Yanis (11)


Der Plot verdickt sich. Sagt 1 so auf Deutsch gar nicht, oder? Naja. Jetzt schon.
Viel Spaß!


Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.
Im 10. Kapitel lernen wir Narubolan von Orenin kennen (Er hat sich den Namen nicht ausgesucht), Laia fährt mit seiner Familie Kutsche, und Yanis erreicht eine Farm und bittet um Unterkunft.

Was heute geschieht
„Heute Abend werde ich ein neues Projekt beginnen!“, verkündete die Gräfin.
Ihre Arme waren ausgebreitet, die Spitzen ihrer weiten, zu den Händen hin immer weiter werdenden Ärmel wehten und flatterten in der Zugluft des großen Speisesaals sowie durch ihre Bewegungen und näherten sich immer wieder bedrohlich ihrem Rotweinkelch und dem Braten auf ihrem Teller, jedoch ohne sie jemals wirklich zu berühren.
Narubolan kam nicht umhin, ihr Talent für Selbstinszenierung zu bewundern, und ihre Entschlossenheit, sogar in diesem kleinen Kreis eisern an ihrer Rolle festzuhalten, ohne jemals zuzulassen, dass die Larve auch nur ein kleines Stück verrutschte.
An dem riesigen, langen Tisch in der riesigen, langen und außerordentlich zugigen Halle saßen lediglich die Gräfin selbst, ihre Tochter Hamelio, ihr Bruder Nefl, ihr gebrechlicher alter Onkel Karagul, der es an vielen Tagen schon nicht mehr bis an den Tisch schaffte, Narubolan selbst und die zwei anderen Geiseln des Hauses, Temblin und Berkofal.
Und natürlich die fünf Bediensteten.
So gesehen war der Kreis gar nicht so klein. Die Geiseln repräsentierten immerhin drei einflussreiche Familien aus anderen Reichen, und Bedienstete wurden vom Adel zwar gerne ignoriert, aber Narubolan war immer sehr bewusst gewesen, dass sie auch Menschen mit Meinungen, Ohren und Mündern waren. Vielleicht hatte die Gräfin einfach recht, und er dachte nur selbst zu kurz und zu klein.
Trotzdem ging ihm ihre Aufführung immer ein bisschen auf den Geist.
„Ich werde heute Abend ein Bild malen, das beginnen wird als eine schlichte Landschaftsansicht, aber bei näherer Betrachtung wird deutlich werden, dass es eine Allegorie ist auf das menschliche Leben, sowohl in seinem generellen Verlauf, als auch in seiner Interaktion in der Gesellschaft.“
„Es wird ein sehr beeindruckendes, geradezu atemberaubendes Werk sein“, sagte Narubolan.
Die Gräfin hatte noch nie eines ihrer Bilder gezeigt. Er war nicht mal völlig sicher, ob sie überhaupt jemals eines gemalt hatte. Ihre Beschreibungen blieben in jedem Fall stets vage genug, um ihn daran zweifeln zu lassen.
Die Gräfin schaute ihn mit einer gehobenen Augenbraue an, geformt wie eine Sichel und dem Anblick nach ähnlich scharf und gefährlich. Er versuchte es mit einem beschwichtigenden Lächeln, das aber in ihrer Miene keinerlei Erwiderung fand. Die Sichelaugenbraue rührte sich um keine Haaresbreite.
„Verzeiht, Erlaucht, ich, und ich bin sicher: alle anderen in diesem Saal, würden einfach nur gerne einen Blick auf Eure glorreiche Kunst erhaschen, um von ihrer subtilen Aussagekraft erleuchtet zu werden!“
Er hatte nicht für möglich gehalten, dass die Augenbraue noch höher steigen konnte. Zeit, die Klappe zu halten, bevor sie ihn ohne Abendessen in sein Zimmer zurück schickte. Und das Abendessen sah heute wirklich besonders köstlich aus. Der Braten war saftig, mit knuspriger Kruste, die kleinen Fische, die der Koch aus unerfindlichen Gründen für eine gute Beilage gehalten hatte, die Narubolan aber jedenfalls auch immer sehr gerne aß, waren goldbraun geröstet, die Gemüsebananen glänzten mit Butter, und die Bohnen …
Und der Duft erst!
