Yanis (10)


Ab heute sind wir zweistellig.

Das macht überhaupt keinen Unterschied für irgendwas, aber ich kann ja aucht einfach gar nichts zur Einleitung schreiben.

Viel Spaß!

Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.
Im 9. Kapitel finden zwei Kinder beim Spielen an einem Bach eine am Ufer schlafende Yanis.

Was heute geschieht
„Guten Morgen! Dürfen wir das Frühstück servieren, Herr von Orenin?“
„Gerne!“
Narubolan streckte sich und schüttelte die Arme aus, die noch ein wenig mitgenommen waren von den Liegestützen. Frühsport war ein fester Teil seines Tagesrhythmus geworden, seit er als Geisel der Gräfin von Kelthofen hier eingesperrt war. Seine Gefangenschaft erlaubte ihm viel zu wenig Bewegungsfreiheit, und überhaupt zu wenig Zerstreuung. Zwar bot die Bibliothek der Gräfin Bücher zuhauf, aber Narubolan bevorzugte menschliche Kontakte, am besten solche der ganz handfesten Art wie beim Zolipan-Spielen, oder zur Not auch bei anderen Spielen, die eher für geschlossene Räume geeignet waren.
Davon gab es hier zu wenig.
Aber immerhin war das Essen gut.
Und er freute sich auf das Turnier, das die Gräfin geplant hatte. Vielleicht würde er sie sogar überreden können, dass er teilnehmen durfte. Vielleicht nicht beim Lanzenreiten, das wäre zu viel gehofft. Zu groß wäre die Gefahr, dass seine Familie Vergeltung an der anderen Geisel üben würde, sollte ihm etwas zustoßen. Dafür waren sie schließlich da. Und Narubolan mochte Yoseqa sogar irgendwie, obwohl er ein verweichlichter Waschlappen war. Aber es gab ja auch weniger gefährliche Elemente eines Turniers wie Bogenschießen, vielleicht sogar einen Ringkampf. Das wäre doch ein guter Kompromiss.
Narubolan war ein guter Ringkämpfer. Leider war er nur ein mittelmäßiger Bogenschütze. Aber er würde nehmen, was er bekam, solang er darin eine Chance fand, der endlosen Monotonie seiner Position für einen Tag zu entrinnen.

