Yanis (5)


Weiter gehts. Yanis hat einfach kein Glück.

Viel Spaß trotzdem!


Was bisher geschah
Im ersten Kapitel haben wir die Shiu’Hzim Yanis kennengelernt und mit ihr ein ärgerliches Missgeschick erlebt, das sie in die Hände einer Heilerin fallen ließ.
Im zweiten Kapitel wird Laia bei einem Diebstahl ertappt und flieht vor den Wachen zu ihrem*r Freund*in Aki.
Im dritten Kapitel setzt Yanis ihre Mission fort, kehrt in ihre Heimatburg zurück und wird nicht sehr freundlich empfangen.Was heute geschieht
Im 4. Kapitel durften wir Akis Sphärenverleihungszeremonie beiwohnen, und sier erlebte eine kleine Enttäuschung.

Was heute geschieht
„Was … Was … Ich weiß gar nicht genau, was eigentlich die Frage ist! Aber … Bei Icara versteh ich es noch eher. Aber was schert es die Kommandantin, wie mein Gesicht aussieht? Ich bin immer noch dieselbe Shiu-Hzim! Wir feiern Kamerad*innen für ihre Narben! Wir verachten sie nicht! Was passiert hier? Warum passiert das? Ich weine nicht, mir läuft nur permanent irgendein Rotz aus allen Öffnungen in meinem Gesicht, wag es nicht, deine Hand auf meine Schulter zu legen, ich schwöre bei der Göttin, ich beiße sie dir ab!“
Goma hob die buschigen schwarzgrauen Augenbrauen, hielt in der Bewegung inne, ließ ihre Pranke von einer Hand mit gespreizten Fingern über Yanis‘ Schulter schweben. Mit einem gutmütigen Schmunzeln trat sie einen Schritt zurück.
„Nicht beißen“, brummte sie. „Ich brauch die noch. Und du“, fügte sie hinzu, „Brauchst nicht noch mehr Demeriten.“
Yanis lachte auf.
„Ja“, sagte sie. „Da hast du Recht.“
Goma war die Waffenmeisterin der Burg, und sie hatte Yanis immer gemocht, nicht nur, weil sie schnell lernte – leider nur, wenn es darum ging, anderen weh zu tun, aber immerhin, dafür waren sie schließlich alle hier -, sondern auch menschlich hatten die beiden sich immer gut verstanden.
Trotzdem war es mehr Verzweiflung als echte Überzugung, die Yanis zu ihr getrieben hatte. Freundinnen waren sie nicht. Goma scherte sich um wenig anderes als um die Waffen, wer sie richtig in der Hand hielt, und wie sie am direktesten im feindlichen Körper positioniert werden konnten.
Zu Yanis‘ Erleichterung hatte Goma nur kurz das Gesicht verzogen, als sie sie gesehen hatte, und sonst nicht weiter über ihre Verletzungen geredet.
„Aber … Verstehst du es denn?“, fragte sie noch einmal nach.
Goma zuckte die Schultern.
„Ja“, sagte sie schließlich. „Du nicht? Komm, Yanis. Du bist gar nicht so schwer von Begriff, wie du denkst.“
„Naja … Ich bin hässlich. Ich bin ein Wrack. Ich bin eine Abscheulichkeit. Ich bin-“
„… so selbstmitleidig, dass sogar mir gleich das Abendessen wieder hochkommt?“
„Jjja, das anscheinend auch …“
