht, einander zu treffen, lernt ihr auch nichts!“
„Hast du vielleicht Zeit für eine kurze Pause in deinem geschäftigen Tagesrhythmus?“, fragte Aki.
„Für dier zukünftige Baron*in, jederzeit!“
Modinio winkte den beiden Kindern kurz zu, wandte sich dann ab und ging mit Aki ein paar symbolische Schritte weg von den beiden.
„Worum gehts?“
„Ich brauche eine*n gute*n Kämpfer*in. Eine*n hervorragende*n, idealerweise.“
Modinio lachte auf.
„Durch einen völlig absurden glücklichen Zufall kenne ich da jemanden!“
Aki schmunzelte und schüttelte den Kopf.
„Nicht du.“
Modinio fuhr sich mit beiden Händen an die Brust, ging ein wenig in die Knie und taumelte zwei Schritte zurück.
„Ich weiß, dass du eine Inkarnation von Shiu selbst bist!“, beeilte Aki sich zu versichern, und Modinio genas auf wunderbare Weise vor sieren Augen. „Aber gerade das ist das Problem. Dein Ruf als göttinbegnadete*r Klingenmeister*in eilt dir so sehr voraus, dass alle sofort wüssten, für wen du arbeitest, und das geht in diesem Fall nicht.“
„Aaahhh…“ Modinio tippte sich mit zwei Fingern an die Schläfe. „Ich ahne, worum es geht.“
„Ich dachte, vielleicht kennst du eine andere Person, die infrage käme?“
Modinio zuckte die Schultern.
„Nicht so gut wie ich natürlich. Wie gut brauchst du denn?“
„Möglichst nah dran. Soll ein Turnier gewinnen.“
Modinio lachte noch einmal.
„Das heißt, wir haben zwei Tage?“
Aki nickte.
„Vergiss es! Könnte vielleicht noch ein paar Leute nennen, die auch hier arbeiten und die vielleicht zumindest nicht unangenehm auffallen würden, und dann noch ein paar mehr, die in zwei Wochen hier sein könnten und vielleicht unter die besten zehn kommen. Mehr habe ich leider nicht.“
Modinio schaute kurz nachdenklich in den Himmel.
„Kannst du nicht vielleicht mich anders aussehen lassen, Große Illusionist*in?“
Aki schüttelte bedauernd den Kopf.
„Nicht lange genug.“
„Dann überlegt dir besser eine- Oh. Oder du fragst mal, was deine Freundin dahinten zu sagen hat. Ich weiß nicht, worum es geht, aber sie scheint etwas Eiliges zu haben.“

**********************

Yanis saß in der Kutsche, immer noch halb benommen von diesem völlig schiefgelaufenen Gespräch und unsicher, was sie nun tun sollte.
Sie hatte sich so gefreut, ein bekanntes Gesicht zu sehen, und dann sogar noch dieses, aber nun schien plötzlich alles ganz falsch, und sie sorgte sich um das Risiko, dass sie einfach nur im Begriff war, ihren Häscher*innen in die Arme zu laufen.
Sie schaute sich um im finsteren, muffigen Inneren der Kutsche, atmete die abgestandene Luft und griff schließlich impulsiv nach dem Türöffner. Sie sprang aus der Kabine, streckte sich, rollte die Schultern und begann, neben der Kutsche auf und ab zu laufen.
„Alles in Ordnung?“, fragte di*er Kutscher*in, ohne sich von dem Pferd abzuwenden, das si*er gerade striegelte.
Yanis stieß ein einzelnes bitteres Lachen aus.
„Nein, eigentlich nicht!“
Si*er zuckte die Schultern und striegelte das Pferd weiter, während Yanis hinter ihr*m nachdenkend auf und ab lief.
Dies war natürlich eine besondere Chance, die nicht wiederkommen würde. Aber es war auch eine besondere Gefahr, die nicht wiederkommen würde. Und schließlich war es auch einfach jetzt schon eine ganz besondere Demütigung, die hoffentlich nie, nie, nie wieder kommen würde.
Allein die Erinnerung an dieses Gespräch in der Kutsche, an …
Sie stöhnte und hockte sich auf einen Stein am Wegesrand, während sie vorsichtig mit ihrem Ärmel den Schnodder von den Resten ihrer Nase und aus ihrem Gesicht tupfte.
Sie blickte auf zu dem Schloss, vor dem die Kutsche zum Halten gekommen war. Es war kein besonders beeindruckendes Schloss, keine Türme, keine Fahnen, einfach nur ein ziemlich großer Kasten mit ziemlich vielen Fenstern und einem großen Hof davor.
Yanis‘ linke Hand begann, in Richtung des verflixten Balsam-Beutels zu wandern, und weil ihr egal war, was di*er Kutscher*in von ihr dachte, hielt sie sie mit der anderen fest.
Und an dem Punkt hatte sie es eigentlich entschieden. Sie tat ihr Bestes, ihren Stolz zu überwinden, wirklich, aber es ging einfach nicht so schnell.
Es ging einfach nicht.
Sie wandte sich von dem Schloss ab und schaute in Richtung der Straße, die sie hierhergeführt hatte.
Yanis war immer gerne gerannt.

