Yanis (14)


Im heutigen Kapitel Versuch Yanis, Arbeit zu finden, ganz ohne Jobcenter.


Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.
Im 11. Kapitel erklärt Aki Laia die Lage, Narubolan isst zu Abend, und Yanis erwacht in einer Scheune.
Im 12. Kapitel kehrt Yanis zu Ikrezia zurück und kann sich mit deren Hilfe vor ihren Häscherinnen verstecken, zahlkt aber dafür einen hohen Preis. Laia versucht vergeblich, ein Geschenk von Aki zu verkaufen und trifft dabei … eine Person wieder, die ihr schon mal begegnet ist. Yanis. Die Person ist Yanis.
Im 13. Kapitel sehen wir im Rückblick, wie Janis über Nacht ausgeraubt wird und dann einen Weg in die Stadt findet.

Was heute geschieht

„Das ist lächerlich!“
„Jakuwe! Lass sien doch wenigstens erklären -“
„Aki hat genug erklärt. Wir haben keine Zeit für solche Phantastereien! Wenn sier glaubt, sier kann auf einem Einhorn in Schloss Kelthofen einreiten und die Lage retten, dann soll sier gerne weiter träumen, aber wir brauchen eine Lösung!“
Die drei saßen vor Aki wie ein Tribunal, sier auf der einen Seite der großen Tafel im Speisesaal, sie nebeneinander siem gegenüber.
Der Effekt wurde etwas relativiert von den Resten des zugegeben köstlichen Mahls, die noch um sie herumstanden. Die Bediensteten hatten sie natürlich alle weggeschickt. Aki fragte sich manchmal, ob sie heimlich lauschten, oder ob es sie eh nicht interessierte. Sicher hatten sie ja ihre eigenen Probleme …
Aki stutzte. Interessanter Gedanke. Irgendwann würde er dem einmal nachgehen müssen. Aber jetzt war nicht die Zeit dafür, jetzt gab es Dringenderes.
„Und sicher hast du schon einen ganz konkreten, praktikablen Vorschlag, von dessen Umsetzung ich dich mit meinen Träumereien abhalte?“, fragte sier.
Jakuwe schnaubte und machte eine wegwerfende Geste.
„Deswegen ist es ja so wichtig, dass wir uns in Ruhe beraten können, ohne dass du mit deinem Wolkenkuckucksheim dazwischen kommst! Bei dem Turnier teilnehmen! Wer denn? Du? Oder deine kriminelle Fre-“
„Jakuwe!“, unterbrach Yeto ihn. „Sie ist immer noch unser Gast, und eine Freundin unseres*r Erb*in.“
„Danke!“ Aki nickte sihrem Vater zu. „Und außerdem nein, natürlich nicht. Wir müssten eine Person finden, die nicht mit unserem Haus assoziiert ist, und gut genug, um zumindest eine Chance auf den Sieg zu haben.“
„Allein der Aufwand ist doch absurd!“, rief Jakuwe. „Eine geeignete Person zu finden, würde Tage dauern, Wochen wahrscheinlich, und das Turnier beginnt schon am Jurstag. Aber sogar wenn es doch klappt, und sogar wenn dein*e Söldner*in tatsächlich unter das erste Dutzend kommt. – und wie wahrscheinlich ist das, ich bin gerade untypisch großzügig, ich hoffe, ihr erkennt das an – sogar wenn si*er erfolgreich ist: Was haben wir dann gewonnen?
Dann kann si*er das Schloss betreten und an einem Bankett teilnehmen. Damit hat si*er Narubolan immer noch nicht gerettet, oder ihn auch nur gefunden.
Sogar wenn wir stattdessen einfach direkt eine Person anheuerten, die in das Schloss eindringt und Narubolan befreit, wäre das einfacher, billiger, und weniger riskant. Immer noch zu riskant, denke ich, aber weniger riskant als dein Plan!“
„Du vergisst die Fallen, und die Dämonen! Wen willst du anheuern, di*er daran vorbeikommt?“
Wieder die wegwerfende Geste.