Er schluckte den in seinem Mund zusammengelaufenen Speichel und lächelte die Gräfin noch einmal an, so freundlich er konnte.
„Ich bin sicher, dass es ein ganz wunderbares Gemälde wird.“
Ihr Blick sagte sehr deutlich, dass Ihr nächstes Gemälde in seinem eigenen Blut entstehen würde, wenn er noch einmal solch schelmische Kommentare wagte, und er war sich nicht völlig sicher, wie sehr er darauf vertrauen konnte, dass der Gedanke an seine Gegengeisel ihre Wut dämpfen konnte. Deswegen neigte er demütig den Kopf, ignorierte Temblins hinter einer Hand verborgenes Lächeln und Karaguls Kichern, hob die Essstäbchen und schaute erwartungsvoll auf seinen Teller, in die Runde, dann wieder auf den Teller.
Die Gräfin zögerte kurz, hob dann noch die zweite Augenbraue zur ersten dazu, nickte aber schließlich, lächelte huldvoll in die Runde flötete ein beinahe fröhliches.
„Viel Vergnügen!“
**********************************
„Also, das Schwert hat ihn …“
„So könnte man das sagen“, antwortete Aki.
„Von hinten“, stellt Laia klar.
„In der Tat.“
„Ganz durch?“
„Der Winkel war wohl wirklich sehr ungünstig“, sagte Aki.
„Und ihr glaubt, dass euch irgendjemand abkauft, dass das ein Unfall war?“
„Auf gar keinen Fall.“
„Gut, dass ihr eine*n gerade erst sphärifizierte*n Illusionist*in in der Familie habt.“
Aki lachte auf.
„Ich glaube nicht, dass uns das auf lange Sicht irgendwie rettet. Außerdem heißt es nicht ‚sphärifiziert‘, verflixt, hör auf damit, so nimmt mich doch niemand ernst!“
„Kommt mir angemessen vor.“
Laia atmete tief ein und ließ die Luft langsam durch die Nase ausströmen.
„Echt ein Jammer. Ich mochte Yoseqa.“
Aki nickte.
„Ja, ich auch.“
Eine ganze Weile saßen die beiden einfach nur da und schauten betreten auf den Tisch.
„Und was heißt das jetzt … politisch?“, fragte Laia. „Also, was passiert? Bringen die jetzt ihre eigene Geisel um? Oder schlimmer? Es gibt doch jetzt keinen Krieg, oder?“
Aki schüttelte den Kopf.
„Krieg ziemlich sicher nicht. Aber wie ich die Gräfin einschätze, könnte es für Narubolan eng werden, wenn sie es herausfinden. Mochte ihn eh nie besonders.“
„Aki!“
„Ja, schon gut. Niemand will, dass Narubolan stirbt. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.“
„Bestimmt lässt sich das doch irgendwie vermeiden! Ihr könnt es ihr erklären, oder könnt ihr vielleicht … irgendein Lösegeld zahlen oder sowas?“
Sier zuckte die Schultern.