**********************

Aki stand in dem kleinen Park hinter dem Schloss und sprach mit Modinio, als Laia sien fand.
Sier sah prächtig aus, und Laia konnte nicht anders, als breit zu grinsen. Die dunkelblau schimmernde Robe floss um sin und an siem herab wie Wasser und ließ sien aussehen wie eine mystische Figur aus den Legenden, wie sier da mit sierem Stab stand. In sieren krausen kurzen Haaren schimmerten einzelne weiße Strähnen – sie fragte ssin oft, ob die natürlich waren oder sier sie selbst erzeugte, und jedes Mal gab sier eine andere Antwort -, und sogar sier ausgesprochen fadenscheiniger Versuch, einen Bart wachsen zu lassen, schien Laia irgendwie … lieb.
Laia freute sich auf sier Strahlen, wenn sie sier die Lösung aller sierer Probleme präsentierte.
„Aki!“, rief sie, „Ich hab jemanden! Ich hab jemanden!“
Aus Modinios verblüfftem, aber vorsichtig erfreuten Gesichtsausdruck konnte sie schließen, dass sier grob wusste, wovon sie sprach.
„Ernsthaft?“, fragte Aki.
„Was wirklich?“, fragte Modinio.
„Ich glaub schon!“ Sie nickte begeistert.
Aki machte eine Schau daraus, sich umzusehen, drehte sich einmal mit wehender Robe um sich selbst und klopfte sogar kurz Laias Taschen ab.
„Wo?“
Sie lachte, und nickte mit dem Kopf in Richtung des Schlosses.
„Ich hab sie in der Einfahrt abgestellt, damit wir uns vorher kurz … beraten können. Ich habe eventuell ein ganz kleines bisschen übertrieben, als ich ihr geschildert habe, wie offiziell meiner Stellung hier bei euch ist …“
Aki grinste und hob fragend eine Augenbraue.
Sie schaute zu Modinio.
Sier lächelte nur, beobachtete sie aber interessiert.
„Na komm, du weißt doch, dass wir Modinio vertrauen können!“
Laia zuckte die Schultern.
„Ich habe ihr gesagt, dass ich eure Agentin wäre.“
Aki lachte auf.
„Kein Problem, das kriegen wir schon hin. Wie hast du sie gefunden?“
„Zufall.“
Aki schaute sie an.
„Nein wirklich! Ist mir einfach zufällig auf der Straße begegnet.“
„Und hatte ein Schild umhängen, auf dem ‚Außerordentlich Gute Kämpferin‘ stand, oder wie muss ich mir das vorstellen?“
Modinio lachte.
„Nur weil sier dier Baron*in wird!“, tadelte Laia dier Waffenmeister*in.
Modionio neigte sieren Kopf von links nach rechts und zurück.
„Du kennst siere Väter. Man wird bescheiden.“
„Aber jetzt wirklich“, kam Aki auf das ursprüngliche Thema zurück. „Erzähl es uns! Ich bin immer noch nicht sicher, ob du uns nur verschaukelst.“
„Ich verschaukel euch nicht! Sie ist eine … Wie heißen die? Shiu …?“
„Shiu’Hzim??“, fragte Modinio.
Laia zeigte mit je einem Finger beider Hände auf sier.
„Ja, genau die!“
Modinio pfiff.
„Wirklich?“, fragte Aki.
Laia nickte.
Und da war sier Strahlen. Laia genoss es, so gut sie konnte, bevor es genauso schnell wieder verschwand, wie es gekommen war, und Akis Schultern wieder sanken.
„Aber was sollen wir mit einer Shiu’Hzim?“, fragte er. „Ich brauche mehr eine*n Söldner*in oder so. Warum sollte eine Ordenskriegerin für uns an einem Turnier teilnehmen? Sogar wenn sie will, darf sie das doch gar nicht. Oder?“
Aki wandte sich Modinio zu, und Modinio nickte.
„Auuaaaa! Modi! Herodi hat mich auf die Finger gehauen!“, rief Nomanal.
„Das kommt halt vor!“, rief Modinio zurück. „Warte kurz, ich komm gleich wieder, das ist gerade zu interessant hier!“
Aki verzog das Gesicht.
„Jetzt kommen sie her.“