„Gewäsch. Gerüchte, die Lyrida streut, um gutgläubige Menschen wie dich davon zu überzeugen, dass es keinen Zweck hat, in ihr Schloss einzubrechen. Und außerdem will ich doch auch gar nicht, dass jemand einbricht. Ich meinte nur rein hypothetisch, sogar wenn, wäre es immer noch ein besserer Plan als deiner!“
„Was willst du denn dann machen? Was ist denn dein Plan?“
„Er hat doch gesagt, dass er noch keinen hat, und wir noch beraten müssen“, antwortete Yeto anstelle von Jakuwe. „Und ich glaube, er hat Recht.“
„Aber überlegt doch zumindest! Wenn wir eine Person über das Turnier dort einschleusen, kann sie für uns herausfinden, ob es magische Fallen und Dämonen gibt. Und Einzelheiten darüber, wo Türen sind, Fenster, wo Narubolan festgehalten wird, und so weiter!“
„Wenn sie es denn kann!“, murrte Jakuwe. „Sogar das ist schon alles andere als sicher.“
„Was ist denn sicher, Jakuwe?“, fragte Aki. „Ich hab einen Plan vorgeschlagen. Was hast du? Was habt ihr? Irgendjemand? Irgendwas?“
„Wir könnten mit offenen Karten spielen, den Unfall offen erläutern, so ihr Vertrauen gewinnen und mit ihr über eine Lösung verhandeln“, schlug Yeto vor.
„Absolute Spitzenidee!“, meinte Aki, „Die Gräfin ist ja auch bekannt dafür, sehr verständnisvoll und entgegenkommend auf jeden Affront zu reagieren und immer erst mal gute Absichten zu unterstellen! Bestimmt wird sie uns ganz aufgeschlossen zuhören und einen vernünftigen Vorschlag zu einer Entschädigung machen.
Naja.
Einen völlig überzogenen Vorschlag.
Nachdem sie Narubolan hat öffentlich vierteilen lassen, klar.“
Jakuwe schüttelte den Kopf.
„Das Turnier beginnt Jurstag. Von hier bis zum Schloss braucht ihr mindestens drei Tage. Das heißt, sogar wenn wir einfach annehmen, dass dein Plan fantastisch ist, hast du zwei Tage, nicht mehr ganz, um eine geeignete Person zu finden. Ich schlage was vor: Wenn du es schaffst, in zwei Tagen eine Person zu finden, die im Turnier der Gräfin von Kelthofen eine Chance hat, hast du meinen Segen!“
Er lachte.
„In Ordnung“, sagte Aki, dier sich jetzt gerade sehr unbedacht vorkam.
Sier hatte viel über dieses Problem und sihren Plan nachgedacht in den letzten Tagen, aber jetzt gerade wurde sihr klar, dass sier nicht überlegt hatte, wie viel Zeit noch blieb, um eine*n Teilnehmer*in in das Turnier einzuschleusen.
„Ich bin in der Tat nicht sicher, ob ich das gutheißen kann“, sagte Yeto nachdenklich. „Deine übrigen Einwände stehen auch noch …“
„Ach komm“, warf Tarma ein. „Lass ihnen den Spaß. Wie hoch ist die Chance, dass Aki in so kurzer Zeit eine*n Kämpfer*in findet, di*er es mit der Roten Ritterin aufnehmen kann? Und wie viel lästige Diskussion sparen wir uns?“, fügte er lächelnd und mit einem Augenzwinkern in Akis Richtung hinzu.
Aki hörte schon gar nicht mehr richtig zu.
Sier dachte darüber nach, wie albern seine Überlegungen gewesen waren, und wie unnötig.
Zwei Tage.
Es war völlig lächerlich.
Wie konnte sier in zwei Tagen eine*n so gute*n Kämpfer*in finden?
Konnte sier nicht.
Aki seufzte. Sier gönnte Jakuwe den Triumph nicht. Aber sier versuchte, sich damit abzufinden.
Und natürlich, sich nichts anmerken zu lassen.
„Ich versuch’s!“, sagte sier, so optimistisch, wie sier konnte. „Und falls es nicht klappt, helfe ich euch natürlich bei eurem Plan! Den ihr bis dahin ganz bestimmt fertig habt.“
Puh. Wo jetzt nur schnell eine*n so Shiu-gesegnete Kämpfer*in hernehmen, wie sier ihn brauchte? Sier würde sich da wirklich etwas einfallen lassen müssen. Solche Leute lagen nicht einfach auf der Straße.

