Yanis (9)


Heute gibts bei Yanis
nen Frosch
n Floß, ohne Segel
2 Kinder
N Bach
Schilf
Und ganz viel Modder!
viel Spaß.


Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.
Im 5. Kapitel hat Icara Yanis einen sehr bösen Streich gespielt. Und Yanis hat daraufhin … naja, vielleicht nicht mal unbedingt überreagiert, aber auch nicht besonders geschickt jedenfalls.
Im 6. Kapitel will Laia unbedingt Akis Verleihungszeremonie miterleben und versucht deshalb, in den Großen Saal zu klettern.
Im 7. Kapitel flieht Yanis aus der Burg und begegnet zum Schluss noch mal einer alten Bekannten.
Im 8. Kapitel plaudern Aki, Laia und Akis Väter, während sich bei Aki zu Hause Unheil anbahnt.

Was heute geschieht

„Das hat ja gar kein Segel!“
„Ist ja auch kein Wind!“
Godoan schnitt mit der Sicherheit, die die Routine ihm verlieh, das Stück Schnur ab, mit dem er sein Floß zusammengebunden hatte, und knotete es fest.
„Aber ein richtiges Boot braucht doch ein Segel!“
„Gar nicht. Das ist ein Floß. Das braucht überhaupt gar kein Segel.“
„Ich fänds schöner mit Segel“, sagte Kiroro schmollend.
„Du kannst dir ein Eigenes bauen!“
„Du zeigst es mir ja nicht richtig!“
„Ich bau dir gleich noch eins, dann kannst du zugucken. Aber jetzt lassen wir das Floß zu Wasser!“
„Mit dem Frosch?“
Godoan grinste. Und nickte. Und zog den Frosch aus der Tasche. Er zappelte und sah insgesamt ein bisschen unglücklich aus, war aber unversehrt.
Das war Godoan immer sehr wichtig.
Godoan mochte Frösche, und außerdem fand er die Vorstellung irgendwie eklig, einen in seiner Tasche zu zermatschen.
„Der Trick ist“, dozierte er, während er vorsichtig mit dem Floß in der einen und dem Frosch in der anderen Hand die Böschung hinabstieg, „den Frosch nicht zu früh auf das Floß zu setzen, und genau richtig zu halten dabei.“
Er kniete behutsam nieder, um das Floß gut absetzen zu können, ohne reinzufallen, und ohne die Knie seiner Hose nass zu machen.
„Wenn du ihn zu früh drauf setzt, oder falsch, dann hüpft er einfach weg, und dann musst du dir einen neuen Frosch suchen, und wenn du Pech hast, hast du dabei auch noch das Floß verloren.“
„Wieso denn auch noch das Floß?“
„Naja, weil es halt runterfällt oder man es irgendwo vergisst und dann nicht wiederfindet.“
„Ach so. Aber das passiert doch nur, wenn ich nicht aufpasse.“
„Naja, aber manchmal passt man halt nicht auf!“
„Ich pass immer auf.“
Godoan verdrehte die Augen und machte ein abfällig zischendes Geräusch in Richtung Kiroros.
„Lenk mich nicht ab, ich muss mich jetzt konzentrieren!“
Er stützte sich auf einen aus dem Wasser ragenden Stein, lehnte sich noch ein bisschen vor, um die richtige Stelle zu erwischen, damit das Floß nicht einfach wieder gegen das Ufer getrieben wurde oder sogar kenterte, und setzte es schließlich behutsam aufs Wasser.
Stolz strahlend drehte er sich zu ihr um und zeigte auf den Frosch auf dem Floß.
„Siehst du!“, rief er, „So gehts richtig!“
Kiroro lächelte zurück und betrachtete fasziniert das Floß, das langsam weiter in Richtung Mitte des Baches glitt und dabei allmählich von der Strömung ergriffen wurde und Fahrt aufnahm. Der Frosch saß immer noch darauf und schien sich eigentlich ganz wohl zu fühlen.
Godoan war sehr zufrieden mit sich, wusste aber, dass es jetzt noch zu früh war, sich zu beglückwünschen.