************************

Laia hatte selten etwas so wenig bereut wie ihre Entscheidung, nicht mit der Familie von Orenin zu Akis Sphärifizierung zu fahren.
Und selten hatte sie sich so zu einer Entscheidung beglückwünscht wie zu dieser, jetzt, da sie mit der Familie von Orenin zwei Tage in einer Kutsche verbracht hatte.
Sie mochte Aki. Sie mochte Aki sogar sehr.
Aber im Beisein sierer Väter und einer Dienerin konnte sie mit Aki nicht entspannt und frei reden, und genau das war nun mal, was sie an Aki schätzte.
Und sie war zwar durchaus selbstbewusst genug, um damit umgehen zu können, wenn Leute sie nicht mochten, aber zwei Tage nicht mal nur Stille, sondern die mitunter sehr beredte Verachtung von Jakuwe und die subtilere des Barons begannen auch sie zu belasten.
Und sogar Tarmas permanente Freundlichkeit und sein Bemühen um gute Laune fingen mit der Zeit an, zu nerven, gerade auch, weil seine Anstrengungen so verzweifelt gegen die eisige Kälte ankämpften, die seine beiden Partner fortwährend ausstrahlten. Dadurch wurde es sogar eher noch schwerer, weil Laia die unangenehme Stimmung so nicht einmal mehr ignorieren konnte, sondern immer wieder reagieren und sich damit auseinandersetzen musste, weil sie es natürlich nicht über sich brachte, Tarma sich selbst zu überlassen.
So hatten sie viel Zeit mit erzwungenem Geplauder verbracht und Laia damit sogar die Möglichkeit genommen, aus den Fenstern der Kutsche zu schauen und sich vorzustellen, dass sie nicht tagelang dem schwelenden Hass mindestens einer sehr mächtigen Person ausgesetzt war.
„Wie geht es eigentlich deinem Vater, Laia?“, fragte Tarma.
Und Laia dachte: Xinu, lass es enden. Können nicht irgendwelche Strauchdieb*innen die Kutsche überfallen, ein Rad in einem Schlagloch brechen, oder ein Blitz ein Pferd treffen oder sowas? Ja, die Pferde konnten nichts dafür.
Aber in schweren Zeiten mussten alle Opfer bringen, und sicher hätte Kararos das arme Tier gnädig umarmt und empfangen.
Immerhin war ein Ende in Sicht. Laia traute sich nicht völlig sicher zu, die Landschaft richtig zu erkennen, aber es kam ihr seit ein paar Stunden immer öfter so vor, als würde sie einzelne Abschnitte wieder erkennen, als würden sie sich allmählich dem Sitz der Familie von Orenin annähern.
„Ähm. Och. Ganz gut. Er wird älter und grummeliger und ich muss immer mehr von den Dingen tun, die er eigentlich gerne selbst machen würde, aber sonst … geht’s ihm ganz gut, denke ich“, antwortete sie.
„Er ist auch ein Dieb und Einbrecher und gelegentlicher Räuber, wie du, wenn ich mich richtig erinnere?“, fragte Jakuwe in beiläufigem, oberflächlich freundlichem Plauderton.
„Ja, genau“, antwortete Laia in genau demselben Tonfall.
„Papa!“, rief Aki. „Ist dir das nicht selbst irgendwann peinlich? Kannst du es nicht einfach gut sein lassen?“
Laia wusste aufrichtig nicht, ob sie sich freuen und erleichtert sein sollte, dass ihr*e Freund*in für sie einstand, oder besorgt und schon jetzt genervt auf die Gefahr hin, dass das Gespräch damit in einen familiären Streit übergehen würde, an dem sie sich nicht beteiligen konnte, weil sie zwar sein Thema war, aber eigentlich keine Teilnehmerin, dem sie sich aber auch ganz sicher nicht entziehen konnte, einfach weil sie in dieser von allen Gottheiten verfluchten Kutsche festsaß!