„Erklären wird nichts nützen, du hast ja gerade schon selbst gesehen, wie glaubwürdig das ganze klingt. Lösegeld … Ich glaube nicht, dass die Gräfin irgendeine Ausgleichszahlung akzeptieren würde. Ich glaube, unsere beste Chance ist, dass sie es nie erfährt.“
„Womit wir wieder bei dem*r Illusionist*in wären!“
„Vergiss es! Dafür ist sie zu raffiniert und zu misstrauisch. Eine Zeit lang würde das gut gehen, aber dafür wären sie hinterher nur umso wütender und überzeugter davon, dass wir finstere Absichten haben.“
„Wie soll sie es denn herausfinden? Und ihr müsst es doch auch gar nicht für immer geheim halten. Es würde doch reichen, wenn ihr es mehr … nach einem Unfall aussehen lasst, oder?“
„Das ist doch aber eben das Problem! Sie wird auf jeden Fall die Leiche sehen wollen, und wenn die ein halbes Jahr alt ist, dann kann es ansonsten noch so sehr nach einem Unfall aussehen, dann wittert sie Betrug.“
Laia stützte die Ellenbogen auf den Tisch und barg ihr Gesicht in den Händen, um so auszusehen, als würde sie angestrengt nachdenken. Tatsächlich war sie sich darüber im Klaren, dass das nicht viel bringen konnte. Sie verstand von den Feinheiten der diplomatischen Beziehungen zwischen adligen Familien ähnlich viel wie ein durchschnittliches Hausschwein von der Hohen Vestrikischen Dichtkunst. Oder vielleicht sogar eher ein durchschnittliches Wildschwein. Ein Vestrikisches Hausschwein konnte ja durchaus Dinge aufgeschnappt haben …
Aber sie wollte gerne nützlich sein und hatte eine Idee. Es gab nun mal nicht so viele Dinge, die sie tun konnte, die in so einer Situation potenziell hilfreich waren.
„Können wir Narubolan da irgendwie rausholen? Falls ihr wisst, wo er untergebracht ist, komme ich sicher irgendwie in sein Zimmer …“
Aki kratzte sich am Kopf.
„Ich glaube, dass es zu riskant. Wir wissen nicht genau, wo seine Gemächer sind, und die Gräfin lässt ihr Schloss gut bewachen. Sie hat mehrere Geiseln, und ich habe sogar Gerüchte über Dämonen gehört, die an das Gebäude gebunden sind und Eindringlinge fangen sollen …“
„Und dann? Einfach aufgeben?“
„Nein …“
Aki schüttelte den Kopf und schaute nachdenklich auf den Tisch.
„Ich denke, wir müssen zunächst einmal mehr über die Situation herausfinden. Die Gräfin von Kelthofen wird demnächst ein Turnier abhalten ich finde, dass das eine perfekte Gelegenheit wäre, sich unauffällig unter die vielen anderen Gäste zu mischen, mehr über die Sicherheitsvorkehrungen rauszufinden oder Narubolan vielleicht sogar direkt zu retten. Aber meinen Vätern in das immer noch zu riskant. Wenn sie wenigstens eine bessere Idee hätten. Wahrscheinlich streiten und zögern Sie einfach, bis die Sache sich von selbst erledigt hat, durch Enthauptung oder so.“
„Aber wenn wir ihn dann gerettet haben, bringt uns das überhaupt etwas? Riskieren wir damit nicht sogar Krieg? Ich weiß ja nicht, wie sowas läuft …“
Aki zuckte die Schultern.
„Es verbessert zumindest unsere Verhandlungsposition und könnte uns eine Chance geben, ihr die Lage zu erklären. Vielleicht können wir dann mit Geld etwas machen. Sie hätte zumindest kein unmittelbares Druckmittel mehr und müsste uns zunächst einmal zuhören. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass sie direkt angreifen würde.“
Laia nickte, und massierte sich nachdenklich mit einer Hand den Nacken.
„Aber wie würden wir denn das mit dem Turnier machen? Das ist ja sicherlich öffentlich, aber das Publikum wird doch nicht in das Schloss gelassen. Und wenn sie so vorsichtig und raffiniert ist, dann wird sie doch sicher auch niemanden von eurer Familie als Gast einladen, oder?“
„Definitiv nicht. Wir bräuchten eine Strohperson.“
„Strohperson? Das klingt gruselig! Kannst du das bitte nie wieder sagen?“
Aki lachte.
„Klar, tut mir leid. Aber ich meine halt eine Person, die wir vor schicken können, die mit meiner Familie überhaupt nicht verbunden ist …“
Laia grinste und hob einen Finger.