„Aber wir müssen uns jetzt weiter konzentrieren und gut aufpassen!“
Godoan stand wieder auf und folgte dem Floß, das allmählich schneller wurde.
„Jetzt ist es Zeit für den Stock!“
Er streckte die Hand aus und sie gab ihm den langen Holzstab gehorsam in die Hand, den sie für ihn gehalten hatte.
„Wenn du dich beeilst, kannst du es von der Brücke aus durchfahren sehen!“, rief er und lief auf die kleine steinerne Brücke zu, die hier kurz vor dem Dorf den Bach überquerte.
„Warum sagst du das erst jetzt, das ist ungerecht!“, rief Kiroro, und rannte sofort, so schnell sie konnte, an ihm vorbei.
Godoan lachte und folgte ihr. Nebeneinander standen sie im Sonnenschein auf der Brücke, blickten hinab auf den glitzernden und fröhlich murmelnden Bach und sahen zu, wie das kleine hölzerne Floß mit dem immer noch stolz darauf thronenden Frosch, der sogar einmal freundlich für sie quakte, unter ihnen vorbeiglitt und stellten sich ihre eigenen Abenteuergeschichten dazu vor.
Es war wirklich ein wunderbarer Tag dafür. Der Bach floss schön ruhig und langsam und ließ ihnen Zeit.
Godoan dachte sich selbst in den Frosch hinein und fragte sich, wie es wohl wäre, alleine auf so einem Floß über das offene Meer zu treiben, hoffnungsvoll Ausschau nach Land und furchtsam nach Haien und Seeungeheuern zu halten, und er dachte sich so, dass manche Abenteuer vielleicht doch in der Fantasie schöner waren als in der Realität.
„Was trinkt so ein*e Abenteurer*in auf ihrem Floß eigentlich?“, fragte er.
„Na Wasser!“, antwortete Kiroro.
Godoan schnitt eine Grimasse. Hätte er wissen sollen, dass es keinen Sinn hatte, so eine Frage einem 3 Jahre jüngeren Kind zu stellen. Die hatten einfach keine Ahnung.
„Das geht doch nicht. Aber das erkläre ich dir später, jetzt müssen wir weiter dem Floß folgen und es wieder einsammeln.“
„Wieder einsammeln?“
„Ja, sonst schwimmt es weg.“
„Dann machen wir ein neues! Das macht doch am meisten Spaß!“
Godoan verzog die Mundwinkel.
„Naja. Immer besser, noch eines zu haben. Irgendwann können wir dann vielleicht eine ganze Froschflotte in See stechen lassen!“
„Hier ist doch gar kein See!“
„Ich mein doch im Spiel!“
Eilig liefen die beiden von der Brücke hinab am Flussufer entlang durch ein Feld aus hohem Schilf.
Godoan hielt Ausschau nach einem guten Ort, um sich möglichst nah ans Wasser zu begeben, ohne hereinzufallen, und dann mit dem Stock nach dem Floß zu angeln. Komisch, der Frosch hockte immer noch darauf. Beinahe fragte Godoan sich, ob es dem kleinen grünen Freund gut ging. Er hatte sich doch hoffentlich in Godoans Tasche nicht doch etw-
„Ooooauuuahahpfschhchc …“
Godoan verstand überhaupt nicht richtig, was passiert war, fand sich aber plötzlich mit dem Gesicht im Matsch wieder und hörte natürlich sofort das begeisterte Gelächter Kiroros. Sein Sturz hatte nicht besonders weh getan, aber er ärgerte sich, dass er jetzt ganz dreckig und nass war und vor Kiroro wie ein Tölpel dastand. Das war nicht fair, er hatte überhaupt nichts falsch gemacht. Sein Fuß war nur an irgendwas hängen geblieben. Könnte eine Wurzel gewesen sein, aber hier war doch nirgends ein Baum, und kleinere Pflanzen hatten keine so dicken Wurzeln.
Es war nicht fair, fand er! Und während er fühlte, wie seine Augen anfingen zu brennen, tat er sein Bestes, um nicht vor Frustration und Scham zu weinen anzufangen. Das würde es nur schlimmer machen.