„Ich weiß nicht, was mir peinlich sein sollte“, antwortete Jakuwe spitz. „Sie hat mir doch sogar zugestimmt.“
„Ich weiß, wie du es gemeint hast. Du weißt, wie du es gemeint hast. Du weißt, wie es angekommen ist, und du wolltest es auch genau so“, sagte Aki. „Laia hat sich ihre Herkunft genauso wenig ausgesucht wie ich oder du. Sie ist genauso wenig dafür verantwortlich wie ich oder du.“
„Ich kenne da die eine oder andere Kirche, die dir da wider-“
„Und sogar wenn es anders wäre, wäre es immer noch ein bisschen armselig, sie permanent daran zu erinnern, um sich über sie zu erheben.“
Jakuwe lachte leise. Sogar sein Lachen klang so herablassend, dass sie die weißen Handschuhe, das Puder und den fluffigen Spitzenkragen darin hören könnte.
„Vielleicht will ich ja auch nur dich daran erinnern, mit was für Menschen du dich umgibst, als Sohn-“
„Jakuwe!“, zischte Tarma, drehte sich zu dem Baron um und stupste ihm einen Ellenbogen in die Seite. „Yeto, jetzt sag doch auch mal was!“
Yeto zog missmutig die Stirn in Falten, presste die Lippen zusammen, räusperte sich und sagte: „Jakuwe, lass Akis Freundin in Ruhe. Sie ist unser Gast, und niemand soll sagen können, die Barone von Orenin verspotteten und verhöhnten ihre Gäste.“
Aki schnaubte.
„Ein bisschen mehr Mühe hättest du dir schon geben können.“
Laia war fast ein bisschen überrascht, als der Baron daraufhin mit nach ihrem Gefühl aufrichtig fragender Miene zu Tarma schaute.
Tarma nickte.
Der Baron seufzte. Sein Blick wandte sich kurz der Decke zu, bevor er sich ein kleines Stück vorbeugte und zu Laia sagte:
„Akkado und Tarma Haben recht. Du bist … Die beste Freundin unseres Sohnes, und das macht dich zu einer Freundin der Familie. Ich gebe dir persönlich mein Wort, dass wir dich in Zukunft auch konsequent so behandeln werden, ohne so unerfreuliche Ausnahmen wie Jakuwes …
Was ist das? Was denn? Was kann denn so dringend sein?“
Während der Baron gesprochen hatte, hatte die Kutsche zu Laias immenser Erleichterung den Landsitz derer von Orenin erreicht, und jemand in der Livree eines Bediensteten war auf die Kutsche zu gestürzt und klopfte nun hektisch gegen deren Tür. Ebenfalls zu Laias Erleichterung, um ganz ehrlich zu sein. Sie war kurz davor gewesen, einfach direkt aus dem Fenster zu springen, und sie war sich ziemlich sicher, dass es sich nicht öffnen ließ.
Der Baron seufzte noch einmal tief leidend und öffnete dann die Tür.
„Was gibt es denn?“, fragte er vorwurfsvoll, „Was kann denn so eilig sein, Mann?“
Sofort beugte der Bedienstete sich herein und wisperte etwas in sein Ohr, dass Laia nicht verstehen konnte, das aber sehr dringend und besorgt klang.
Die Augen des Barons weiteten sich, er flüsterte Jakuwe etwas zu, der wiederum ungläubig den Kopf schüttelte und in Tarmas Ohr raunte.
Mit für seine Verhältnisse verblüffender Eile kletterte der Baron aus der Kutsche, gefolgt von den anderen beiden, und zu dritt folgten sie in einer Linie eilig dem Diener in das Haus, während sie und Aki verdattert sitzen blieben und ihnen nachschauten.
Es war beinahe eine komische Szene, aber alle 3 wirkten so erschüttert und erschrocken, dass Laia sich das Grinsen verkniff, zu dem sich ihr Mund formen wollte.
„Was war das denn?“, fragte Laia.
Aki zuckte die Schultern.