„Du erinnerst sie an Demütigungen, die uns allen drohen, und denen wir nicht ins Auge sehen wollen, und deshalb müssen sie dir die Schuld geben, um sich nicht wehrlos zu fühlen gegenüber dem Unglück, das dich getroffen hat.“
Yanis blinzelte die alte Waffenmeisterin an.
„Das … Ja, das …“
„Aber es gibt noch einen anderen Grund“; unterbrach Goma sie noch einmal. „Einen guten.“
Yanis schluckte, und sah sie einfach nur an, weil sie nicht wusste, was sie sagen könnte.
Goma fuhr fort: „Die Shiu-Hzim sind nicht einfach nur ein Trupp Soldaten, die ein bisschen besser sind als andere.“
„Wir sind nicht einfach nur ein bis-“
„Bist du zu mir gekommen, um dich selbst reden zu hören, oder mich?“
„Dich, Meisterin.“
Die Antwort kam einfach heraus, ohne dass Yanis es verhindern konnte.
Goma nickte zufrieden.
„Ihr seid ein Prestigeprojekt. Donars & Henk & Wismur haben die Unbesiegbare Legion geschaffen, um zu siegen, ja. Aber sie haben euch nicht zu einer Legende gemacht, damit ihr besser kämpft als andere. Sie haben euch zu einer Legende gemacht, damit ihr nicht kämpfen müsst.“
„Du meinst …“
„Mach doch endlich den Mund zu, Kind! Ich meine, dass der Zweck der Shiu-Hzim gefährdet ist, wenn ihr nicht ausseht wie unberührbare Heilige, sondern wie ein altes, von Motten befallenes Kuhfell, das jemand zu nah an den Kamin gelegt hat.“
Yanis nahm einen fast gar nicht zerrissenen Atemzug.
„Du findest, ich bin eine Schande für die Legion.“
Goma lachte auf.
„Mädchen, da gibt es gar nichts zu finden. Dein Anblick würde eine ranzige Küchenschabe zum Kotzen bringen. Du demoralisierst alle, die auf deiner Seite kämpfen sollen, auch wenn du bestenfalls vielleicht auch ein paar von den anderen ziemlich erschrecken würdest. Aber auf keinen Fall kauft dir jemand die göttliche Kriegerin ab. Und darum gehts bei den Shiu-Hzim. Ihr seid wie viele? 500? Was glaubst du, was ihr in einem echten Krieg bewirken könntet, außer die Moral beider Seiten zu beeinflussen? Was glaubst du überhaupt, wie wichtig es ist, dass Soldat*innnen kämpfen können wie ihr? 20 Jahre Ausbildung für ein Stück Fleisch, das umfällt und nutzlos wird, sobald ein Bolzen es trifft? Wie stellst du dir die Rechnung vor?“
Yanis blickte zu Boden.
„Die Göttin-“
„… bezahlt nicht das Essen, das sie in der Messe servieren, bessert nicht das Dach aus, wenns durchregnet, und ich hab sie auch noch nie auf dem Pferdemarkt gesehen, wenn eine von euch mal wieder nicht aufs Gelände geachtet hat.“ Goma grunzte. „Na gut, dafür ist dann an dem Abend das Essen gesichert.“
„Vielen Dank, dass du’s mir so schonend erklärst“, murmelte Yanis.
„Ist wie’s ist“, brummte Goma. „Ich mach die Welt nicht. Ich mach nur die Waffen.“