Verwirrt drehte Godoan sich um, ohne darüber nachzudenken, dass er dadurch von beiden Seiten schlammig und nass werden würde, bis das Wasser seine Hose und sein Wams durchsuppte und er es nicht mehr vermeiden konnte.
„Ach Mist“, murmelte er, und wurde dann jäh aus seinem Selbstmitleid gerissen, was ihm immerhin die Peinlichkeit der Tränen ersparte.
Die Wurzel, über die Godoan gestolpert war, fluchte. Oder murmelte zumindest undeutlich irgendwas, was eher unzufrieden klang.
Kiroro stand dabei und guckte, ihre Augen fast größer als ihr Mund, und sagte ausnahmsweise mal gar nichts.
Godoan wäre gerne der starke Erwachsene gewesen, der die Situation unter Kontrolle brachte, aber er war selbst völlig ratlos, was er tun sollte.
Blinzelnd und nach Luft schnappend versuchte er, ein Bild zusammenzufügen aus dem, was seine Augen wahrnahmen. Er war so fasziniert davon, dass er nicht mal mehr den Drang fühlte, Matsch aus seinem Gesicht zu wischen.
Die Person, die sich vor oder eher ein bisschen neben ihm aus dem Schilf aufrichtete, war unschwer an der Größe als erwachsen zu erkennen, es war kein anderes Kind, aber Godoan hatte noch nie so eine*n dreckige*n Erwachsene*n gesehen
Und …
Und dann …
Godoan blinzelte immer weiter, aber das Bild wurde nicht klarer, weil es nicht an seinen Augen lag.
Lag es am Schlamm? Aber nein. So viel Schlamm war nun auch nicht im Gesicht der fremden Person, und tatsächlich war sie gerade dabei, ihn abzuwischen, und was darunter zum Vorschein kam …
War nicht mehr viel von einem Gesicht.
Da war keine Nase. Die Lippen waren wie die Ränder abgenutzter Putzlumpen. Da war nur noch ein Ohr, und auch von dem nicht alles. Da waren keine Haare. Und die Haut war ein einziges Netz, oder vielmehr ein Wirrwarr aus Linien und Unebenmäßigkeiten, die eigentlich nur Narben sein konnten. Es war ein Anblick, bei dem Godoan erschauderte, und bei dem er unwillkürlich zurückwich, auch wenn seine Hände auf dem nassen schlammigen Boden mehr rutschten, als dass sie ihn besonders weit zurück schieben konnten.
War das ein Dämon? Eine Untote? War es ein Werwolf oder ein Vampir? Das einzige, was Godoan davon abhielt, laut zu kreischen und nach seinen Eltern zu rufen, war die noch andauernde völlige Verblüffung über alles, was hier gerade passierte.
„Ws… Wie… Ws…? Wo…? Wer ….? Wo binch?“, murmelte die Person, und klang dabei zwar ein bisschen krächzig-heiser, aber doch so eindeutig menschlich, dass Godoan sofort das schlechte Gewissen befiel.
Sie konnte ja schließlich nichts dafür, wie ihr Gesicht aussah, und es war wirklich nicht gerecht, sie für irgendein Monster zu halten deshalb.
„Bist du ein Wassergeist?“, fragte Kiroro, immer noch ganz atemlos, aber anscheinend mit viel weniger Angst, als Godoan gerade noch empfunden hatte.
Die Figur machte ein gurgelnd-grunzendes Geräusch und spuckte einen schleimigen Klumpen ins Schilf.
„Ws?“, fragte sie.
Godoan fiel auf, dass sie gar nicht viel weniger blinzelte als er selbst, und nachdem sich die erste Furcht und Bestürzung gelegt hatte, schien auch ihm offensichtlich, dass sie von der ganzen Situation ähnlich verwirrt und überfordert schien wie er und Kiroro.