************************

Yanis tanzte den Shiu’Shan, wie jeden Morgen, und jeden Abend, und während ihr Säbel um sie herum wirbelte, als hätte er einen eigenen Willen und müsste nur leicht durch ihre Hände geführt werden, um nicht auszubrechen, während ihre Füße die Schritte des Kriegstanzes der Shiu’Hzim durchliefen, während der Schweiß unter ihrer Rüstung über ihre Haut strömte, spürte sie die Nähe Shius, und die sonderbare Mischung aus hippeliger Begeisterung und wohliger Entspannung, die die göttliche Präsenz ihren Elev*innen schenkte.
‚Ich liebe dich, Shiu, ich liebe dich, ich liebe dich, für dich, alles für dich, mein Schweiß für dich, mein Blut für dich, mein Säbel für dich, mein Tanz für dich, mein Leben für dich‘, flüsterte sie mit jedem Atemzug.
‚Meine Tochter, ich danke dir, ich nehme dein Opfer an, dein Schweiß ist mein Schweiß, dein Blut das Meine, dein Säbel ist mein Säbel, dein Tanz ist mein, und dein Leben in meiner Hand!‘, antwortete die Göttin.
„Danke!“, rief Yanis ihr in Antwort zu, und kam sich selbst ein wenig albern vor in dem Übermaß an schierer Begeisterung, das die Nähe Shius in ihr
„He, wach auf, und scher dich weg! Hier ist kein Schlafplatz!“
Yanis keuchte, als der Stiefel sie in die Seite traf, nicht besonders hart, aber überraschend, und sie war sehr wütend, nicht zuletzt wegen des abgrundtiefen, bodenlosen Verlustes, den sie empfand, weil dieses miese Schwein sie ausgerechnet jetzt hatte wecken müssen.
„Wenn dein Fuß mich das nächste Mal berührt, verlierst du ihn!“, knurrte sie.
Und dann wachte sie ganz auf, und ihre Situation wurde ihr klarer, und sie fragte sich, ob das eine gute Idee gewesen war.
Aber sie schien Glück gehabt zu haben. Sie zog die Kapuze möglichst unauffällig tiefer ins Gesicht.
Die Wachperson lachte auf, und ihr*e Kolleg*in lachte mit.
„Sie hat Rückgrat, das muss ich ihr lassen.“
Die Wachperson versetzte Yanis noch einen zweiten Tritt in den Bauch, aber fast völlig schwunglos, nur als Geste, um keinen Zweifel daran zu lassen, dass sie Yanis‘ Antwort aus huldvoller Überlegenheit durchgehen ließ, nicht aus Angst. Er tat körperlich nicht weh, und Yanis beschloss, die beiden nicht weiter zu provozieren. Sie war in keiner Position, Respekt einzufordern, und natürlich könnte sie die beiden entwaffnen und ihnen zeigen, dass eine Shiu’Hzim selbst entschied, wo ihr Schlafplatz war, aber sie hatte so einen Verdacht, dass es noch mehr von denen gab, wo die herkamen, und dass es auf Dauer ihrer Beziehung zur Stadt Lichternach und der Grafschaft Holrem schaden würde, wenn sie einen Krieg mit der Garde anzettelte.
„Ich gehe schon“, sagte sie stattdessen, und rappelte sich auf.
„Gut so“, sagte die Wachperson. „Alles in Ordnung mit dir? Brauchst du Hilfe?“
„Ich brauche Geld. Also, Arbeit. Ich … hab keine Ahnung, wie ich das mache. Habt Ihr da eine Idee?“
Sie lachten wieder.
„Na klar. Versuchs vielleicht mal in der Gerberei, die können nicht wählerisch sein. Wenn du Glück hast, suchen sie jemanden.“