******************************

Es war eigentlich nicht besonders kalt, aber Yanis hatte nicht daran gedacht, ihren Fellumhang mit auf den Wachturm zu nehmen. Der Wind blies immer auf dem hohen Turm, und ihre bronzene Rüstung nahm die Kälte dankbar auf und gab sie großzügig an Yanis weiter.
Natürlich trug sie eine wattierte Unterrüstung. Natürlich machte die es ein bisschen besser. Aber die Kälte aus dem Metall ließ sich durch so ein bisschen Watte nicht aufhalten.
Yanis hasste den Wind. Sie hielt sich selbst nicht für empfindlich, aber die beinahe gehässige Art, wie der kalte Luftstrom Öffnungen in der Kleidung und freie Hautstellen suchte, war ihr zuwider. Auch so eine Sache, die mit dem „Prestigeprojekt“ zu tun hatte, von dem Goma sprach. Die Rüstungen waren weniger funktional, als dass sie ein bestimmtes Bild vermittelten. Sie sahen aus wie die Rüstungen der Heiligen in Gemälden. Und die Heiligen in den Gemälden hatten sicherlich nie ihre Finger aneinandergerieben und in die zu einer Schale geformten Handflächen geblasen.
Sie hasste es, permanent von diesem Frostgefühl abgelenkt zu werden, das gerade ärgerlich genug war, um nach und nach alle Gedanken an etwas Anderes aufzufressen.
Natürlich war ihre Laune auch ohnehin schon nicht die beste. Was sie mit Icara gemacht hatte, war nicht richtig gewesen. Sie hatte es verdient gehabt, ja, aber es war nichts Ehrenhaftes daran, eine wehrlose Gegnerin zu verprügeln, so sehr sie es auch verdient haben mochte.
Außerdem hatte sie damit die letzte Brücke zu ihrer einzigen Freundschaft verbrannt. Icara war eine überhebliche selbstgerechte eitle Schnepfe, aber sie hatten sich geliebt, und Yanis musste sich eingestehen, dass es in dieser Zeit sehr gut getan hätte, jemanden zu haben, der sie in den Arm nahm und ihr etwas Freundliches sagte. Dann fiel ihr Icaras Blick ein, als sie sie zum ersten Mal wiedergesehen hatte, und sie war sich nicht mehr sicher, dass jemals etwas anderes als gegenseitiges Verlangen zwischen ihnen gestanden hatte. Liebe war sicher nicht das richtige Wort, oder?
Yanis war so sehr in ihren Gedanken versunken, dass sie die Schritte auf den Stufen unter sich erst hörte, als sie schon beinahe den Zugang zur Wachplattform erreicht hatten.
„Wer ist da?“ rief sie in die Dunkelheit.
„Ich bin’s“, hörte sie Icaras Stimme.
„Was willst du?“
Icara trat aus dem Schatten des Portals. Sie sah Yanis nicht direkt an, sondern blickte zu Boden.
„Ich hätte dich anders empfangen müssen“, sagte sie leise, „Ich wollte… dich um Entschuldigung bitten.“
Sie hielt zwei Becher mit Wein in den Händen. Als sie näher kam, hob sie ihren Blick und schaute unsicher in Yanis’ Gesicht, während sie ihr einen der Becher entgegenhielt.
Yanis musterte sie nachdenklich und suchte in Icaras blauen Augen nach Zeichen der Abscheu, die sie heute Nachmittag darin gesehen hatte. Sie war sich nicht sicher, ob sie sie nur deshalb nicht sah, weil sie es sich so verzweifelt wünschte. Sie nahm den Becher.
„Ich hätte dich nicht… Ich hätte nicht… Was ich getan habe, war auch falsch“, stammelte sie.