„… Und die einigermaßen glaubwürdig an dem Turnier teilnehmen kann idealerweise sogar bis ins Finale kommt, um bei den internen Veranstaltungen dabeizusein.“
Leier senkte ihren Finger schnell wieder und versteckte ihn unschuldig grinsend hastig unter dem Tisch.
Aki nickte.
„Und wenn du dich einfach in eine*n furchtbare*n Krieger*in illusionierst?“
Sier schüttelte den Kopf.
„Ich weiß“, sagte sie. „War nur ein Scherz. Wir brauchen also irgendeine*n echte*n furchtbare*n Krieger*in …“
„Ja, genau!“
„Wer könnte das wohl sein …?“
**********************************
Icaras Säbel flog in hohem Bogen aus ihrer Hand und landete laut scheppernd auf dem Kopfsteinpflaster des Hofes. Icara kreischte und fluchte laut und unflätig.
Yanis trat einen Schritt zurück und ließ ihre Waffe sinken, während sie ihre Freundin fragend ansah.
„Ungerecht!“, schrie Icara. „Ungerecht! Ich bin gestolpert, oder ausgerutscht, da lag irgendwas auf dem Boden hinter mir!“
Zu sonderbar, wie immer etwas auf dem Boden hinter ihr gelegen hatte, wenn sie verlor, und wie das dann immer ungerecht war, während Yanis immer an jedem Missgeschick selbst schuld war.
Aber sie wusste, dass sie sich mit einer Diskussion nur selbst das Leben schwer machen würde, deshalb zuckte sie einfach die Schultern, hob Icaras Säbel auf und hielt ihn ihr mit dem Griff voran entgegen.
Icara nahm die Waffe an – und nutzte die Gelegenheit, um flink und kräftig mit der flachen Seite der Klinge über dem schlanken Korb auf Yanis‘ Hand zu schlagen.
Jetzt war es an Yanis, zu schimpfen, während ihr Säbel auf den Steinen schepperte, und Icara machte einen entschlossenen Schritt auf sie zu, um die Spitze ihrer eigenen Waffe auf Yanis‘ Brust zu setzen.
Kurz dachte Yanis darüber nach, den Kampf fortzuführen und Icara noch einmal zu entwaffnen, aber sie entschied sich dagegen. Sie hatte sich auf einen netten gemeinsamen Abend gefreut und wollte ihn nicht mit Streit verbringen.
„Glückwunsch!“, sagte sie mit dem besten Lächeln, das sie über sich brachte, hob leise fluchend ihre Waffe wieder auf und schob sie zurück in die Scheide an ihrem Gehänge. „Hast mich überlistet.“
„Gewonnen ist gewonnen!“, lachte Icara. „In der Schlacht interessiert ja auch niemanden, welche Mittel wir gebraucht haben, um die Mission zu erfüllen.“
„Ja, sicher …“
Yanis legte einen Arm um die Icaras Schulter, während sie gemeinsam zum Abendessen im Speisesaal liefen, um an der Tür plötzlich ihren Kopf zu packen und mit dem Gesicht voran gegen den Türrahmen zu schlagen einmal, ein zweites Mal, und immer wieder, während die Geräusche immer mehr von harten Schlägen zu etwa Weicherem überg…

Yanis erwachte
Sie blinzelte in Sonnenlicht, das durch die Spalten einer hölzernen Decke überraschend hoch über ihr fiel. Irgendetwas piekte in ihren Oberschenkel, ihre Seite und sogar ihr Gesicht, und sie verstand nicht …
Ach ja. Stroh.
Yanis stöhnte, während allmählich die Erinnerung wieder in ihren noch etwas belebenden Geist sickerte. Sie fuhr sich mit einer Hand durch die …
Ach ja. Haare hatte sie auch nicht mehr.