************************

Yanis folgte den beiden Kindern, noch immer blinzelnd und den Kopf schüttelnd, noch immer etwas benommen. Ein Teil des Gefühls hatte sicher damit zu tun, dass sie die Nacht an einem Flussufer in einem Schilffeld geschlafen hatte. Ein anderer sicherlich auch damit, dass sie gestern am Ende ihrer Flucht so aufgewühlt, aufgeregt, verzweifelt, traurig und gleichzeitig erschöpft gewesen war, dass sie das Gefühl gehabt hatte, Hilfe beim Schlafen zu brauchen und sich eine Art … Belohnung verdient zu haben, und deshalb zwei von den kleinen Pastillen genommen hatte. Das hatte tatsächlich gut funktioniert, aber sie fühlte sich immer noch nicht wieder ganz klar, und sie dachte zumindest noch kritisch genug, um zu erkennen, dass das gerade in dieser Situation ein enormes Problem war.
Sie nahm sich fest vor, vorsichtiger zu sein, zurückhaltender. Disziplinierter. Sie war immerhin eine Shiu’Hzim, irgendwie. Disziplin war in gewisser Weise das einzige, was sie jemals wirklich gelernt hatte.
Gleichzeitig dachte sie, als sie ihren kleinen Fremdenführer*innen in das Dorf folgte – sie hatte den Namen schon wieder vergessen –, dass dies genau dasselbe Dorf sein musste, in dem sie … Ihr Verstand schreckte davor zurück, den Gedanken zu konkretisieren: verletzt worden war. Dass es also das Dorf sein musste, in dem sie auch … Wieder die Schwelle, die sie nicht überwinden wollte: gepflegt worden war.
Das Dorf, in dem die sonderbare alte Frau wohnen musste, die die Pastillen hatte.
Yanis hatte nicht mehr sehr viele. Sie wagte nicht, sie zu zählen. Vielleicht zehn, vielleicht zwanzig, aber keinesfalls mehr als zwanzig.
Vielleicht wäre es auch gar nicht gut, zu viele zu haben.
Aber zu wenig …
Zu wenig …
War auch nicht gut.
Die beiden Kinder führten Yanis zu einem kleinen, nicht besonders gepflegten Bauernhof.
Nach einem Leben auf Yeshaga war Yanis es nicht gewohnt, Unordnung toleriert zu sehen.
Umso deutlich fiel ihr deshalb ins Auge, wie viele nicht ausgebesserte Schadstellen die Stalltür verschandelten, vom spröde sich langsam abschälenden Holz auf der ganzen Fläche über Biss- und Fraßspuren von Kühen oder Pferden weiter oben und kleineren Tieren weiter unten.
Yanis hätte nicht vermutet, dass Hunde Stalltüren bissen, aber sie hatte andererseits sogar auf Yeshaga ein paar Gelegenheiten gehabt, zu beobachten, was gelangweilte oder schlecht gelaunte oder hungrige oder einfach verspielte Hunde alles machten, und ein Teil der Spuren war deutlich zu hoch für Mäuse oder Ratten und deutlich zu niedrig für ein Pferd oder eine Kuh, fand sie.
Eine Katze hätte es rein von der Größe her auch sein können, aber es gab auf der Burg einige Katzen, um Mäuse und Ratten unter Kontrolle zu halten, deswegen wusste Yanis genug über sie, um sicher zu sein, dass sie garantiert keine Türen anknabberten. Und Krallenspuren sahen anders aus.
Aus der Perspektive einer Soldatin, die in einem militärischen Kloster aufgewachsen war, fand Yanis hier viele solcher Hinweise auf defizitäre Disziplin.
Das Dach der Scheune war bewachsen und an ein paar Stellen sichtbar undicht. Auf dem Hof standen verschiedene Geräte wie eine Mistgabel, ein Besen und sogar ein altes zerbrochenes Spinnrad im Freien herum und verrosteten und zerfielen dort allmählich.
Die Hühner liefen über den Hof, in anscheinend gänzlich uneingeschränkter Freiheit, und an nicht wenigen Orten waren Spuren ihrer und anderer Vögel Verdauung zu erkennen.
Yanis‘ erster Impuls war, auf diesen Mangel an Disziplin und Ordnung herabzublicken und die Bewohner*innen dieses Hofes zu bemitleiden, aber dann fiel ihr ein, welchen Anblick sie selbst gerade bot. Sie konnte froh sein, wenn die guten Leute sie nicht mit einem Besen wieder auf die Straße zu prügeln versuchten, sobald sie ihrer gewahr wurden.
„Ist das euer Zuhause?“, fragte sie, sowohl um sich von diesen unerfreulichen Überlegungen abzulenken als auch, weil sie Kindern nicht traute und deshalb wirklich keine Gewissheit darüber hatte, warum sie sie hierhergeführt hatten.
„Meins!“, antwortete der etwas ältere Junge.