„Heißt das, du vergibst mir?“
Ein schüchternes Lächeln erschien in Icaras Zügen, und Yanis konnte nicht anders, als es zu erwidern, und sich dafür zu schämen, wie sehr sie sich über Icaras Lächeln freute. Wie sehr sie es brauchte.
„Wenn du mir vergibst?“
Icara nickte und hob ihren Becher. Yanis berührte ihn mit dem ihren und nahm einen tiefen Schluck. Es war ein kräftiger Rotwein, nicht das Wassergemisch, das normalerweise zu den Mahlzeiten serviert wurde.
Er half sogar ein bisschen gegen die Kälte.
„Der ist gut, wo hast du den denn her?“
Icara lächelte.
„Ich habe meine Quellen.“
Sie nahm noch einen Schluck, und Yanis tat es ihr gleich.
„Danke“, sagte Yanis. „Wirklich. Ich weiß, dass du dich nicht gerne entschuldigst.“
Icara nickte mit einem schwermütigen Lächeln.
„Überhaupt nicht gerne. Ich denke, dir ist folglich klar, dass ich mir große Resultate erwarte.“
Yanis lachte.
„Kannst du haben.“
Sie tranken noch einen Schluck Wein.
„Ich hoffe, du weißt, wo deine Mutter ist“, sagte Yanis. „Wenn sie uns jetzt erwischt, dann wirft sie mich direkt vom Turm, und nicht durch die Tür.“
„Keine Sorge“, antwortete Icara. „Ich weiß genau, wo meine Mutter ist.“
Yanis nickte lächeln.
„Das ist auch … Das … Äh, ich meine … Entschuldigung …“
Sie blinzelte. Sie schwankte. Sie streckte einen Arm aus, um sich festzuhalten.
Etwas veränderte sich in Icaras Lächeln, als sie einen Schritt zurücktrat.
„Wie ist das mit deinem Gesicht passiert?“ fragte sie, aber ihre Stimme klang plötzlich nicht mehr aufrichtig und freundlich, sondern gelangweilt.
Yanis betrachtete Icara mit gerunzelter Stirn und fragte sich, was geschehen war. Sie fühlte sich merkwürdig. So… leicht und unsicher auf den Füßen, während gleichzeitig ihre Augenlider schwer wurden. Hätte sie statt der drei Schluck ein paar Becher getrunken, hätte es der Wein sein können.
Sie schüttelte ihren Kopf.
„Was… Irgendwas stimmt… Icara?“
Icaras Lächeln war einer Maske des Hasses und der Schadenfreude gewichen.
„Du bist vielleicht stärker, Yanis, und du bist die bessere Kriegerin. Aber das ändert nichts daran, dass ich immer klüger sein werde als du!“
Yanis schüttelte noch einmal ihren Kopf, aber es nützte nicht viel. Sie fühlte sich, als würde sie einfach umfallen, wenn sie versuchen würde, einen Schritt zu tun. Ihre Gedanken fühlten sich zäh an wie alter Sirup, und ihr Mund war merkwürdig taub.
„Was… Ich… Uhh…“
Sie hörte ein leises, entferntes Scheppern und fragte sich, woher das Geräusch kam. Ihr fiel ein, dass es der Becher gewesen sein musste, der ihren Fingern entglitten und zu Boden gefallen war.
Sie versuchte, noch einmal ihren Kopf zu schütteln, um ihn von den Spinnweben zu befreien, aber sie konnte es nicht mehr.
Nein, dachte sie, und sie war sich nicht sicher, ob es an dem Gift im Wein lag, oder an wachsender Resignation, dass sie dieses letzte Glied in der anscheinend endlosen Kette ihres Versagens beinahe mit so etwas wie Galgenhumor betrachtete. Bitte nicht, dachte sie. Warum immer ich?