„Wo binich? Wer seidihr??“
„Ich bin Godoan“, sagte Godoan hilfsbereit, „Und das hier ist Brefhausen, oder naja, eigentlich nicht ganz, aber es ist nicht besonders weit, und mein Vater sagt, es ist unsere Brücke. Also, von dem Dorf. Nicht von unserer Familie. Wir haben keine eigene Brücke; auch wenn ich eigentlich gern eine hätte. Aber mein Vater sagt immer, ist besser so, weil die teuer sind.“
„Ntschuldigung …“, murmelte die Person. „Was? Wie heißt das hier?“
„Brefhausen“, antwortete Godoan, jetzt doch wieder ein bisschen eingeschüchtert davon, wie gereizt sie klang, und wie wenig aufnahmefähig sie offenbar war.
„Und … Was mach … Nee, das ist Unsinn, da kannst du mir auch nicht helfen … Ich mein … Warte … Ich find gleich die richtige Frage, tut mir leid … Was ist denn für eine Zeit? Vormittag, schätz ich?“, fragte sie, in die Sonne blinzelnd.
„Ja, Vormittag. Noch einigermaßen früh“, sagte Godoan.
Sie nickte, und atmete ein paar Mal tief durch. Danach zögerte sie noch und schaute angestrengt auf die eigenen Beine, wahrscheinlich während sie nachdachte.
Dann fragte sie: „Euch sind nicht zufällig Soldat*innen hier aufgefallen? Zu Fuß, auf Pferden, eventuell auch mit Hunden? Irgendwo hier in der Gegend?“
Godoan schüttelte den Kopf. Sowas wäre ihm aufgefallen, und alle seine Freund*innen hätten ihm auch sofort davon erzählt.
„Nein, hier waren keine Soldat*innen“, bekräftigte Kiroro.
„Gut“, seufte die Person. „Gut.“
„Suchst du welche?“, fragte Kiroro.
Die Person lachte auf.
„Nein, schon gut“, antwortete sie, „Vergiss am besten direkt wieder, dass ich gefragt habe. Ich … Ich habe mit denen nichts zu tun.“
Den letzten Satz sagte sie mit viel Gewicht und so etwas wie … Erstaunen? Sie klang dabei, als könnte sie es selbst nicht richtig glauben, aber nicht, als ob sie lügen würde, sondern einfach nur selbst nicht verstand, wie es die Wahrheit sein konnte.
„Bist du eine Landstreicherin?“, fragte Kiroro. „Meine Mutter sagt oft, die sind alle ganz runtergekommen und haben immer Angst vor Soldaten und-“
„Kiroro!“, zischte Godoan mit einem nervösen Seitenblick zu der Erwachsenen, von der er immer noch nicht ganz sicher war, wie gefährlich sie sein mochte, auch wenn er sie inzwischen nicht mehr für eine Dämonin hielt.
„Ich … Ich schätze, irgendwie bin ich das“, brummte die Person nachdenklich. „Aber …“ Sie zog eine dreckige, schlammige, nasse Umhängetasche hervor, die sich hinter ihren Rücken geschoben hatte, fingerte den beschmierten Verschluss auf und fummelte fahrig darin herum. Es klimperte leise. „Ich habe ein bisschen Geld. Nicht viel. Aber ich brauche eine Unterkunft, oder sowas, und … wahrscheinlich ein Bad?“ Fast so etwas wie ein Lächeln schimmerte um ihre zerrissenen Lippen. „Ist euch wahrscheinlich schon aufgefallen. Also … Gibt es hier ein Gasthaus? Oder … können eure Familien jemanden aufnehmen, für ein paar Tage? Wie gesagt, ich kann bezahlen, und ich kann auch arbeiten. Denke ich.“
Sie zögerte wieder und eine senkrechte Falte bildete sich in ihrer Stirn.
„Obwohl ich … Ich glaube, ich kann nichts besonders Nützliches? Aber ich kann Dinge tragen und saubermachen,“
Sie lachte auf.
„Und falls eure Eltern Bäuer*innen sind und jemanden brauchen, die auf das Vieh aufpasst, ich kann auch ganz gut Wache halten.“
Godoan und Kiroro sahen einander an.
„Es gibt ein Gasthaus“, sagte Godoan. „Da kannst du wohnen, wenn du es bezahlen kannst. Ist aber teuer, sagt mein Vater immer.“
Kiroro nickte.