„Oh“, sagte Modinio. „Stimmt. Hatte ich nicht bedacht.“
Tatsächlich schienen die beiden Kindern noch einen Moment zu brauchen, um ihren eigenen Disput zu lösen, aber sie schauten tatsächlich sehr neugierig in Richtung der drei Erwachsenen.
„Nein, ich glaube, sie ist einfach keine richtige Ordenskriegerin mehr. Irgendwas ist mit ihr passiert. Ich weiß nicht genau, was, aber sie sucht Arbeit. Sie hat mich sogar von sich aus gefragt.“
Aki hob wieder die Augenbraue.
„Und du bist sicher, dass sie echt ist? Vielleicht bist du ja diejenige, die verschaukelt wird!“
„Nein, ich hab sie doch in ihrer Rüstung gesehen, sie hat sogar diesen komischen Tanz gemacht.“
„Als ob du den Shiu’Shan von einer Polka unterscheiden könntest.“
„Vielleicht kann Modinio ja gegen sie kämpfen?“, schlug Laia vor.
Modinio lachte.
„Ganz sicher nicht!“
„Was?“, fragte Aki, aufrichtig verwirrt.
Modinio sah sien ernst an. Es war nur gespielter, scherzhafter Ernst, aber sehr gewichtiger scherzhafter Ernst nichtsdestotrotz.
„Ich zaubere lieber mit dir um die Wette, als mit einer Shiu’Hzim zu kämpfen. Genauso chancenlos, aber weniger Gefahr, dass ich verletzt werde.“
„Ja was jetzt?“, rief Laia. „Glaubt ihr, dass sie echt ist, oder glaubt ihr, dass sie eine Betrügerin ist?“
Aki bereitete in einer halb beschwichtigenden, halb schulterzuckenden Geste die Arme aus.
„Ich weiß es noch nicht, darum geht es doch gerade. Beides möglich.“
Modinio breitete auch die Arme aus, aber mit den Handflächen nach vorne, und zwei Schritte zurücktretend, dabei beinahe über die beiden Kinder stolpern, die sich neugierig tuschelnd und kichernd hinter sier positioniert hatten.
„Wir kriegen das sicher auch irgendwie heraus, ohne, dass ich Gliedmaßen verliere.“
„Die Hauptsache ist doch jedenfalls, dass wir es herauskriegen“, sagte Aki, stets kompromissbereit.
Modinio tippte mit dem Zeigefinger gegen Akis Schulter.
„Für jeden Kopf, den ich verliere, verlierst du zwei.“
„Ihr nehmt das überhaupt nicht ernst!“, rief Laia, in halb gespielter Empörung. „Ich sag euch, sie ist echt!“
„Zeig sie“, forderte Aki sie auf.
Laia wandte sich wieder Richtung Schloss, winkte den beiden zu, zu folgen und stapfte zur Auffahrt.
Sie war sich ziemlich sicher, dass sie außer dem Tuscheln und Kichern der Kinder auch noch die Schritte der beiden anderen Erwachsenen hinter sich hörte, deswegen drehte sie sich nicht um.
„Ooooohhh neinneinneinnein!“, murmelte sie, als sie die offene Tür der leeren Kutsche und drumherum niemanden außer dem*r Kutscherin sah. Sie rief dem*r Kutscher*in zu: „Wo ist sie?“
Si*er zeigte in Richtung der Straße, ohne sich von dem Pferd abzuwenden, das si*er gerade striegelte.
Laia drehte sich triumphierend zu Aki und Modinio um.
„Seht ihr! Ich hab ja gesagt, dass sie echt ist!“

Lesegruppenfragen

  1. Fandet ihr die Erläuterung zu den Worten in Akis Magie zu ausführlich, in Ordnung, zu kurz, …? Ist es euch überhaupt besonders aufgefallen? Ich habe da eine ganze Weile drüber nachgedacht.
  2. Ich finde, in diesem Kapitel ist insgesamt relativ erzählerisches Mäandern, wie zum Beispiel bei Akis Überlegungen zu Waffen. Ist euch das insgesamt aufgefallen, und hat es euch gestört?
  3. Fandet ihr die Kinder zu passiv?
  4. Und wie so oft: Hättet ihr auch gerne mehr bzw. andere Beschreibung der Umgebung?

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