„Meine Mama ist die Bürgermeisterin!“, verkündete das Mädchen stolz.
„Hätte ohne uns aber auch keine Eier!“, antwortete der Junge defensiv.
„Ich mag sowieso keine Eier!“
„Oh je! Ganra! Ganra, komm schnell!“, rief eine Stimme vom Wohnhaus aus.
Janis wirbelte herum und sah zwei Erwachsene, mutmaßlich die Eltern des Jungen, aus der Tür auf sich zukommen.
Eine*r von ihnen trug eine in verschiedenen unerfreulichen Farben beschmierte Schürze und hielt tatsächlich sogar ein Schlachtebeil in der Hand, von dem Yanis allerdings nicht zuletzt aufgrund der Schürze vermutete, dass die Person es immerhin nicht vorrangig dabei hatte, um es gegen sie zu verwenden.
Die*r zweite war etwas weniger bedrohlich bewaffnet, aber in diesem Fall nahm Yanis sogar an, dass sie das alte Brett nur aufgelesen hatte, um im Ernstfall irgendetwas gegen die unheimliche Landstreicherin in der Hand zu haben.
Die beiden kamen langsam näher und hielten zwar ihre Gegenstände fest umklammert, versuchten dabei aber zumindest, freundlich drein zu blicken.
Die Person mit dem Brett bemerkte zuerst den Säbel an Yanis‘ Koppel. Ihre Augen weiteten sich und sie schaute nachdenklich auf das Brett in der eigenen Hand, offensichtlich unentschlossen, ob sie es besser fallen lassen oder noch fester halten oder es über den Kopf leben und laut schreiend auf die Fremde zu rennen sollte. Am Ende entschied sie sich für die mittlere Variante.
Yanis atmete tief durch und setzte ihr nettestes Lächeln auf, das sogar früher schon nur selten seinen Zweck erfüllt hatte. Wie es nun mit ihrem neuen Gesicht aussah, konnte sie noch überhaupt nicht einschätzen.
Zumindest schien es die Absicht richtig zu vermitteln, nicht gefährlich auszusehen, denn die beiden Erwachsenen zeigten ebenfalls die Zähne, in einem verängstigten Versuch, gute Absichten zu demonstrieren.
„Die haben wir gefunden!“, rief der Junge ihnen entgegen. „Ich hab ihr gesagt, dass sie bei uns schlafen kann, wenn sei will. Sie hat kein eigenes Haus, und ich habe ihr gesagt, dass unseres ganz groß und schön ist!“
Die Eltern – Yanis war sich da jetzt sicher – lächelten ihm zu, aber nur kurz, um ganz sicher zu sein, dass sie Yanis nicht aus den Augen ließen.
„Das ist sehr lieb von dir“, sagte eine*r von ihnen. „Aber wir sind uns noch nicht ganz sicher, weißt du, wir kennen uns ja noch gar nicht …“
Yanis stöhnte. Sie war schon zu den besten Zeiten nie besonders geschickt mit anderen Menschen gewesen. Sie würde diese Sache schon als Erfolg betrachten, wenn niemand ums Leben kam.
„Schaut“, sagte sie, „Ich will niemandem zur Last fallen. Ich brauche nur eine Unterkunft für eine Nacht, oder zwei, dann ziehe ich weiter.“
Langsam führte sie eine Hand zu der Tasche an ihrer Seite, zog den Geldbeutel daraus hervor und klimperte ein wenig damit, in einer Geste, von der sie nicht sicher war, ob sie beruhigend oder bemitleidenswert oder einfach beides wirkte.
„Ich habe auch ein bisschen Geld, ich kann bezahlen.“
Die beiden Bäuer*innen sahen erst Yanis, dann ihren Sohn, dann einander an und wiederholten diese Abfolge dann noch zweimal.
Die Situation war offensichtlich für alle Beteiligten ausgesprochen überfordernd. Zumindest für die Erwachsenen. Die beiden Kinder schienen ihren Spaß zu haben und wirkten eigentlich sehr zufrieden mit dem Lauf der Dinge.

Lesegruppenfragen
1. Kam euch der erste Abschnitt mit Narubolan (zu) überflüssig vor? Hat euch das gestört?
2. Ich persönlich finde es ja naheliegend, die beschriebenen Personen genderneutral zu lassen wie hier z.B. im letzten Abschnitt. Yanis kann schließlich nicht sehen, wer von Godoans Eltern welches Geschlecht hat. Aber es ist natürlich eher unüblich. Wie fandet ihrs?
3. Habt ihr im mittleren Teil mehr Beschreibung der Landschaft vermisst? Ich bin ja nicht so für Landschaft, aber eigentlich gehört sie in Fantasy doch dazu. Oder?
4. Und zum Gesprächsinhalt: Der Versuch des Barons, fair zu Laia zu sein, war absichtlich etwas lauwarm, klar, aber er war halt lau. Hättet ihr lieber was Interessanteres gehabt?

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