„Wo ist das?“
Die Wachperson warf ihr einen Blick zu, der noch nicht direkt unfreundlich war, aber doch vermittelte, dass es jetzt allmählich genug war mit den Fragen.
Aber sie beschrieb ihr noch den Weg.
„Du gehst dort entlang, dann links zu der größeren Straße, rechts bis zu der Schmiede, da dann in die Gasse rechts, der folgst du bis zur Küferei, da gehst du links, und dann …“ Die Wachperson grinste vielsagend. „Kanns du’s nicht mehr verfehlen. Und jetzt sieh zu!“
Yanis verkniff sich noch einmal mit viel Mühe, Streit anzufangen, wandte sich ab und versuchte, dem beschriebenen Weg zu folgen.
Während sie ihr Bestes tat, sich an die einzelnen Stationen zu erinnern, wurde ihr klar, wie viel Glück sie gehabt hatte, zwei gut gelaunten Wachleuten zu begegnen, die sie zum Beispiel nicht gefragt hatten, wie sie in diese Stadt gekommen war, in der sie offensichtlich kein Zuhause hatte, und die sie nicht kannte, ohne Geld und ohne Arbeit.
Wie schwierig auf einmal alles war, ohne Status, ohne Uniform.
Und Yanis hatte sogar noch ihre Ausbildung und die Gewissheit, sich verteidigen zu können. Für andere Obdachlose musste es also noch bedrohlicher und schlimmer sein.
… und jetzt wusste sie natürlich doch nicht mehr, wo es bei der Schmiede weiterging. Verdammt.
Rechts, links, oder …?
Sie schaute in Richtung des*r glatzköpfige*n Schmied*in in der schweren Lederschürze, die*r gerade ohnehin in ihre Richtung ging. Yanis‘ Blick blieb kurz an dem glühenden Eisen hängen, dass si*er in einer Zange in der linken Hand trug, aber erleichtert stellte sie fest, dass es sie zwar ein bisschen irritierte, aber nicht den Effekt erzeugte, den die Fackel der verflixten Dieb*innen bei ihr ausgelöst hatte.
Vielleicht wurde es ja sogar besser mit der Zeit? Vielleicht war das in der Nacht nur eine ungünstige Mischung gewesen aus dem plötzlichen Aufwachen, den Resten der Balsam-Pastille, der Gesamtsituation und den Erinnerungen …
„Verzeiht“, sprach sie die*n Schmied*in an. „Ich suche die Gerberei, wohin muss ich gehen?“
Di*er Schmied*in schaute von dem glühenden Werkstück auf, das si*er unter sprudelndem Zischen in einen Bottich tauchte, und verzog das Gesicht.
Si*er nickte in Richtung der Gasse nach rechts und wandte den Blick sogleich wieder ab.
„Danke“, murmelte Yanis.
Bis wohin hatte sie jetzt gehen sollen?
Küferei, hatte die Wachperson gesagt, oder?
Der bärtige bierbäuchige Mensch, mit dem Hobel über ein Stück Holz gebeugt, war ein bisschen entgegenkommender als di*er Schmied*in, und bot Yanis sogar einen alten Kanten Brot an, aber so weit war sie noch nicht. Sie ging weiter, ohne ihm*r zu antworten.
Die Gerberei war dann tatsächlich nicht zu verfehlen. Schon von weitem konnte sogar Yanis mit ihrer zerstörten Nase den Gestank wahrnehmen. Vor dem Tor in der Mauer, die offenkundig die Gerberei umgab, blieb sie stehen, atmete kurz durch, und klopfe. Eine Personenluke öffnete sich, und eine vielleicht fünfzehnjährige Person mit Bürstenhaarschnitt, fleckigen Kleidern und auffällig großen schwarzen Augen öffnete ihr, musterte sie unverhohlen von oben bis unten, verkniff sich ein Grinsen oder vielleicht auch eine andere Grimasse und fragte:
„Was willst du?“
Yanis öffnete den Mund, aber sie schaffte es nicht auf Anhieb, einen Laut hervorzubringen.
Hinter der jugendlichen Person stand ein großer Bottich, in den gerade jemand einen Einer mit Abfällen und Resten leerte, und unter dem ein großes, flackerndes Feuer brannte.
Es war Tag.
Es war hell, verdammt noch mal.
Die Flammen waren nicht einmal besonders auffällig, und sie waren auch mehrere Meter hinter ihrer*m Gesprächspartner*in.
Es war offensichtlich keine Bedrohung für Yanis.
Aber. Sie. Konnte. Ihren. Blick. Nicht. Davon. Losreißen.
Sie schaffte es einfach nicht.
„Hallo? Bist du stumm? Oder taub? Oder beides?“
Die junge Person wedelte mit den Händen vor ihr herum.
„Ich …“ stieß Yanis hervor.
Die Flammen. Wie sie aus dem brennenden Holz an dem Bottich emporleckten. Wie sie das Holz verzehrten und über den Boden um den Holzstapel herum züngelten.
„Ich …“
„Was ist mit dir? Wir geben nichts. Hau ab!“
Die Person machte eine scheuchende Handbewegung, als wäre Yanis ein streunender Köter.
Aber sie brachte es nicht einmal über sich, empört und beleidigt darauf zu reagieren.
„Tut mir leid!“, murmelte sie, wandte sich ab und taumelte davon. Sie hatte das dringende Bedürfnis, sich an irgendetwas festzuhalten, aber da war ni–
Da war die junge Botin, mit der sie an diesem Morgen, der eigentlich nur ein paar Tage, aber noch eigentlicher ein ganzes Leben zurücklag, hinter dem Gasthaus gesprochen hatte.
Botin.
Das war eine Arbeit, die sie machen konnte. Das war eine Arbeit, in der sie vielleicht sogar gut sein konnte, und in der es ziemlich sicher nicht um Feuer ging.
Und …
Sie traute sich gar nicht so richtig, den Gedanken zu Ende zu bringen, weil die Hoffnung weh tat, und weil es natürlich auch einfach ein sehr lächerlicher Gedanke war, für den sie sich schämte.
Aber natürlich wäre ihr der Beruf der Botin nicht ganz so interessant und vielversprechend vorgekommen, wenn sie diese spezielle Botin nicht einfach sehr sympathisch gefunden hätte und sich nun absurd freute, sie durch einen extrem unwahrscheinlichen Zufall hier wieder zu sehen.
Oder …
Der Gedanke war noch alberner, aber sie konnte sich nicht gegen ihn wehren:
Vielleicht war es ja gar kein Zufall?

 

Lesegruppenfragen:

  1. Die Wachleute waren zu freundlich, oder? Ich hab das mit Absicht so gemacht, befürchte aber, dass es euch eher stört. Hat es?
  2. Fehlt euch gerade in Kapiteln wie diesem hin und wieder doch mehr Beschreibung der Umgebung?
  3. Handelt ihr ihre Reaktion auf das Feuer hier besser, schlechter oder gleich wie in der Szene in der Nacht?
  4. Fandet ihr das Feuer in der Gerberei plausibel? Ich habe extra ein bisschen recherchiert.

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