Als Yanis erwachte, war ihr richtig kalt. Die Art Kälte, die ganz tief in den Knochen sitzt, die sich anfühlt, als würde man sie nie wieder los. Ihre Zähne klapperten buchstäblich ein bisschen.
„… zu sich!“, hörte sie eine bekannte Stimme sagen.
Yanis‘ Gedanken waren langsam und zäh. Auch eingefroren.
Sie hoffte, dass sie keinen ernsthaften Frostschaden davongetragen hatten. Noch ein paar Finger und Zehen zu verlieren war das Letzte, was sie jetzt brauchte. Zum Glück war es dafür doch noch nicht kalt genug, hoffte sie.
„Was glaubst du, was du hier machst, hm?“
Eine andere Stimme, die Yanis kannte. Eine Stimme, die sie hochschnellen ließ, trotz allem.
„Kommanannin!“
Yanis schaffte es, sich mit beiden Armen irgendwie in eine halb sitzende Position zu hieven, aber ihre Gliedmaßen waren von der Kälte so träge – oder war es noch das Gift? Oder beides –, dass sie nur hilflos mit den Beinen herumruderte und nicht recht hochkam.
„Erbärmlich!“
Das war wieder die erste Stimme. Icaras Stimme.
„Schau sie dir an! Im Wachdienst eingeschlafen, und jetzt immer noch so besoffen, dass sie nicht mal mehr aufrecht sitzen kann!“
„Chbinnich … Ich bin doch ganich …“
Yanis versuchte, besonders deutlich zu artikulieren und merkte schnell, dass sie dadurch noch mehr so klang, als würde Icara die Wahrheit sagen.
„Vegiftet! Sie hat mich vegiftet!“
Icara stieß ein prustendes Lachen aus.
„Aber nicht schlecht, dass ihr das so schnell eingefallen ist, oder? Wahrscheinlich hat sie sich die Entschuldigung schon im Vorhinein zurechtgelegt, als sie die Flasche auf den Turm geschmuggelt hat.“
„Weche Flasche? Hier is doch gakeine Flasche, ich hab gakeine …“
„Doch nicht so gut vorher überlegt“, sagte Icara, hob die Flasche auf und hielt sie ins Licht der Laterne.
„Dsis … Das is alles überhaupt nicht wahr!“, rief Yanis. Es wäre alles viel einfacher, wenn sie nicht zu allem anderen hinzu noch durch den Nebel der Betäubung hindurch kämpfen müsste, dachte sie. Allerdings glaubte andererseits nicht einmal sie selbst, dass sie es unter günstigeren Bedingungen viel besser hinbekommen hätte. Es war wiederum andererseits auch eine Situation ohne guten Ausweg.
„Das ist … Sie hat das alles so gemacht, damit es so aussieht! Sie hat mir die Flasche gebracht, und sie hat sie verg-“
„Ruhe jetzt!“, herrschte die Kommandantin sie an. „Ich glaube, ich habe in meiner ganzen Zeit hier noch nie so einen erbärmlichen Verlust jeglicher Disziplin und aller Ehre erlebt. Ich bin angewidert. Du wirst auf der Stelle aufhören, mich anzulügen, Shiu-Hzim! Steh wenigstens zu deinem Versagen!“
„Ich … Ich hab doch gar nicht …“
„Sogar wenn irgendjemand anderes dir die Flasche gebracht hätte, was ich dir keine Sekunde glaube, wirst du doch schon selbst getrunken haben, oder wirst du mir gleich als nächstes erzählen, sie hätte sie dir hinterrücks über den Schädel gezogen? Würde allerdings deine Position auch nicht verbessern, weil du hier warst um WACHE ZU HALTEN!“
Icara stand hinter ihrer Mutter und konnte es sich deshalb erlauben, Yanis ein breites, sehr zufriedenes Grinsen zuzuwerfen, mit dem sie aussah wie die Katze, die es geschafft hat, in der Vorratskammer mit der Sahne eingeschlossen zu werden.
„Vielleicht ist bei dem Sturz ja doch nicht nur das Äußere ihres Kopfes zerstört worden, hm …?“ murmelte Icara, und die Kommandantin erlaubte sich ein schnaubendes Lachen.
Yanis nahm einen tiefen Atemzug.
„Ich meine“, fuhr Icara in ihrem besten spöttischen Tonfall fort, „Schau dir diese Ruine von einem Gesicht doch einmal an! Natürlich ist da wa- AAAAHHH!“
Für einen Moment war Yanis sehr zufrieden. Sie hatte sich an der Kommandantin vorbeigeschoben – Ja, eine Offizierin zur Seite zu schubsen, war sicher nicht die beste Entscheidung, aber sie war jetzt schon so sehr in Schwierigkeiten, dass es darauf auch nicht mehr ankam – und Icara den Faustschlag versetzt, den sie sich verdient hatte, und der gerade noch so blasierte Ausdruck in ihrem Gesicht war vielleicht das Beste, was Yanis in den letzten Tagen erlebt hatte.
Es war ein guter halber Herzschlag. Nebel hin oder her, schnell genug, um Icara zu überraschen, war sie immer noch.
Bis sie sah, wie Icaras Gesichtsausdruck immer verzweifelter wurde, sie mit den Armen ruderte, weil sie einen Schritt zurückgetaumelt war, einen Schritt, der zu viel gewesen war.
Yanis streckte sogar noch eine Hand nach ihr aus, aber zu spät, sie bekam sogar noch irgendein kleines Stück Stoff zwischen die Finger, aber nicht mehr genug, um ihre Kameradin zu halten.
Schnell hin oder her, benebelt genug, um Icara in die Tiefe stürzen zu lassen, war sie immer noch.
Sie drehte sich zu Kommandantin Heshija um und überlegte für einen kurzen Moment, ob es vielleicht ihre Situation sogar ein bisschen verbessern würde, wenn sie sie gleich hinterherwarf.

Lesegruppenfragen

  1. Hättet ihr gerne mehr Hintergrund und Motivation für Icara, oder kommt ihr Verhalten euch so auch schon plausibel genug vor?
  2. Habt ihr Mitgefühl mit Yanis?
  3. Findet ihr Yanis‘ Verhalten insgesamt einigermaßen nachvollziehbar?
  4. Wie steht ihr so zu Goma, so insgesamt?

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