Yanis schluckte und setzte sich langsam auf. Sie sah sich um in der Scheune, in der die Bäuer*innenfamilie sie einquartiert hatte, während sie genervt vorsichtig mit dem Ärmel den Rotz aus ihrem Gesicht tupfte, um sich nicht weh zu tun. So gut erinnerte sie sich immerhin schon wieder an ihre Situation. Am Anfang hatte sie manchmal mit zu viel Druck oder anderweitig zu unachtsam gewischt, und die immer noch nicht ganz verheilten Wunden hatten das nicht besonders gut aufgenommen.
Sie lag auf einem Haufen nicht besonders liebevoll gebundener Strohballen, unter ihr gackerten und scharrten Hühner auf dem Boden, und das Licht der Morgensonne schien nicht nur durch das Dach herein, sondern auch durch das offene, flügellose Tor, durch das sie, wie für sie inszeniert, die beiden Eltern sehen konnte, die miteinander sprachen und dabei immer wieder verstohlen in Richtung der Scheune schauten.
Yanis schnitt eine Grimasse und stöhnte noch einmal. Die beiden hatten ihr gestern Abend schon deutlich genug gezeigt, dass sie ihr nicht trauten und nur aus Angst vor der bewaffneten Fremden gastfreundlich gewesen waren. Sie hatten sogar ihr Geld abgelehnt, und Yanis hatte darauf verzichtet, ihnen deutlich zu machen, dass sie das noch als zusätzliche Beleidigung empfand. Sie war einfach noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem sie sich als Bettlerin empfand, die für Almosen dankbar sein musste.
Es war eigentlich schade. Sie hatte gar nicht schlecht geschlafen in der Scheune, trotz des pieksigen Strohs, und obwohl sie von dem sicherlich angenehmen Geruch mangels einer funktionierenden Nase nicht viel mitbekam. Aber in diesem Moment gab es keinen Zweifel mehr daran, dass sie weiterziehen musste. Das war sicherlich ohnehin eine gute Idee. Sicherlich würden die Suchtrupps früher oder später auch hier ankommen, und es war nicht so, als hätte Yanis irgend eine realistische Möglichkeit, ihre Identität zu verschleiern.
Sie packte ihre wenigen Sachen zusammen, machte ein paar Pro-Forma-Bewegungen, um das Stroh wieder so aussehen zu lassen wie zuvor, legte aufs Geratewohl eine Silbermünze gut sichtbar auf einen der Ballen – und wusste dann nicht so recht weiter. Natürlich konnte sie einfach durch das große Tor gehen, aber ihr war die Situation unangenehm und sie wollte das peinliche Gespräch vermeiden, falls die beiden sie fragten.
Natürlich gab es nicht einfach eine Tür auf der anderen Seite der Scheune, das wäre zu einfach gewesen. Aber immerhin entdeckte sie ein Brett, das lose genug war, dass sie sich hindurchschieben konnte. Dafür musste sie es noch etwas weiter lockern oder vielleicht sogar ganz heraus brechen. Die Abwägung, ob die Vermeidung eines unangenehmen Gesprächs es wert war, dass sie Eigentum ihrer Gastgeber*innen beschädigte, beschäftigte für sie für einige wenige Herzschläge, bis sie Hufschlag hörte, und vielleicht sogar Hundebellen. Ob eingebildet oder nicht, das gab den Ausschlag. Sie brach das Brett heraus und schlüpfte mit einem kurzen Stoßgebet an Shiu aus der Scheune
Blieb zu hoffen, dass sie das Haus der alten Frau schnell finden würde. Denn Hunde und Pferde und Shiu’Hzim hin oder her. Zu der alten Frau musste sie noch einmal, um … Und sie war sich auch sicher genug, dass die sie im Notfall verstecken würde.

Lesegruppenfragen
1. Langweilen euch die Narubolan-Passagen?
2. Mögt ihr solche Gesprächsanfänge wie in der zweiten Szene mit Laia und Aki, oder hättet ihr lieber, dass ich die Szene erst aufbaue, bevor der Dialog losgeht?
3. Findet ihr den Gesprächsverlauf ansonsten schlüssig?
4. Wie hat sich die Farm-Szene so insgesamt angefühlt?

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