„Ja, Mama auch!“
„Ich glaube, ich habe überhaupt keine Vorstellung, was Gasthäuser kosten“, sagte die Person. „Was kostet denn eine Nacht, wenn ich wirklich nur das allerbilligste will? Und ein Bad, wie gesagt, vielleicht?“
„Ich weiß auch nicht“, gab Godoan kleinlaut zu. „Mein Vater sagt immer, das ist ganz teuer, aber ich auch nicht sicher, was das heißt.“
Sie schnaubte frustriert und wischte nervös in ihrem Gesicht herum.
„Ich glaube, ich habe drei Taler, vierzehn Groschen, und ein paar Heller?“
Godoan und Kiroro sahen einander an, dann sie, dann zuckten sie mit ausgebreiteten Armen die Schultern.
„Na gut“, murmelte die Fremde. „Könnt ihr mich vielleicht zu diesem Dorf führen? Wie heißt das noch einmal?“
„Brefhausen.“
„Ist es ein großer Ort?“
Godoan und Kiroro nickten heftig.
„Ja, ziemlich!“
Sie kniff die Lippen zusammen und begann: „Ich weiß gar nicht …“
„Bestimmt zehn Häuser!“, rief Godoan.
Sie legte die Stirn in Falten, dann lächelte sie, dann zuckte sie die Schultern.
„Vielleicht kein schlechter Anfang. Könnt ihr mich hinbringen?“
„Klar!“, antwortete er.
„Dann gehen wir.“
Noch etwas unbeholfen rappelte sie sich auf, klopfte in einer völlig sinn- und erfolglosen Geste ein bisschen Dreck von sich ab, schaute dabei kurz betroffen und besorgt auf den riesigen Säbel, der an ihrem Gürtel hing, richtete sich dann aber schließlich ganz auf und schaute halbwegs wach und bereit in die Welt.
Jetzt, wo sie aufrecht war, kam sie Godoan doch noch einmal bedrohlicher vor. Sie war ziemlich groß und muskulös, und der Säbel war wirklich riesig. Und sie trug Stiefel. Die waren zwar schlammverschmiert und nass, aber die Sohlen war frisch und kaum abgetragen.
Ob sie wirklich nichts mit den Soldat*innen zu tun hatte?
Plötzlich glaubte Godoan ihr nicht mehr so richtig, und das wiederum ließ sie potenziell noch gefährlicher erscheinen.
Vielleicht würde er sie lieber nicht zu seiner Familie nach Hause bringen.
Andererseits machten diese Details natürlich auch viel interessanter, und Godoan fühlte sich schon sehr deutlich so, als müsste er tot umfallen, wenn er sie jetzt zum Gasthaus bringen und nie erfahren sollte, was ihre Geschichte war.
Denn dass da irgendeine spannende Abenteuergeschichte war, da bestand für ihn keinerlei Zweifel.
Jedenfalls würde er sie jetzt in das Dorf führen, oder? Er war auch da nicht sicher, ob es eine gute Idee war, aber er wollte nicht, dass sie den Säbel da rauszog, und ihre Beine waren auch lang genug, dass er sich wenig davon versprach, sie irgendwo auf ein Feld zu führen und dann wegzulaufen.
Er stieg die Böschung empor.
„Hier entlang!“, rief er.
Und dann bleib er plötzlich stehen.
„Oh nein VERDAMMT!“
Sie zuckte zusammen, fiel auf ein Knie, die Hand schon am Griff des Säbels, und sah sich alarmiert um.
„Was?“, zischte sie.
„Wir haben das Floß völlig vergessen!“, rief er. „Jetzt ist es weg.“

Lesegruppenfragen

  1. Kennt ihr euch mit Fröschen und Flößen aus? Ich freue mich über Tipps!
  2. Fandet ihr das jetzt zu albern, oder gings noch?
  3. Habt ihr euch gefragt, warum jetzt so ein wunderschöner sonniger Tag ist, nachdem Yanis es gerade noch so kalt fand?
  4. Soll Yanis im Gasthaus oder bei einer Familie unterkommen?

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